Zum Volkstrauertag nach Westflandern

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Reichenhaller Gebirgsjäger bei der Kranzniederlegung auf dem Soldatenfriedhof in Vladslo vor dem „Trauernden Elternpaar“ von Käthe Kollwitz.

Bad Reichenhall - Vom 11. bis 15. November fand eine einwöchige Ausbildungsfahrt für den Führungsnachwuchs des Gebirgsjägerbataillons nach Belgien statt.

Dabei besuchten die „Reichenhaller Jager“ ihre Kameraden aus dem belgischen Patenbataillon „Carabiniers Prins Boudewijn-Grenadiers“, besichtigten einen Soldatenfriedhof und bildeten sich im EU-Parlament in Brüssel weiter. Nachdem die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 231 von ihrem Patenbataillon am Tag der Ankunft in der beeindruckenden Traditionshalle der Carabiniers Prins Boudewijn-Grenadiers in Empfang genommen wurden, ging es am nächsten Tag nach Zonnebeke in das Dokumentationszentrum „Passchendaele 1917“.

Hier zeugen historische Reliquien von den Kampfbedingungen und Kampfweisen zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Im weiteren Verlauf des Tages fand eine Besichtigung des deutschen Soldatenfriedhofs in Vladslo mit anschließender Kranzniederlegung durch die Gebirgsjäger im Vorgriff auf den Volkstrauertag statt.

Der darauffolgende Tag beinhaltete einen Besuch der Stadt Brüssel und stand somit vor allem im Zeichen der Europäischen Union. Zunächst erfolgte ein Vortrag zu den Aufgaben und Entscheidungsprozessen der Europäischen Union in der Königlichen Militärakademie. Nach einer Besichtigung des EU-Parlaments im Zentrum Brüssels bildete ein Gespräch mit dem MdEP Wolfgang Kreissl-Dörfler (SPD) den Höhepunkt des Tages. Dabei wurden vor allem der zukünftige Einsatz der europäischen Krisenreaktionskräfte, die weiteren politischen Initiativen in der Balkanregion und die Flüchtlingsproblematik in Europa diskutiert.

Den Abschluss der abwechslungsreichen Ausbildungsfahrt bildete ein ganztägiger Einblick in das Schießausbildungskonzept der Belgischen Armee. Durch die erfahrensten belgischen Schießausbilder wurden dabei neue Schießkonzepte für die einsatzvorbereitende Ausbildung vorgestellt.

Im Anschluss konnten die Gebirgsjäger selbst bei einem Nahbereichsschießen im Orts- und Häuserkampf teilnehmen. Neben der politischen Weiterbildung diente die Ausbildungsfahrt auch dem Erfahrungsaustausch bezüglich zukünftiger Einsätze der europäischen Krisenreaktionskräfte.

Das belgische Patenbataillon hat ab der zweiten Jahreshälfte 2014 den Auftrag den Infanterieverband der europäischen Krisenreaktionskräfte zu stellen. Im Rahmen eines Vortrages konnte Oberstleutnant Oskar Baumeister fundierte Erfahrungswerte des Gebirgsjägerbataillons 231 an die belgischen Kameraden weitergeben, da die „Reichenhaller Jager“ den gleichen Auftrag im Jahr 2012 erfüllten.

Oberstleutnant Oskar Baumeister bedankte sich im Namen aller Kameraden bei den belgischen Soldaten für die exzellente Vorbereitung des Programms und die herzliche Betreuung während der gesamten Woche. Das nächste Zusammentreffen der Patenbataillone findet bereits am Anfang des nächsten Jahres statt, wo in Bad Reichenhall der erste Teil der Feierlichkeiten anlässlich der 50 Jahre währenden Patenschaft der beiden Verbände begangen wird.

Pressemitteilung Gebirgsjägerbataillon 231

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