Für die Entdeckung des „Reichenhaller Reinheitsgebots“  ausgezeichnet

„Goldene BierIdee 2017“

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Dr. Johannes Lang (rechts) erhält die „Goldene BierIdee 2017“ aus den Händen von Christoph Graschberger, Bräu zu Bad Reichenhall

Bad Reichenhall - Es ist nicht ungewöhnlich, dass zwischen einer historisch bedeutsamen Erfindung oder Weichenstellung und deren gebührender öffentlicher Würdigung geraume Zeit verstreicht.

Ganze 524 Jahre hat es indes gedauert, bis der inzwischen als „Reichenhaller Reinheitsgebot“ bekannt gewordenen Bierverordnung diese Ehre zuteilwerden konnte.

Das lag aber vor allem daran, dass man bis vor kurzem einfach nicht wusste, dass die alte Salinenstadt Reichenhall bereits seit 1493 über eine eigene Bierordnung verfügte, die jeden Brauer in die Pflicht nahm.

Dort hieß es unter anderem sehr dezidiert: „Ein jeder Brauer soll gemäß dem Eid, den er geschworen hat, nichts anderes für das Bier gebrauchen als gut beschautes und sachgerecht hergestelltes Malz, Wasser und Hopfen.“

Jetzt erhielt der Bad Reichenhaller Stadtheimatpfleger Dr. Johannes Lang die Auszeichnung „Goldene BierIdee 2017“. Damit würdigte der Bayerische Brauerbund Langs Entdeckung des Reichenhaller Reinheitsgebots von 1493, das 2016 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und vor allem in der Fachwelt mit großem Interesse aufgenommen worden war.

Im Bayerischen Hauptstaatsarchiv war Dr. Johannes Lang auf die Urkunde aufmerksam geworden, hatte ihre Bedeutung für die Entstehung eines gesamtbayerischen Reinheitsgebots erkannt und beschrieben.

Die Bierordnung, die der Wittelsbacher Herzog Georg von Bayern-Landshut, genannt „der Reiche“, am 07. Februar 1493 für Reichenhall erlassen hatte, regelte neben den zu verwendenden Rohstoffen unter anderem auch deren strenge Qualitätskontrollen, die Besteuerung des Bieres sowie die Festsetzung des Bierpreises in der Stadt.

Ausschnitt aus dem „Reichenhaller Reinheitsgebot“ von 1493 mit dem Hinweis auf die alleinige Verwendung von Malz, Wasser und Hopfen zur Herstellung von Bier

Die jährlich gemeinsam vom Bayerischen Brauerbund und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Bayern verliehene Auszeichnung der „Goldenen BierIdee“ richtet sich an Firmen, Institutionen, Vereine und Personen, die sich in besonderer Weise um den Stellenwert des Bayerischen Bieres verdient gemacht haben.

In seiner Laudatio verwies Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, auf die Detailgenauigkeit des Reichenhaller Reinheitsgebots, das zu den genauesten Getränkeverordnungen dieser Zeit überhaupt zu zählen ist.

Neben der Besonderheit, dass sich die Inhalte des Reichenhaller Reinheitsgebots von 1493 mit der modernen Deutung des Bayerischen Reinheitsgebots von 1516 decken, nennt die Reichenhaller Verordnung sogar die Bierhefe. Damit erscheint das Reichenhaller Reinheitsgebot auch unter modernen Gesichtspunkten als eine sehr fortschrittliche und bis zum heutigen Tag aktuelle Verordnung.

Da Dr. Lang bei der Verleihung in München persönlich nicht anwesend sein konnte, nahm der Bräu der Privaten Alpenbrauerei Bürgerbräu Bad Reichenhall, Christoph Graschberger, die Auszeichnung stellvertretend für ihn entgegen. Nun überreichte der Brauereichef dem Stadtheimatpfleger diese besondere Ehrung im Rahmen einer kleinen Feierstunde in Bad Reichenhall.

Dabei betonte er nachdrücklich, dass diese verdiente Würdigung der Leistung von Dr. Lang mit der „Goldenen BierIdee“ auch belege, welch herausragende Bedeutung dem Qualitätsbier in Reichenhall seit jeher beigemessen wurde.

Und für seine Private Alpenbrauerei Bürgerbräu, deren Anfänge bis ins Jahr 1494 dokumentiert sind, gälte es nun umso mehr, als einzige bestehende Bad Reichenhaller Brauerei dieses Erbe zu pflegen und zu bewahren. Es sei für ihn und sein Team Ansporn und Verpflichtung zugleich, diese über 500-jährige Bier- und Braukultur aufrecht zu erhalten.

Pressemitteilung Private Alpenbrauerei Bürgerbräu Bad Reichenhall August Röhm & Söhne KG

Zurück zur Übersicht: Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser