Karlsgymnasium Bad Reichenhall braucht mehr Platz

Kreistag diskutiert über Erweiterung: Mehr als 1000 Quadratmeter zu wenig

Bereits im kommenden Schuljahr zu klein, das Karlsgymnasium Bad Reichenhall.
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Für 12,8 Millionen Euro wurde das Karlsgymnasium 2013 bis 2016 generalsaniert. Jetzt geht schon der Platz aus.

Bad Reichenhall - Obwohl es zwischen 2013 und 2016 generalsaniert wurde, platzt das Karlsgymnasium aus allen Nähten. Bereits für das kommende Schuljahr muss eine Interimslösung her, so schnell wie möglich eine endgültige.

"Dass wir eine Lösung nicht aus dem Ärmel schütteln, ist mir klar", ergriff am Freitagvormittag (25. Oktober) Grünen-Fraktionssprecher Bartl Wimmer das Wort im Kreistag. "Ich stell jetzt mal den Zeitraum von vier bis fünf Jahren in den Raum." Das Gremium beschäftigte sich mit der Bedarfsermittlung des Karlsgymnasiums Bad Reichenhall und der weiteren Vorgehensweise.


Wimmer wollte vor allem wissen, wie die Pläne für die Interimslösung aussehen, die es bereits ab dem kommenden Schuljahr 2020/21 braucht. Landrat Georg Grabner erklärte, dass die Schulleitung derzeit bemüht sei, Lösungen im baulichen Bestand zu nutzen. Markus Hiebl, zuständig für das zentrale Gebäudemanagment im Landratsamt, ergänzte, dass nach eingehender Prüfung entweder auf dem Schulgelände oder auf einem angemieteten Gelände ein einstöckiges Gebäude entstehen soll, dass gegebenenfalls aufgestockt werden könne.

Wie dem Grünen-Fraktionssprecher ist auch der Landkreis-Verwaltung klar, dass die Anforderungen an die Interimslösung immer größer werden wird, je länger die endgültige Lösung dauert. "Deshalb werden wir Druck machen", betonte der Landrat. "Bis 2022 wird es schwierig, aber die Interimslösung wird nicht gefördert und kostet uns Geld."


Erweiterung Karlsymnasium - Kritik an Bayerischer Staatsregierung

Je schneller die endgültige Lösung da ist, umso besser also für den Landkreis. Doch als erstes muss das Landratsamt mit der Regierung von Oberbayern den Bedarf der Erweiterung des Karlsgymnasiums abstimmen. Eine interne Erhebung hat bereits ergeben, dass bei einem 4,5 zügigen Gymnasium rund 1000 Quadratmeter Fläche fehlen würden für Unterrichtsräume, moderne Unterrichtsgestaltung und eine Pausenhalle/Aula. Beim 5 zügigen Gymnasium wären es sogar knapp 1500 Quadratmeter Fläche, die fehlt.

Für Roman Niederberger von der SPD eindeutig nicht das Verschulden der Landkreisverwaltung oder des Kreistages. "Für diese Fahrlässigkeit wurden die Weichen in München gestellt", konnte er sich den Seitenhieb auf die Bayerische Staatsregierung nicht verkneifen. Immerhin habe erst die Entscheidung der Wiedereinführung des G9 dafür gesorgt, dass die Generalsanierung des Karlsgymnasiums nach drei Jahren bereits überholt sei. Diese war auf die Anforderungen des G8 ausgelegt.

Entscheidung zu Karlsgymnasium-Erweiterung geht für Schulleiter in Ordnung

12,8 Millionen Euro wurden bis 2016 in die Generalsanierung des Karlsgymnasiums gesteckt. Von welcher Summe jetzt die Rede ist, konnte noch nicht gesagt werden. Zuerst müsse die Bedarfsermittlung mit der Regierung von Oberbayern abgestimmt werden. Dann steht die Klärung ins Haus, mit welcher Zügigkeit - also 4,5 oder 5 - das Landratsamt planen darf. Erst dann kann eine Machbarkeitsstudie für die Grundlagenermittlung einer Sanierung durchgeführt werden.

Inzwischen soll die Landkreis-Verwaltung die Kosten für die Planung und Umsetzung einer Interimslösung ab dem Schuljahr 2020/21 im Haushalt einplanen lassen. Diesem Vorschlag konnten alle anwesenden Kreistagsmitglieder zustimmen. Schulleiter Rainer Dickmann nickte Landrat Georg Grabner auf die Nachfrage "ob das so in Ordnung sei" zustimmend zu.

cz

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