Pressemitteilung Deutsches Einsatzkontingent MINUSMA

Gebirgsjäger in Mali - Hälfte des Einsatzes ist rum

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Soldaten im Gespräch mit der Bevölkerung in Gao

Bad Reichenhall/Gao -  Die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 und der Gebirgsjägerbrigade 23 haben von ihren gesamt 180 Tagen in Afrika die Hälfte bereits geschafft. Ab jetzt wird rückwärts gezählt!

Als sich Ende März die Busse auf den Weg nach Köln gemacht haben, war die Spannung groß.Was wird die Soldaten des Berchtesgadener Landes in Mali erwarten? Der Flug bis in die Hauptstadt des Landes war der erste Schritt auf der Reise in das ferne Land. Am kommenden Tag wurde dann mit kleineren Flugzeugen von Bamako aus weiter bis nach Gao geflogen. Gemeinsam mit ihren multinationalen Partnern verrichten dort rund 750 deutsche Soldatinnen und Soldaten im sogenannten "Camp Castor" ihren Dienst.

Der Auftrag

Der Auftrag ist klar. Als Teil der Blauhelmmission der Vereinten Nationen ist Deutschland eine der 53 Nationen innerhalb der Mission MINUSMA. Ziel ist es, die Waffenruhevereinbarung und vertrauensbildende Maßnahmen zwischen den Konfliktparteien in Mali zu unterstützen. Das deutsche Einsatzkontingent trägt durch seine Operationen und Bewegungen im Land zum Gesamtlagebild bei, ist eine Säule der zivil-militärischen Zusammenarbeit, stellt den Lufttransport inklusive Verwundetentransport sicher und bei Bedarf auch die Luftbetankung französischer Kräfte.

Rundum Sorglos-Paket

Doch zurück zu den Soldaten des Berchtesgadener Landes. Das Camp liegt am Rande der Stadt Gao. Die Wege gleichen Sandpisten und geschlafen wird in gepanzerten Containern. Auch die Arbeitsbereiche sind in Containern und Zelten untergebracht. Eine Camprunde ist circa fünf Kilometer lang, sodass der eine oder andere seine Sporteinheit joggend im Camp ablegt; natürlich am Morgen, wo die Temperaturen mit knapp über 30 Grad Celsius noch erträglich sind. Die weiteren Möglichkeiten für Sport sind groß. Zwei große Zelte bieten für Kraft- oder Ausdauertraining Platz für Jedermann. Wer es ein bisschen wärmer möchte, kann auch im Außenbereich trainieren. Die Mahlzeiten werden in dem großen gemeinsamen Speisesaal eingenommen, die Wäsche wird abgegeben und kann nach zwei Tagen sauber zurückempfangen werden. Also kurz gesagt "ein rundum Sorglos-Paket".

Was sich so nach Urlaub anhört ist jedoch nur der Rahmen der geschaffen wird, um den eigentlichen Auftrag wahrzunehmen.

"Struber Jager"

Schwitzen bei 50 Grad Celsius auf der Patrouille durch Gao, das ist der Alltag der "Struber Jager". Die Soldaten fahren täglich mit ihren geschützten Fahrzeugen aus dem Camp und suchen den Kontakt zur Bevölkerung. Sie zeigen durch ihre Anwesenheit Präsenz und können so die Sicherheit in der Stadt erhöhen und das Stimmungsbild der Bevölkerung wahrnehmen.

Gemeinsam mit den Gebirgsaufklärern aus Füssen werden Operationen in weiter entfernten Ortschaften unternommen; gerne auch mal mehrere Tage am Stück. Da heißt es dann "Leben unter freiem Himmel in der Wüste".

Roter Sand

Die Landschaft Malis ist geprägt durch roten Sand. Die Straßen sind Sandpisten und nur ab und an ist etwas Grün zu sehen. Die gleißende Sonne ist nicht nur für das Material eine Herausforderung.Nahe am Äquator machen Temperaturen, vor allem aber die immens hohe Luftfeuchtigkeit an so manchen Tagen jede Bewegung anstrengend. So sind es die über 15 kg schwere Schutzweste, das überlebensnotwendige Wasser und die restliche Ausrüstung, die von den Gebirgsjägern alles abverlangen, wenn sie sich zu Fuß durch Gao und Umgebung bewegen.

Bayrische Kultur in Afrika

An den Abenden lassen die Soldatinnen und Soldaten bei Tischtennis, Kicker, Schach und Co. die Tage Revue passieren. Die Möglichkeiten sind begrenzt und so wird das angebotene Abendprogramm, wie Film- und Bingoabende, gerne genutzt.

Das Bergfest mit traditionell bayrischen Spielen und Aufgaben soll die Verbindung nach Hause deutlich machen und ein bisschen Heimat in den Einsatz bringen. So stellte man mit vereinten Kräften auch am 1. Mai ganz traditionell einen Maibaum auf und brachte auch in Afrika den Soldaten aus anderen Truppenteilen Deutschlands die bayrische Kultur näher.

Die Zeit bis zur Rückkehr Ende Oktober, vor allem mit der bevorstehenden Regenzeit, ist noch lange und so wird den Soldatinnen und Soldaten mit ein bisschen Heimat die Zeit verschönert. Die Verbindung nach Hause steht dank Internet, jedem Soldaten wird WLAN zur Verfügung gestellt. Die Stimmung ist gut und es freuen sich alle Ende Oktober wieder im Berchtesgadener Land zurück zu sein.

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