Dienen mit Kind

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Gebirgsjägerbataillon Bad Reichenhall

Bad Reichenhall - Was wenn beide Eltern bei der Bundeswehr sind, aber zusätzlich ein kleines Kind zu betreuen ist? Wie das in der Praxis funktioniert:

In der Hochstaufenkaserne wundern sich nur wenige, wenn im Kühlschrank ein Babyfläschchen oder ein Glas Babynahrung steht. Meist ist das Kinderlachen nicht weit entfernt, denn Stabsgefreiter Tobias Bonk hat heute seine Tochter mit im Dienst. Wenn die Krippe geschlossen ist oder schon zu hat und es im Dienst länger dauert oder andere Umstände es erfordern, haben er uns seine Frau Glück: Sie dürfen ihr Kind mit zur Arbeit bringen.

Doch zu Beginn war es nicht leicht. „Anfangs taten sich die Vorgesetzten und die Kameraden in meinem Umfeld mit der Situation schwer. Auch heute stoße ich noch hin und wieder auf Unverständnis.“, beschreibt Stabsgefreiter Bonk. Seine Frau Hauptgefreiter Marion Bonk hingegen hatte mehr Glück. „Ich erfahre auch durch die anderen Frauen in der Abteilung Unterstützung und mein Vorgesetzter stärkt mir den Rücken.“ Die Situation mit Kind im Dienst hat sich für beide und ihr Umfeld in der Zwischenzeit vom Sonderfall zum Highlight gewandelt. „Jetzt wo mein Kind größer und damit auch mobiler wird, verschwinden wohl die Berührungsängste.“, vermutet Stabsgefreiter Bonk während er sein Büro verlässt.

Draußen trifft er auf Hauptmann Mark Schutz. Er setzt seinen Sohn gerade in den Kinderwagen und will mit ihm eine Runde laufen. „Nach meiner Elternzeit hat sich für meinen Sohn eine einmonatige Betreuungslücke ergeben.“, berichtet er. “Mit Unterstützung des Kommandeurs konnte ich diese Lücke schließen. Ich bin aber froh, wenn mein Kleiner endlich in die Krippe kann, um mit Gleichaltrigen zu spielen.“ Er und seine Frau wechseln sich halbwochenweise mit der Betreuung ab und nutzen Ihre Urlaubstage um das Pendeln zwischen München und Bad Reichenhall abzufedern.

Militärische Vorgesetzte haben auch schon vor der durch die Bundesverteidigungsministerin initiierten Attraktivitätsagenda „Bundeswehr in Führung – Aktiv. Attraktiv. Anders.“ mehrere Möglichkeiten zur Unterstützung von Soldaten mit Kindern. Neben der kurzfristigen Freistellung durch Nutzung vorhandener Überstunden können diese sogar Sonderurlaub gewähren, wenn die Betreuung des kranken Kindes nicht anders gewährleistet werden kann. Durch die „Attraktivitätsoffensive“ werden weitere neue Möglichkeiten entstehen - beispielweise die schnelle Einrichtung von Telearbeitsplätzen. Am Standort Bad Reichenhall ist man gespannt, welche flexiblen Lösungen auch in der Region noch gefunden werden können.

Hintergrund: 

Marion und Tobias Bonk gehören der Dienstgradgruppe der Mannschaften an, dienen beide in der 1. Kompanie im Bereich der Versorgung und wohnen am Standort. Ihre Tochter ist in Bad Reichenhall in einer Ganztageskrippe.

Mark Schutz ist Offizier wohnt mit seiner Familie in München und dient im Stab des Gebirgsjägerbataillons 231 vor allem im Innendienst. Seine Frau ist ebenfalls Soldatin jedoch Angehörige der Universität der Bundeswehr München.

Pressemitteilung Gebirgsjägerbataillon Bad Reichenhall

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