Klares Ja der Stadträte

Nonner Rampe: Entscheidung im Stadtrat

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Fotomontage des geplanten Kraftwerks an der Nonner Rampe. Das Gefälle wird 2,80 Meter betragen.
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Bad Reichenhall - Die Bevölkerung ist gespalten, nun war der Stadtrat an der Reihe: Soll die Stadt in das Genehmigungsverfahren zum Wasserkraftwerk an der Nonner Rampe einsteigen?

"Auch wenn wir heute nur formal entscheiden, ob wir ins Genehmigungsverfahren gehen, wird das ein Grundsatzbeschluss" - mit diesen einleitenden Worten machte Oberbürgermeister Lackner den Stadträten am Dienstag klar worum es geht: Ja oder Nein zum Wasserkraftwerk an der Nonner Rampe. Bereits bei einer Bürgerversammlung im Juli zeigte sich, dass auch die Bad Reichenhaller in dieser Frage gespalten sind.

Man erhofft sich Strom für 2000 Haushalte

Worum geht's? Stadtwerke und die staatlichen Bayerischen Landeskraftwerke wollen an der Saalach, genauer gesagt an der Nonner Rampe, ein Wasserkraftwerk bauen. In etwa drei Jahren soll das Kraftwerk stehen, die Kosten liegen bei veranschlagten acht Millionen Euro. Man erhofft sich, aus dem Saalachwasser rund fünf Millionen Kilowattstunden jährlich ziehen zu können - etwa 2000 Haushalte in der Kurstadt könnten so mit Energie versorgt werden. Die Reichenhaller selbst könnten sich mit 1000 bis 5000 Euro am Kraftwerk beteiligen, rund fünf Prozent Rendite erhofft man sich vom sogenannten Bürgerkraftwerk.

Auch viele Stadträte erkannten in der Sitzung am Dienstag sowohl ein Für als auch ein Wider: "Es ist natürlich positiv, dass wir so vor Ort Energie gewinnen könnten. Und ich bin auch stolz auf die Reichenhaller Wasserkraft. Aber schon das Werk in Kibling war eine riesige Naturzerstörung und hätte so nicht gebaut werden dürfen. Und man kann nicht sagen, dass das ein ökologisches Wasserkraftwerk wird - man kann nur versuchen, die Schäden zu verringern. Auch was die Rentabilität betrifft, habe ich so meine Bedenken", fasste beispielsweise Wolf Guglhör seinen Standpunkt zusammen.

"Das ist Tierquälerei!"

Naturschützer und Fischer befürchten außerdem, dass vor allem kleine Fische durch die Turbinen des Kraftwerks "angesaugt" werden könnten - trotz einem Rechen, der eigens vor dem Werk angebracht werden soll. "Das ist Tierquälerei! Ginge es um Hunde oder Katzen gäbe es einen Aufschrei von hier bis nach Berlin", meinte Stadtrat Michael Nürbauer. Doch die Kritiker waren letztlich in der Minderheit.

"Jeder Einstieg in den Ausstieg aus der Atomenergie bringt Bauwerke mit sich", so beispielsweise Werner Huber. Mit 20:5 Stimmen sprach sich der Stadtrat schließlich dafür aus, das Projekt "Wasserkraftwerk Nonner Rampe" weiterzuverfolgen und in das Genehmigungsverfahren einzusteigen. Das Verfahren kostet aber in jedem Fall 100.000 Euro - egal ob das Kraftwerk schließlich gebaut wird, oder nicht.

xe

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