Eine Stimme entscheidet über den vierten FWG-Stadtrat

Huber oder Hötzendorfer? Jetzt steht die Entscheidung in Bad Reichenhall fest

Friedrich Hötzendorfer hat sich entschieden
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Die Entscheidung ist gefallen. Friedrich Hötzendorfer (r.) nimmt das Stadtratsmandat in Bad Reichenhall an, Werner Huber (m.) muss ausscheiden.

Bad Reichenhall - Eine knappe Woche Bedenkzeit hatte sich Friedrich Hötzendorfer erbeten, als er erfahren hat, dass nach einer Prüfung des Landratsamtes er und nicht Werner Huber der vierte gewählte FWG-Stadtrat ist. Jetzt steht seine Entscheidung fest:

"Nach reiflicher Überlegung und Beratung in der Familie sowie der FWG Bad Reichenhall, bin ich zu dem Entschluss gelangt, die Wahl nicht auszuschlagen", teilte Friedrich Hötzendorfer am Montag (20. Juli) mit. "Folgende Umstände haben mich dazu veranlasst: An erster Stelle steht natürlich der Wählerwille. Auch wenn der Vorsprung vor dem Kollegen Huber mit einer Stimme sehr knapp ist, so hatte ich doch auch zu bedenken, dass der Wähler mich von Listenplatz 13 auf 4 vorgewählt hat. Das werte ich als großen Vertrauensbeweis, der mich sehr überrascht und erfreut hat, der aber auch ein Stück Verantwortung bedeutet, der ich nun gerecht werden will."


Trotzdem ist es dem Rechtsanwalt wichtig, zu betonen, dass er über die Nachprüfung des Wahlergebnisses vom 15. März 2020 durch das Landratsamt ebenso überrascht war, wie über das Ergebnis. "Ich lege noch einmal Wert auf die Feststellung, dass die Nachprüfung von Amts wegen erfolgte, ich sie also nicht beantragt habe", teilt er in einer Pressemitteilung mit.

Er habe seit Bekanntwerden des neuen Ergebnisses eine unglaubliche Zahl von positiven Reaktionen erfahren dürfen. "Dies auch von Personen, die ich bisher gar nicht gekannt habe, aber auch von Kollegen und Kolleginnen aus der Kommunalpolitik, ja sogar von Mitgliedern anderer Parteien", erklärte Hötzendorfer.


Wie reagiert Werner Huber auf die Entscheidung?

"Meine Entscheidung habe ich zu allererst dem Kollegen Huber in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Auch wenn er verständlicherweise enttäuscht war, so ist er damit fair umgegangen und hat sein weiteres kommunalpolitisches Engagement in der FWG in Aussicht gestellt." Hötzendorfer will noch einmal seinen Wählern ganz herzlich danken. "Ich werde mich in diesen schwierigen Zeiten mit großem Engagement konstruktiv, aber wenn nötig auch, wie man es von mir gewöhnt ist, kritisch in die Stadtpolitik einbringen."

Wie sein weiteres politisches Engagement aussehen wird, darüber will sich Werner Huber noch nicht äußern. "Ich habe ab morgen noch drei Wochen Zeit, zu entscheiden, ob ich gegen den Spruch Einspruch beim Verwaltungsgericht München einlegen werde", erklärte er gegenüber BGLand24.de. Diese Frist will er ausnutzen und sich die nächsten Schritte reiflich überlegen.

Oberbürgermeister Christoph Lung bedauert Ausscheiden von Werner Huber

Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Christoph Lung bedauert es menschlich sehr, "dass der Kollege Huber sein Amt als Stadtrat und 2. Bürgermeister verliert. Dies auch deshalb, weil wir schon in den ersten Wochen unserer gemeinsamen Amtszeit eine sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit gehabt haben." In einem Statement gratulierte das Stadtoberhaupt aber auch Friedrich Hötzendorfer zu seinem alten und neuen Amt. "Wir werden nun prüfen, ob die Neuwahl des 2. Bürgermeisters schnellstmöglich in den Sommerferien abzuhalten ist oder ob hierfür eine Befassung des Stadtrates in der nächsten Sitzung im September ausreichend ist", so der Oberbürgermeister.

Das Landratsamt hatte nach der Kommunalwahl die Stimmengleichheit der FWG-Stadtratskandidaten Werner Huber und Friedrich Hötzendorfer zum Anlass genommen, um die Wahlentscheidung noch einmal zu überprüfen. Statt 1607 Stimmen für beide, lautet das Ergebnis jetzt Friedrich Hötzendorfer 1610 Stimmen und Werner Huber 1609 Stimmen. Ursprünglich war Werner Huber per Losentscheid in den Stadtrat gewählt worden. Das Gremium wählte ihn auch zum zweiten Bürgermeister.

cz/Pressemitteilung Friedrich Hötzendorfer

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