Nach Kartoffel-Acker-Projekt nun Bewerbung als Umweltschule

Mittelschule St. Zeno landet beachtlichen Erfolg

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Die Ernte wurde in einem Anhänger gesammelt, die Sorte „Talent“ brachte den besten Ertrag.
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Bad Reichenhall - Einen beachtlichen Erfolg landete die Mittelschule St. Zeno mit ihrem Kartoffel-Acker-Projekt für mehr Nachhaltigkeit. Es ist jedoch nicht das erste Mal dass die Schule in dieser Hinsicht positiv auffällt. 

„Talent“ brachte den besten Ertrag, die Kartoffelsorte ermöglichte eine gute Ernte. „Mit Dünger wäre es natürlich weitaus besser gewesen“, sagt Bernhard Koch aus Anger. Aber das war nicht die Intention der Aktion von Mittelschul-Rektor Christian Schneider und seinen Schülern: „Nachhaltigkeit und Mehrwert lauteten unsere Ziele“ – und damit rannte er bei Bernhard Koch letztlich offene Türen ein. „Wir machen das ja in Anger auch“, so der biologische Landwirt, der die Aktion gern ehrenamtlich unterstützte. 

NebenSieger „Talent“ kam „Antonia“ zum Einsatz, sie wuchs nicht recht gut, landete nur auf Ertragsplatz 3. „Queen Anne“ holte Silber, ihre Ernte konnte als „ordentlich“ betitelt werden. „Wir haben hier wertvolle Erfahrungen gesammelt, was gut wächst und was nicht. Uns ging es aber nicht darum, möglichst viel aus dem Acker zu holen, sondern den Schülern zu zeigen, dass nichts von alleine wächst“, so Schneider. „Dazu war schon einiges an Arbeit nötig, wir sind schließlich Laien, keine Landwirte.“ Die Kinder raus in die Natur zu bringen und ihnen zu ermöglichen, am Ende das Ergebnis des eigenen Bemühens in Händen zu halten, war das Ziel – das wurde erreicht, allen machte das Projekt großen Spaß

Im Frühjahr setzten zwei Schulklassen mit rund 20 Kindern auf dem Karlsteiner Weitwiesen-Grundstück von Dr. Georg Bergmaier aus Nonn drei Kartoffelsorten in einem rund 2.000 Quadratmeter großen Acker. Rund 400 Kilo Setzlinge, die zuvor im Fahrradkeller der Schule keimen durften. Die Knollen wurden vom Landgroßhandel Wimmer aus Kirchanschöring bezogen, biologische Demeter-Ware, heimisches Saatgut aus der Biospährenregion. 

Nach einem guten Sommer stand nun die mit Spannung und Freude erwartete Ernte auf dem Programm. Die vergangenen gut vier Monate waren „höchst arbeitsintensiv“, wie Rektor Schneider mitteilt. „Wir waren hier oft im Einsatz, mit dem Einbringen der Setzlinge und in der Zwischenzeit bis zur Ernte mit Unkraut jäten und Kartoffelkäfer absammeln. Das hatte uns vor allem im Juni und Juli sehr beschäftigt, das Unkraut wucherte extrem“. 

Geerntet haben nun die 6. und die 9. Jahrgangsstufe, zwischendrin waren jedoch nahezu alle Schülerinnen und Schüler an der Langen Gasse beschäftigt, einmal sogar vier Tage die Woche. Die Aussaat war im Mai maschinell erfolgt, die Kinder bestückten die Maschine von Bernhard Koch und häufelten an. Bei der Ernte kamen nun rund 60 Schüler und Lehrkräfte zum Einsatz. Sie machten sich gemeinschaftlich ans Werk und sammelten – nachdem Bernhard Koch den Boden mit seinem nostalgischen roten Traktor aufgegraben hatte – auf, was der Acker hergab: Garantiert biologisch angebaute Ware, klein aber fein, intensiv im Geschmack. Diese sollte nun lichtdicht abgedeckt werden, empfahl Koch. Christian Schneider versicherte jedoch, dass sich seine Schüler rasch an die Verarbeitung machen würden: „Einen Teil der Ernte verschenken wir, einen Teil werden wir in der Schulküche verarbeiten und im Rahmen eines gemeinsamen Essens selbst verköstigen – als Erntedank-Aktion“.

Feld wird nun für Winterweizen genutzt

Das Projekt wird 2020 zudem als Bewerbung zur Umweltschule eingereicht. „Viermal nahmen wir daran bereits teil“, so Schneider. Jüngst erhielt die Mittelschule St. Zeno erneut das Prädikat, diesmal als Zwei-Sterne-Umweltschule – konkret für das Wildbienen-Projekt am Pulverturm sowie die Aktion „Nachhaltige, kunstofffreie Schulhefte“. Nächstes Jahr kommen schließlich das Kartoffelacker- und das Schulgarten-Projekt dazu. „Hier müssen wir immer abwägen, welche Anforderungen das initiierende Umweltministerium und der bewertende und prämierende Landesbund für Vogelschutz stellt“, so Schneider, der sich über den Erfolg der Aktion in Karlstein „sehr freut“. Unterstützung erfuhr die Aktion von der „Manpower“ der Stadtgärtnerei.

 Im Oktober soll das kleine Weitwiesen-Feld nun aber erst einmal „umbrochen“ und Winterweizen eingesetzt werden, der schließlich bis Juni 2020 wachsen darf. Das Kartoffel- Projekt findet derweil im schuleigenen Garten eine Fortsetzung im wesentlich kleineren Rahmen.

Hans-Joachim Bittner

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