Michaela Kaniber besucht Bundeswehr‐Dienstleistungszentrum (BwDLZ) Bad Reichenhall

Bundeswehr-Standort wächst

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(von links) Christian Angerer, Eva Dietl, Michaela Kaniber, Alfons Lermer, Andreas Kleß

Bad Reichenhall - Die Bundeswehr-Standorte im Berchtesgadener Land gehören zu den belegungsstärksten in ganz Deutschland. 3688 Soldaten und zivile Mitarbeiter sind dort derzeit beschäftigt, letztere davon hauptsächlich im Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) Bad Reichenhall.

Über deren Aufgaben, die Wohnraumsituation der Soldaten und Angestellten, sowie anstehende Baumaßnahmen informierte sich Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber (CSU) vor Ort.

Dienstleister für die Truppen auch im Ausland

„Das BwDLZ ist Service-Dienstleister für die Truppe in weiten Teilen Südost-Oberbayerns“, so Dienststellenleiter Alfons Lermer. „Das heißt, Kernaufgabe des Zentrums ist es, alles Nötige bereitzuhalten, damit das militärische Personal arbeiten kann – auch für den Auslandseinsatz.“

Die 1956 gegründete Standortverwaltung Bad Reichenhall war in den vergangenen Jahrzehnten zunächst gewachsen, ist dann aber abgebaut worden. Einschneidend waren etwa die Schließung der Kaserne in Traunstein 1999, sowie die Privatisierung von Bekleidung, Fuhrpark und Verpflegung.

2011 markiert die Trendwende  mit der Neuausrichtung der Bundeswehr. Im vorigen Jahr kaufte der Bund die Bekleidungsgesellschaft wieder zurück. „So wie es jetzt läuft, funktioniert es hervorragend“, sagt Lermer. „Wir wachsen wieder.“

Mehr regionale Lebensmittel

Auch die Verpflegung der Truppen übernimmt die Bundeswehr wieder selbst. Der Bedarf wird bis zu zehn Prozent mit regionalen Produkten gedeckt.

Überwiegend greift man auf vorgefertigte Produkte zurück, mit denen das Verpflegungsamt der Bundeswehr in Oldenburg alle deutschen Standorte beliefert. Was zum Beispiel dazu führt, dass in der Hochstaufen-Kaserne Milchprodukte aus ganz Deutschland serviert werden.

Ein Punkt, bei dem Michaela Kaniber energisch anregt, nachzubessern. „Der Trend geht eindeutig in Richtung regionale Versorgung. Lebensmittel aus unserer Region haben die beste Qualität. Die Bundeswehr sollte Möglichkeiten für den regionalen Einkauf schaffen und Vorbild sein.“

Einen entsprechenden Antrag der CSU-Fraktion habe es bereits im Landwirtschaftsausschuss gegeben. Darin regen die Unterzeichner die Staatsregierung an, Möglichkeiten zu ergreifen, damit öffentliche Einrichtungen verstärkt regionale Lebensmittel verwenden. Der Antrag wurde zwar kritisch begleitet, so Kaniber, „aber wir werden in der Sache nicht nachlassen“, versichert sie.

Sozialdienst wird immer wichtiger

Auch was die Sozialdienste angeht, sieht Kaniber Handlungsbedarf. Im „Haus der Betreuung“ in der Hochstaufenkaserne kümmert man sich um sämtliche persönliche Belange der Soldaten.

Dort erfolgt auch die Vor- und Nachbereitung der Einsätze und die psychologische Betreuung. Ein wichtiger Bereich im BwDLZ, der laut Personalmanagerin Eva Dietl verstärkt werden sollte  – gerade auch wegen der steigenden Zahl der Auslandseinsätze.

Michaela Kaniber sieht das genauso: „Wir müssen unsere Soldaten perfekt unterstützen und ihre Psyche und Motivation im Auge haben.“

Die Einsätze im Landesinneren werden immer mehr– zum Beispiel waren bei der Flüchtlingswelle Bundeswehrsoldaten eingesetzt. „Wir sollten uns im Landtag darüber Gedanken machen, wie man den Bund auffordern könnte, mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.“

Es fehlen bezahlbare Wohnungen

Die zunehmende Wohnraumknappheit betrifft auch das BwDLZ. Gerade an familienfreundlichen und bezahlbaren Wohnungen für Soldaten und ihre Familien fehlt es im Berchtesgadener Land.

Die Gebirgsjägerbataillone gehören zu den beliebtesten, ein Zuwachs der Truppe an den Standorten Bad Reichenhall und Bischofswiesen ist außerdem geplant – was die Situation am Wohnungsmarkt in naher Zukunft weiter verschärfen wird. „Wir stellen uns sehr deutlich auf die Situation ein“, so Michaela Kaniber. Im Rahmen des Wohnungspakts Bayern wird der Freistaat 28.000 neue Mietwohnungen finanzieren und fördern. Hierfür stehen bis 2019 rund 2,6 Milliarden Euro bereit. Außerdem sollen Investitionshemmnisse abgebaut werden. „Es ist nur eine Frage der Kommunen und deren Möglichkeiten.“

Baumaßnahmen für 30 Millionen Euro

Erfreut zeigte sich die Landtagsabgeordnete von der hohen Investitionsbereitschaft der Bundeswehr: Ca. 30 Millionen Euro wird die Bundeswehr bis 2022 in Baumaßnahmen in der Hochstaufenkaserne investieren.

Unter anderem in die Erneuerung der Zufahrt und der Unterkünfte. Auch der Neubau einer Turnhalle und die Modernisierung der Werkhallen und Ausbildungsbereiche sind in den nächsten fünf Jahren geplant.

Die Bundeswehr wird außerdem den Schießplatz in Bischofswiesen erneuern, inklusive umfangreicher Lärm- und Umweltschutzmaßnahmen.

Pressemitteilung Abgeordnetenbüro Michaela Kaniber (MdL)

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