Alternativvariante „Unterflurtrasse Loferer Straße"

"Der Kirchholztunnel löst kontroverse Reaktionen aus"

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Stadtratssitzung Bad Reichenhall - Auen- oder Kirchholztunnel?
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Bad Reichenhall - Ist das die Lösung für Bad Reichenhall? Planungsbüro Staller stellt Alternativ-Variante Unterflurtrasse Loferer Strasse vor:

"Im Bundesverkehrswegeplan sind 13 Maßnahmen gemeldet worden, von denen 11 als vordringliche Maßnahmen eingestuft worden sind", so die Einleitung von Oberbürgermeister Dr. Lackner bei der Vorstellung der Alternativ-Variante "Unterflurtrasse Loferer Straße" auf der vergangenen Stadtratssitzung.

Und ergänzt: "Das Bauamt hat vor dem Hintergrund der Finanzplanung alle Maßnahmen als vordringlich eingestuft und beschlossen diejenigen Projekte als Erstes umzusetzen, die am ehesten umzusetzen sind. Dazu gehören Projekte wie die Ortsumfahrung in Obing, bei der die Bevölkerung mit großer Mehrheit dahinter stand oder zum Beispiel die Ortsumfahrung Altenmarkt.

Strenge Maßnahmen - kein eiliges Vorantreiben

Im weiteren Verlauf ergänzt der Oberbürgermeister: "Der Kirchholztunnel löst kontroverse und polarisierende Reaktionen aus und ich bitte Sie um Verständnis, dass derzeit kein vorschnelles Vorantreiben möglich ist, solange kein eindeutiger Stadtratsratsbeschluss vorliegt, bzw. ein positiver Beschluß vom Staatssekretär" und zitiert dabei auch das Bauamt sowie Staatssekretär Eck.

Vorstellung der Alternative durch Martin Staller (Planungsbüro Staller)

"Das obere Projektziel ist die Entlastung der Stadt Bad Reichenhall. Es geht um den Verkehr, den Lärm und die Luftqualität und wie wir das verbessern können", so Martin Staller zu Beginn seiner Vorstellung der  'Unterflurtrasse Loferer Straße'. 

Und ergänzt: "In welcher Variante das Projekt realistiert wird, hängt von weiteren Untersuchungen ab. Beim Kirchholztunnel sehen wir ein großes Projektrisiko, vor allem im Gemeindegebiet Bayerisch Gmain. 

In unmittelbarer Nähe des Tunnelstandortes befinden sich 60 Ein- und Mehrfamilienhäuser. Es gibt Gebäude bei denen der Mindestabstand vom Keller bis zum Tunnelscheitel gerade einmal 20m beträgt

Dieser Abstand vergrößert sich dann bei anderen Gebäuden, wie zum Beispiel dem Klosterhof auf 40m  bis 45m. Diese Gebäude sind somit unmittelbar betroffen. Wer andere Tunnelbauten verfolgt weiß, dass es bei jedem Tunnelbau ein Restrisiko gibt, das hätten wir hier auch bei dem Kirchholztunnel

Herr Aicher hat daraufhin nach einer Variante mit einem geringeren Projektrisiko gesucht, dass nebenbei auch kurzfristiger und kostengünstiger umgesetzt werden könnte".

So soll die Unterflurtrasse Loferer Straße aussehen

"Die haushaltsrelevanten Projektkosten belaufen sich auf 175 Millionen Euro, die Kosten wurden im Jahr 2011  ermittelt", so Staller. 

Und weißt deutlich daraufhin, dass "auch Verkehrsminister Dobrindt gesagt hat, wenn es eine Alternative zu der bereits vorgeschlagenen Variante gibt, die trotzdem die Projektziele abbildet, dann muss man nicht an dieser ersten Trasse festhalten, sondern dann kann auch die Alternative realisiert werden".

Bilder: Schaut so die Alternativ-Umfahrung von Bad Reichenhall aus?

Das sind laut der Planer die Vorteile der Unterflurtrasse Loferer Strasse:

  • Verkehrswirksamkeit
  • Trasse entlastet die Stadt effektiv / Luftqualität
  • ohne Inanspruchnahme/Beeinflussung Nachbargemeinde
  • Schonung Bereich Golling und Weißbach
  • Keine Beeinflussung der Sohlequellen
  • Städtebauliches Entwicklungspotential (z.B. Thermengelände)
  • Flächenaufwertungen (Frühlingstr., Vogelthennstr., Ludwig‐Thoma‐Str., Hallgrafenstr. usw.)
  • Bauzeitverkürzung (da offene Bauweise)
  • Größere Kostensicherheit Herausforderung:
  • Thematik Grundwasser
  • Naturschutzfachliche Eingriffe

Fällt im Oktober die Entscheidung?

"Bei dieser Variante hätten wir eine Bauzeitverkürzung und eine offene Bauweise ist auch wesentlich sicherer wie ein Tunnelvortrieb. Außerdem hätten wir dabei eine sicherere Kostenübersicht. Ein Tunnelvortrieb birgt immer Risiken, die wir bei dieser Variante nicht haben", so Martin Staller abschließend. 

Und ergänzt: "Die Herausforderung bei dieser Variante sind das Grundwasserthema und die naturschutzrechtlichen Eingriffe. Das hier ist ein Eingriff in den sensiblen Auwald. Es gibt mit Sicherheit Varianten bei der man die Eingriffe in den Auwald reduzieren kann. Generell sind die Eingriffe in die Natur dieser Variante sicherlich gegenüber dem Kirchholztunnel wesentlich geringer. 

Beide Varianten sollten gründlichst untersucht werden um die bestmögliche Variante für Bad Reichenhall letztendlich zu bekommen".

Oberbürgermeister Dr. Lackner verwies im Anschluss auf die nächste Stadtratssitzung im Oktober: "Die Grundsatzdiskussion werden wir im Oktober führen, heute geht es nur um das Stellen von Fragen".

Welche Fragen, insbesondere von der Freien Wähler Gemeinschaft gestellt wurden, lesen Sie in einem weiteren Artikel auf BGland24.de

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