Pressemitteilung Lebenswertes Bad Reichenhall e.V.

Jahresabschluß von Lebenswertes Bad Reichenhall

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v.li: Stadtrat Michael Nürbauer, Betriebsleiter KurGmbH Christian Braun, Vorsitzender Manfred Hofmeister, Stadtrat Guido Boguslawski

Bad Reichenhall - Auf reges Interesse stießen die Themen und Informationen des Vorsitzenden Manfred Hofmeister und des Betriebshof- und Kurgärtnereileiter der Kur-GmbH, Herr Christian Braun.

Zahlreiche Aktivitäten prägten das Jahr 2019. Der Verein (derzeit ca. 128 Mitglieder) setzt sich gem. Satzung für den Kurortcharakter von Bad Reichenhall ein, für landschaftsschonende Projekte sowie nachbarschaftsverträgliche Gewerbeansiedlungen. Anlaßbezogene Spendenaktionen sind möglich, wie in der Vergangenheit z.B. Hochwasserhilfe Freilassing oder Flüchtlingshilfe. Im April war die Pflanzaktion von acht Streuobstbäumen zum Erhalt alter Sorten am Schloßweiher in Marzoll besonders erfreulich. Mit der Teilnahme an der Jubiläumsaktion der Filiale der Sparkasse BGL in Weißbach gelang die Finanzierung des Projekts. Dank gilt dabei auch Herrn Martin Haberlander mit der Stadtgärtnerei für die tatkräftige Unterstützung der Pflanzaktion und der Betreuung der jungen Bäume. Im Mai gab es eine eindrucksvolle Bilderschau mit Musik von Dr. Thomas Spiethoff über die Städte Bad Kissingen und Bad Reichenhall. Der traditionelle Vereinsausflug führte dieses Jahr zum Unternehmen Grüne Erde ins Almtal bei Gmunden. Dort gab es sehr interessante Einblicke in eine nachhaltige handwerkliche Erzeugung hochwertiger Produkte und die sehr flexible auf Bedürfnisse der Arbeitnehmer zugeschnittene Personalpolitik des Unternehmens - über 60 verschiedene Arbeitszeitmodelle!


Der überparteiliche Verein entwickelt sich weiterhin sehr positiv und ist mit den stets aktuellen Themen zu einer wichtigen Plattform für Information und Bürgerinteressen im gesamten Stadtgebiet geworden.

Anwohner und Mitglieder bewegt nach wie vor die weitere Entwicklung von Türk-West. Nach Fertigstellung des Teils A mit der völlig überdimensionierten Logistikhalle blickt man sehr gespannt auf den Teil B.Dort gibt es massive Lärmbelästigungen nachts und an Feiertagen durch eine zu intensive Untervermietung. Der bisher noch gültige Bebauungsplan mit Grünflächen wird durch die laufenden Aktivitäten grob mißachtet. Dringend wurde wiederholt auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen hingewiesen. Die künftige Nutzung sollte ein Mischgebiet werden, so die Zusagen der Stadt. Trotz mehrfach protokollierter Meldungen von Verstößen in den vergangenen Monaten sind Besserungen in der Praxis nicht erkennbar.


Viele Anwohner warten nun gespannt, was dort geplant wird und fordern eine frühzeitige Beteiligung an den Plänen. Die viel zitierte Bürgernähe sollte gerade dort praktiziert werden. Anwohner fürchten wie in der Vergangenheit mit Tatsachen überfahren zu werden. Der Bereich Teil C kann erst nach Hochwasser Schutzmaßnahmen am Kohlerbach weiterentwickelt werden.

Türk-West: Hinweise und Fragen bringen keine Besserung der Lärmbelastungen

Die bisherigen Planungen zum Vollanschluß A8 am Walserberg zeigen Flächenfraß: Ein ca. 4 ha großer Lkw Parkplatz und ein sehr großer Kreisverkehr (ca. 100 m) würden Wald- und landwirtschaftliche Wiesenflächen zerstören. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Ein weiteres großes Thema ist derfehlende Lärmschutz entlang der Umgehungsstraße (B 20/21). In Deutschland sind die Grenzwerte so hoch, daß es nur punktuell gesetzliche Ansprüche gibt, z.B. Lärmschutzfenster. Entlang des Landratsamtes wird es eine erste Lärmschutzwand durch das Landratsamt geben. Die Stadt könnte sich hier bis zur Brücke über die Frühlingstraße anschließen. Untersuchungen dazu haben begonnen. Mit Interesse werden Untersuchungen zur Machbarkeit eines abschnittsweisen Lärmschutzes erwartet.

Mit Spannung sehen betroffene Anwohner im Poschengrund/Karlstein auf die Hochwasserberechnungen des Hammerbachs, um konkretere Grundlagen für erforderliche Maßnahmen bzw. Kosten zu kennen.

Für das charakteristische Ortsbild von Bad Reichenhall wird es weiter einer verstärkten Aufmerksamkeit bedürfen, daß eine Flachdach- und "Penthausarchitektur" Bad Reichenhall und seine Ortsteile nicht der Beliebigkeit preisgeben. Charakteristiken einer Stadt sind in der baulichen Weiterentwicklung zu stärken, nicht zu schwächen, so ein Grundsatz der Stadtplanung. Bad Reichenhall verfügt dazu über eine entsprechende Bauordnung und die Leitlinien der Alpinen Perlen geben eindeutige Vorgaben zu regionaltypischer Bauweise und dem Erhalt des charakteristischen Ortsbildes.

Auch andere Bereiche beschäftigen Mitglieder und Bürger im Stadtgebiet. Z.B. der Bebauungsplan an der Auenstraße, der mit maximaler risikobehafteter Planung letztlich gerichtlich gescheitert ist und einen Neubeginn erfordert. Die von Manfred Hofmeister vorgeschlagenen Sondierungsgespräche mit den Anwohnern wurden vom Oberbürgermeister abgelehnt und der Rechtsstreit mit entsprechenden Kosten für Anwohner und Stadt ausgefochten.

Der Stillstand beim Projekt Hofwirt und ehem. Deutsches Haus wird zunehmend hinterfragt. Trotz des großen Bemühens um den Beginn des ISEK ist der offizielle Start (Voraussetzung für städtebauliche Fördermittel) immer noch nicht erfolgt.

Auch die zunehmende Hochfrequenz-Belastung durch sog. Mobilfunk-„Mikrozellen“ in der Fußgängerzone muß für die Gesundheitsstadt ein Thema sein. Diese Sender müssen auf 2,30m Höhe installiert werden, um die ohnehin viel zu hohen Grenzwerte für Passanten im Nahfeld nicht zu überschreiten.

Fazit: Der Verein begleitet mit großem Interesse und Engagement die weiteren Schritte in der Stadtentwicklung. Hier geht es nicht um Verhinderung, sondern um eine optimale nachbarschaftsverträgliche Nutzung knapper Gewerbeflächen mit möglichst hoher Wertschöpfung. Ziel bleibt ein Lebenswertes Bad Reichenhall.

Im Anschluß informierte Herr Christian Braun, Betriebshof- und Kurgärtnereileiter der Kur-GmbH, über seinen Aufgabenbereich. Deutlich wurden die vielfältigen Aufgaben der Kurgärtnerei. Die Therme ist ein eigenständiger Betriebsbereich. Auch in Bayerisch Gmain werden Flächen betreut (z.B. Bergkurgarten, Mais-Wanderweg). Zentrale Elemente in Bad Reichenhall sind der Kurgarten mit Kurhaus und Gradierwerk, der Erholungsbereich Wald in der Nonner Au. Herr Braun gab sehr interessante Einblicke in Funktion und Organisation. Eine enorme Arbeit leisten Verantwortliche mit allen Mitarbeitern bei Sonderveranstaltungen wie z.B. bei der Kurgartenbeleuchtung mit echten Kerzen! Besonders hervorzuheben ist die Kurgärtnerei als Ausbildungsbetrieb für derzeit 6 Lehrlinge im Beruf des Zierpflanzgärtners, ein sehr gefragter Beruf. Der Betrieb in Bad Reichenhall ist der einzige von allen Staatsbädern in Bayern, der selbst Pflanzen züchtet und nicht bei Großanbietern kauft. Durch gute Organisation, Kompetenz und hohe Motivation der Mitarbeiter gelingt es, die Kosten im Vergleich zu Ankauf bei anderen Erzeugern niedriger zu halten. Zugleich wird dadurch für die Anlagen der Kurstadt eine größere Artenvielfalt und deutlich bessere künstlerische Gestaltung der Gartenflächen ermöglicht. Zahlreiche Fragen wurden sehr kompetent beantwortet. Die Teilnehmer waren sich einig auch als „alte“ Reichenhaller heute durch diesen Vortrag wieder etwas dazu gelernt zu haben.

Abschließend bedankte sich der Vorsitzende Manfred Hofmeister bei Herrn Christian Braun mit einem kleinen Präsent. Ebenso erhielt die Schriftführerin des Vereins Frau Sylvia Hoyer für ihre umfangreiche und stets vorbildliche Arbeit zum Wohle des Vereins ein Geschenk.

Pressemitteilung Lebenswertes Bad Reichenhall e.V.

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