Experte bestätigt

"Die Erde in Bad Reichenhall bebt noch"

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Auf dieser Karte zeigt der Erdbebendienst Bayern die aktuellen Beben.
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Bad Reichenhall - Die Erdbebenaktivität am Hochstaufen hat am Pfingstsonntag ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Doch aus Sicht eines Experten ist sie noch nicht abgeschlossen.

Im Gebiet des Hochstaufen hat sich am Pfingstsonntagvormittag ein Erdbeben der Stärke 2,5 ereignet. Noch bevor der Unwetterservice Südostbayern und der bayerische Erdbebendienst das bestätigten, diskutierten User auf Facebook: "Haben es in der Schachtstraße auch gespürt. Das ganze Haus hat gewackelt." "Habe es auch gespürt in der Frühlingstraße, kurzer Rumpler." "War am Staufen und auf einmal waren überall kleine Steinschläge - könnte davon gewesen sein."

Darum ist das Berchtesgadener Land ein typisches Erdbeben-Gebiet

Tatsächlich bestätigte sich die Annahme der Bad Reichenhaller. "Am 09. Juni 2019 um 9.43 Uhr Ortszeit ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 2.5 Ml im Gebiet des Hochstaufen (Bad Reichenhall) in einer Tiefe von etwa 3 km. Die Beben wurden im Ortsgebiet Bad Reichenhall verspürt. Die Intensität (ein Maß für die Schütterwirkung am Beobachtungsort - 12 skalig) dürfte dabei die 3 nicht überschritten haben. Dieses Beben ist Teil eines seit 2-3 Wochen andauernden "Erdbebenschwarms", der wahrscheinlich mit den starken Niederschlägen der vergangenen Wochen und mit dem hohen Schneeeintrag im Winter in Zusammenhang steht", schreibt der Erdbebendienst Bayern auf seiner Internetseite.

"Die Erde kann bis zu 100 Mal beben"

Auf Nachfrage von BGLand24.de bestätigte Doktorand Tobias Megies vom Geophysikalisches Observatorium der Universität München, dass die Erde um Bad Reichenhall in der letzten Zeit sogar öfter gebebt hat. "Die größeren Beben, die gespürt werden, kommen nicht alleine." So genannte Bebenschwärme ziehen sich über Wochen hin. "Da kann die Erde bis zu 100 Mal beben." Es ist also nicht auszuschließen, dass die Erde auch gerade bebt, es die Bad Reichenhaller nur nicht spüren.

Das ein größeres Erdbeben folgen könnte, sei dagegen unwahrscheinlich. "Rein aus der Erfahrung können wir sagen, dass die größeren Beben im Bereich Hochstaufen lediglich an der Spürbarkeitsgrenze waren." Mergies schränkte aber ein, dass es in der Natur nie eine Garantie gebe.

Sollten Sie das Erdbeben gespürt haben, teilen Sie dem Erdbebendienst Bayern ihre Erfahrungen mit: "Personen, die das Beben gefühlt haben, werden gebeten ihre Beobachtungen auf der Internetseite des Bayerischen Erdbebendienstes (www.erdbeben-in-bayern.de - "Erdbeben gefühlt?") einzutragen."

cz

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