Stadtrat Bad Reichenhall beschließt Ideenwettbewerb

So geht es mit dem neuen Landratsamt weiter

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Landratsamt Berchtesgadener Land
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Bad Reichenhall - Der Landkreis Berchtesgadener Land soll ein neues Landratsamt bekommen. Der Stadtrat Bad Reichenhall hat nun die nächsten Schritte beschlossen:

Vor rund 40 Jahren wurde das Gebäude des Landratsamtes in Bad Reichenhall für rund 200 Bedienstete erbaut. Derzeit sind rund 350 Personen in teilweise beengten räumlichen Verhältnissen im Landratsamt beschäftigt

Nach der mittlerweile fast 40-jährigen Nutzung steht das Gebäude nun vor einem umfangreichen Sanierungsbedarf einschließlich der Beseitigung von brandschutztechnischen Mängeln und einer Erneuerung der gesamten Haustechnik. Eine Plausibilitätsprüfung des Landkreises  Berchtesgadener Land ergab, dass die Aufwendungen für eine zunächst angedachte Generalsanierung und Erweiterung der Liegenschaft rund 80% der Neubaukosten überschreiten würden.

Aus Sicht des Landkreises stellt somit ein Neubau eine wesentlich sinnvollere Lösung dar, was vom Kreistag unter Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen am 20. November 2017 mehrheitlich beschlossen wurde. Das neue Gebäude soll in unmittelbarer Nachbarschaft des derzeitigen Baukörpers entstehen und anstelle des bisherigen Behördenstandorts soll dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden.

Ideenwettbewerb für die Umsetzung

Bei einem Neubau sollen folgende Anforderungen sinnvoll umgesetzt werden: 

  • die Schaffung einer zukunftsorientierten Gebäudestruktur unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit, einem maßvollen Flächenverbrauch sowie einer zeitgemäßen Energieversorung
  • die vorbildhafte Repräsentation des Landkreises unter Berücksichtigung wichtiger Aspekte wie zum Ökologie, Bildung, Ökonomie, Klima, Gesundheit und Infrastruktur
  • und die städtebauliche Entwicklung hinsichtlich der sinnvollen Situierung des Baukörpers und der Außenanlage, der Erschließung der Parkplätze, der Grünordnung sowie der wirtschaftlichen und soziokulturell sinnvollen Verwertung des bisherigen Verwaltungssitzes

Am 18. April 2018 hat daher der Kreisausschuss in seiner Sitzung beschlossen, einen Ideenwettbewerb durchzuführen. Von dem Ergebnis versprechen sich die Verantwortlichen ein städtebauliches und freiraumplanerisches Konzept zu erhalten, das als Grundlage für die Aufstellung des Bebauungsplanes auf dem circa 4,5 hektar großen Areal zwischen Salzburger Straße und Froschhamer Weg dienen soll. 

Das sind die Herausforderungen

Für die Verwirklichung des Baus müssen vor allem eine mögliche Konfliktsituation zwischen Verwaltungs- und Wohnnutzung, sowie eine eventuelle I mmissionsbelastung durch die Bundesstraße 20/21 berücksichtigt werden. 

Bei einer Neuerrichtung würde allerdings die Auslagerung der Behörde in einen temporären Ersatzbau nicht mehr notwendig sein und der Amtsbetrieb komplett bis zum Umzug in der jetzigen Liegenschaft aufrechterhalten bleiben können.

Kritik seitens des Stadtrats

Obwohl hinsichtlich der kurzen Lebensdauer des derzeitigen Gebäudes von gerade einmal 40 Jahren die Mitglieder des Stadtrates enorme Kritik an der Situation übten, waren sich doch alle einig, dass ein Neubau die sinnvollere Alternative sei, sofern dieser denn gut durchdacht und geplant würde.

"Ich rate dringend an, hier fachliche Kompetenz einfließen zu lassen, damit hier allen Anforderungen gerecht wird", so Manfred Hofmeister von der Bürgerliste Reichenhall/Die Grünen. 

Und Dr. Wolf Guglhör von der SPD ergänzt: "Wenn man so ein großes Gebäude nach 40 Jahren abreißen muss, dann ist wohl etwas schief gelaufen. Man muss hier wesentlich langfristiger denken und auch versuchen dass einerseits flächensparend gedacht wird, andererseits aber auch ein sinnvoller Mix an bezahlbarem Wohnraums entsteht."

Martin Schobert von der CSU fügte noch begrüßend hinzu: "Wir können von einem Neubau nur profitieren und vor allem froh sein, dass das Landratsamt in Bad Reichenhall bleibt. Der dort entstehende Wohnraum ist wichtig, aber dieser sollte nicht nur sozial ausgerichtet sein. Wir brauchen einen gesunden Mix aus Eigentumswohnungen, sozialem Wohnraum, Einzimmerappartements, etc.. Nur eine gesunde Mischung ergibt ein gesundes Wohnen.

Der Stadtrat beschloss am Ende der Diskussion einstimmig, dass:

  • für die erforderliche Bauleitplanung ein städtebaulicher Ideenwettbewerb durchgeführt wird
  • ein Bebauungsplan "Am Kirchholz" einschließlich einer Änderung des Flächennutzungsplanes erstellt werden soll
  • die Aufstellungsbeschlüsse des Stadtrates vom 20. September 2016 zugunsten eines "Interimsbaus des Landratsamtes" aufgehoben werden

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