Gebirgsfernmelder im letzten Gefecht

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Hauptmann Florian Kastl (links) weist seinem Soldaten Ziele zu

Bad Reichenhall - Vor der Auflösung 2014 wurde vom 4. bis 11. November bei Sonnenschein, Sturm und Schnee auf dem Truppenübungsplatz geschossen und geübt.

Der erste Schießtag

Nach Erreichen des Übungsplatzes und Beziehen der Unterkünfte erwarteten die Soldaten am ersten Schiesstag zwei einfache Verteidigungsschießen bei Tag und Nacht, um sich an die Situation Übungsplatz zu gewöhnen. Geplant und durchgeführt von der 1. und 2. Kompanie, hatten die Soldaten den Auftrag eine Patrouille zu Fuß im nahen Verantwortungsbereich durchzuführen.

An einer Waldkante angelangt, wurden die Soldaten dann beschossen und mussten den Feuerkampf mit dem Feind aufnehmen. Obwohl viele junge Soldaten zum ersten Mal ein Gefechtsschießen auf einem Truppenübungsplatz erlebten, konnten die verschiedenen Gruppen, angeleitet durch erfahrene Kameraden, diese erste Aufgabe sehr gut bestehen.

Als dann die Dunkelheit hereinbrach, begann das Nachtschießen: Auftrag war es hier, einen festen Checkpoint zu verteidigen, welcher von feindlichen Kräften angegriffen wurde. Mit Hilfe von Nachtsichtgeräten wurde der Feind abgewehrt und somit auch dieser Abschnitt gemeistert. Die Soldaten waren sichtlich beeindruckt von den Möglichkeiten, mit dieser Technologie im Dunklen handlungsfähig zu bleiben.

Ausbildungen und explosive Erlebnisse

Neben dem Üben auf den Schießbahnen nutzte das Gebirgsfernmeldebataillon den Übungsplatz für Ausbildungen auf den vorhandenen, speziellen Anlagen. Die Abteilung Einsatz der Gebirgsjägerbrigade 23, welche in Auslandseinsätzen die Ausbildung der örtlichen Militärkräfte übernimmt, nahm ebenfalls mit einer Abordnung an dem Truppenübungsplatzaufenthalt teil und führte ein Schießen mit der Granatpistole durch.

Sichtlich beeindruckt sprachen die Soldaten noch Tage später vom unerwartet heftigen Rückstoß der Waffe. Ebenfalls genutzt wurde das Übungsgelände für Selbstschutzausbildung. Hier konnten die Soldaten nicht nur etwas für den Dienst sondern auch für das Leben lernen.

Am Brandhaus und am Trümmerhaus lernten die Soldaten, wie sie brennende oder eingestürzte Gebäude betreten und Menschen daraus retten, sie erlernten den Umgang mit verschiedenen Rettungswerkzeugen, wie man Brände löscht oder brennenden Personen hilft und wie man einsturzgefährdete Gebäude baulich absichert.

Ein Highlight der Woche war sicherlich das Belehrungssprengen. Hierbei wurden den Soldaten die Arten und Wirkungen von Sprengmitteln erklärt und gezeigt. Die herbeigeführten Explosionen reichten von einfachen Sprengkapseln bis zu 500g Plastiksprengstoff PETN. Die von vielen erwartete Explosion mit Feuerball a là Hollywood blieb allerdings aus und die Soldaten wurden vom Kampfmittelbeseitiger, Hauptfeldwebel L., auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Das Gebirgsfernmeldebataillon beim Üben

Komplexes Szenario als Höhepunkt

Höhepunkt des Truppenübungsplatzaufenthaltes war ein komplexes Schießen, ausgerichtet von der 3. und 4. Kompanie. Auftrag war es, mit drei Transportpanzern Fuchs eine Patrouille durchzuführen und dabei in Dörfern und Bauernhöfen auf der Schießbahn Gesprächsaufklärung mit Einheimischen zu betreiben. Ausgestattet mit einem G36 für jeden Soldaten, vier Maschinengewehren, Granatpistolen, Signalpistolen und jeder Menge Munition machten sich die Gruppen auf den Weg.

Im ersten Dorf war die Anspannung bereits spürbar, aber es kam zu keinem Feindkontakt. Erst an einem Bauernhof, nach einem kurzen Gespräch mit dem Besitzer, wurde die Patrouille angegriffen und musste sich gegen die in dem Gebiet aufgeklärten Feindkräfte zur Wehr setzen. Nach erfolgreichem Zurückschlagen des Feindes wurde die Fahrzeuggruppe auf dem Rückweg ins Lager noch durch eine improvisierte Sprengladung, eine sogenannte IED, angesprengt.

Erwartete Reaktion war dabei ein Durchbrechen der Fahrzeuge zurück zum Stützpunkt. Nach Einbruch der Dunkelheit blieb das Szenario dasselbe, mit der Erschwernis noch zusätzlich mit den Nachtsichtgeräten umgehen zu müssen. Diesmal wurde die Gruppe bereits im ersten Dorf angegriffen und wehrte die Attacken des antretenden Feindes erfolgreich ab. Die hohen physischen und psychischen Anforderungen dieses Schießens, das für einige erst nach 2 Uhr morgens endete, waren den Soldaten noch am nächsten Tag anzusehen.

Eine Woche Truppenübungsplatz

Auch wenn es für das Gebirgsfernmeldebataillon 210 der letzte Übungsplatzaufenthalt in dieser Zusammensetzung war, bevor Mitte 2014 die Auflösung beginnt, werden viele Soldaten die Erfahrungen doch in ihren neuen Einheiten nutzen können und im Auslandseinsatz zu schätzen wissen.

Neben der Erhöhung der infanteristischen Grundfertigkeiten der Soldaten des Gebirgsfernmeldebataillons 210 haben die Kompanien die Gelegenheit genutzt den Korpsgeist und das Zusammengehörigkeitsgefühl im Bataillon weiter zu stärken. Durch gemeinsame Erlebnisse und Veranstaltungen gelang dies und ermöglicht so dem Bataillon den Herausforderungen der Zukunft mutig entgegenzutreten.

Pressemitteilung Gebirgsfernmeldebataillon 2013 Bad Reichenhall

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