Zwei Wochen lang nostalgische Schlager, Filmhits und Big Band Anklänge in Bad Reichenhall

Salonorchester feiert zehnjähriges Jubiläum

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Das Salonorchester feiert 10-jähriges Jubiläum

Bad Reichenhall - Jedes Jahr, bevorzugt im Mai, beherrscht das Salonorchester der Bad Reichenhaller Philharmonie die Kurmusik. Zwei Wochen lang waren Schlager und Filmmusiken der 30ger-Jahre an der Tagesordnung der täglichen Kurkonzerte.

Dass nur die Hälfte des Orchesters spielt, mache auch den besonderen Reiz der Stücke aus, erklärte der musikalische Leiter Kristian Aleksic im Gespräch auf die Frage nach der Besonderheit des Salonorchesters. Das umfangreiche Big Band Repertoire beziehe die Bläser stärker ein. Somit müssen sich die acht Streicher gegen die klangstärkeren Bläser durchsetzen.

Etwa 100 Arrangements hat Aleksic bisher für das Salonorchester geschrieben, jedes Jahr kommen fünf bis sechs neue Bearbeitungen dazu und zum 150-Jahr-Jubiläum der Philharmonie 2018 werde auch das Salonorchester einen wichtigen Beitrag leisten, bekräftigte Aleksic.

Obwohl er vom Klavier aus Impulse setzt, seien die Musiker ohne Dirigenten gezwungen, mehr aufeinander zu hören. Für den Zusammenklang sei das eine gute Übung, die zu einem intimeren und prickelnderen Ergebnis führe.

Kristian Aleksic ist der geschickte Arrangeur für die Salonbesetzung

Alle Musiker beherrschen dieses besondere Repertoire und jeder komme im Wechsel dazu, diese Musik zu spielen. Während der Kontinuität der beiden Wochen jedoch formiere sich das Salonorchester aus der gleichbleibenden Besetzung.

Kurkonzert begeisterte mit Tico Tico und Muppet Show

Beim Konzert am Mittwoch ließ der zackige Marsch von Hans Carste gleich zu Beginn die Regenlaune vor der Tür und machte Lust aufs Zuhören.

24 Filmmusiken hat Carste geschrieben, von ihm stammt auch die Erkennungsmelodie der Tagesschau. Aber dann standen die beiden Berliner Komponisten Franz Grothe und Lothar Brühne im Vordergrund des Programms. Grothe(1908 – 1982), der als junger Pianist begann, war einer der populärsten Komponisten und Dirigenten des 20. Jahrhunderts.

Seit Beginn des Tonfilms komponierte er eine Vielzahl an Liedern, Schlagern und Filmmusiken, später auch für Unterhaltungssendungen im Fernsehen. So schuf er 400 Lieder für den „Blauen Bock“ und Musik zu insgesamt 170 Filmen.

Ob „So schön wie heut', so müsst es bleiben“, ob langsamer Foxtrott oder flotter Tango, es sind die Melodien, bei denen viele Zuhörer in Erinnerungen schwelgen, was bei dem rhythmisch pulsierenden Spiel der Salonmusiker im Wechsel zwischen tänzerischem Elan und ruhig fließenderer Gangart geradezu obligat ist.

Das ebenso gefühlvolle wie markante Trompetensolo beim Mitternachtsblues blies Zoran Curović (Mitte)

Das Trompetensolo in Grothes Mitternachtsblues zum Film „Immer wenn der Tag beginnt“ ist einer seiner populärsten Dauerbrenner. Zoran Curović war der richtige Mann für den gefühligen Mitternachtssound, der dem Abend das abschließende i-Tüpfelchen aufsetzte.

Zuvor aber öffneten auch Lothar Brühnes bekannte Schlager den Nostalgiespeicher mit „Unter vier Augen“ und „Einen wie dich“ oder dem Gedenken an Zarah Leander mit dem arg rasant gespielten „Kann denn Liebe Sünde sein“. Bei diesem Tempo hätte wohl Leanders dunkel glühende Stimme nicht mithalten können.

Brillierte mit ihrem Saxophonsolo : Karin Ulsamer-Nagel

Take Five mit einem brillanten Saxophonsolo wurde dann noch als Überraschung zwischen die Berliner Filmreminiszenzen geschoben, ebenso durfte auch der brasilianische Weltschlager Tico Tico nicht fehlen. Für Stimmung sorgte außerdem der forsche Zigeunertanz von Hans Zander und Irwin Levines Geschichte vom „Yellow ribbon round the Ole Oak Tree“.

Zu guter Letzt machte der Rausschmeißer der Muppet Show den Abend rund. Lob gilt den Musikern für ihr Engagement und Begeisterung kam von den Zuhörern, von denen so manches erfreute Wort über das schöne und lohnende Konzerterlebnis zu vernehmen war.

Pressemitteilung Bayerisches Staatsbad Kur-GmbH Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain

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