Verteidigungsministerium beauftragt Experten mit Aufklärung

Doch kein Besuch des Kriminologen in der Kaserne?

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Bad Reichenhall - Erniedrigende Aufnahmerituale und sexuelle Übergriffe – die zuletzt bekannt gewordenen Zwischenfälle bei der Bundeswehr in Bad Reichenhall und Pfullendorf haben für großes Aufsehen gesorgt. 

UPDATE, 29.03.2017, 17:05 Uhr

Auf Nachfrage von BGLand24.de beim Pressevertreter der Gebirgsjägerbrigade 23, wurde der Einsatz des Kriminologen in Bad Reichenhall allerdings dementiert. Vielmehr ist der Kriminologe und ehemalige niedersächsische Justizminister Pfeiffer ein externer Berater der Bundesverteidigungsministerin, der die innere Führung bei der Bundeswehr, also den Umgang der Soldaten untereinander, auf Schwachstellen analysieren soll. 

Über einen Ortsbesuch von Herrn Pfeiffer ist derzeit vor Ort nichts bekannt. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass der sogenannte "Brandbrief" der Ministerin nicht an die Truppe gerichtet war, sondern an die Staatsanwaltschaft Oldenburg. Er bezog sich auf die Begründung der zuständigen Staatsanwältin zum Freispruch eines Angeklagten in einem Fall von sexueller Belästigung einer Soldatin.

Originalmeldung, 29.03.2017, 08:05 Uhr

Bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall sind insgesamt 14 Soldaten ins Visier der Ermittler geraten. Darüber hinaus soll laut einem Medienbericht ein Soldat angeblich auch auf Mäuse geschossen haben. Bei der Bundeswehr selbst wurde davon gesprochen, dass man die Vorwürfe "sehr ernst" nehme.

Jetzt hat das Verteidigungsministerium nochmal reagiert. Nachdem die Mobbing-Vorwürfe bereits Thema im Verteidigungsausschuss waren, hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die sogar einen Brandbrief an die Truppe geschickt hatte, nun externe Verstärkung "besorgt". Der frühere Direktor des Kriminologischen Institutes in Niedersachen, Christian Pfeiffer, soll helfen und versuchen, die Vorgänge aufzuklären. Das berichtet die Bayernwelle.

Zudem soll Pfeiffer auch dafür sorgen, dass derartige Fälle in Zukunft verhindert werden. Er soll die Strukturen der Truppe analysieren und Verbesserungsvorschläge machen. Außerdem soll er die Hintergründe der Übergriffe und Misshandlungen untersuchen. Das geht aus einem Bericht des Verteidigungsausschusses durch Generalinspekteur Volker Wieker hervor. Diese sieht bei den Vorkommnissen klare Führungs- und Kommunikationsdefizite. Der Verteidigungsausschuss will am Mittwoch über den Bericht beraten.

mw

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