Moderate Erhöhung der Eintrittspreise

Ein Euro mehr für Rupertus Therme ab 1. Juli

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Die Eintrittspreise in das Familienbad bleiben unverändert, der Stadtrat hatte hier eine Erhöhung abgelehnt. Die Preise für die Therme werden um 50 Cent bis einem Euro erhöht.

Bad Reichenhall - Ab dem 1. Juli verteuert sich der Eintritt in die Rupertus Therme um einen Euro. Der Eintritt in das Familienbad bleibt jedoch unverändert.

Ab 1. Juli 2015 verteuert sich der Eintritt in die Rupertus Therme, die Tageskarte für Erwachsene kostet statt 21 Euro dann 22 Euro, die Vier-Stunden-Karte 18,50 Euro statt bisher 18. Beschlossen haben diese Erhöhung die Eigentümer der Therme. Unverändert bleiben die Eintrittspreise beim Familienbad, hier hat der Stadtrat ein Mitspracherecht und eine Anpassung abgelehnt.

Thermen-Geschäftsführer Dirk Sasse reagiert auch auf den anhaltenden Wunsch nach einer Art Einheimischen-Tarif. „Wir haben für das Familienbad eine Familienkarte, die mit einem Rabatt von fast 50 Prozent weit mehr bringt als jeder Einheimischen-Rabatt, der nach EU-Richtlinien ohnehin nicht zugelassen ist“. Die Familienkarte für zwei Erwachsene und drei Kinder kostet 25 Euro für drei Stunden, also pro Person fünf Euro, für den ganzen Tag 31 Euro.

Auch wenn der neue Preis für eine Tageskarte von 22 Euro im Vergleich zu österreichischen Thermen noch günstig erscheint, ist er vielen Einheimischen doch zu hoch, vor allem in Sozialen Netzwerken fordern viele immer wieder einen„Einheimischen-Tarif“, den es in Österreich trotz EU-Richtlinie gibt.

Sasse lehnt das ab. „Das ist gegen das EU-Recht und wir mit unseren drei staatlichen Eigentümern müssen uns an die Gesetze halten“. Alle Einheimischen-Tarife in Österreich würden zudem bereits beim Europäischen Gerichtshof liegen und spätestens dort einkassiert.

Familienkarte mit 50 Prozent Rabatt

Wie in allen Thermen hat auch die Rupertus Therme unterschiedlichste Preise für unterschiedliche Zielgruppen, zudem zwei Preisklassen, eines für die Therme und eines für das Familienbad. Speziell das Familienbad als eine Art Ersatz für das Schwimmbad an der Münchner Allee hat mit der Familienkarte für 25 Euro ein Angebot, „das besser ist als jeder Einheimischen-Tarif“, sagt Sasse.

Diese Karte gilt für drei Stunden im Familienbad für zwei Erwachsene und maximal drei Kinder, „das sind nur fünf Euro pro Person“. Die Tageskarte kostet 31 Euro, ebenfalls für fünf Personen. Die Kritik, dass sich Einheimische auch das Familienbad nicht leisten könnten lässt Sasse daher nicht gelten. „Es gibt zum Beispiel auch eine Frühkarte und eine Abendkarte für jeweils fünf Euro, die ist für alle interessant, die nicht länger als zwei Stunden Schwimmen wollen“.

Die Eintrittspreise in das Familienbad bleiben unverändert, der Stadtrat hatte hier eine Erhöhung abgelehnt. Die Preise für die Therme werden um 50 Cent bis einem Euro erhöht.

Diskussionen rund um Eintrittspreise gibt es in allen Thermen, die Grundfrage ist, muss eine Therme Gewinne erwirtschaften, oder nur die Kosten decken, oder Sozialtarife anbieten? „Der Auftrag unserer Eigentümer ist es, die Verluste zu reduzieren“, erklärt Kurdirektorin Gabriella Squarra.

Auch bei einem Netto-Umsatz von 9,4 Millionen Euro 2014 verbleibt nach Abzug der Betriebskosten und den Abschreibungen ein Verlust, den der Freistaat, sowie Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain Jahr für Jahr abdecken. Dieser staatliche Zuschuss von zwei Millionen Euro vor zehn Jahren hat sich auf zuletzt 256.000 Euro verringert.

„Diese Verluste haben auch mit den niedrigen Preisen für Schüler und Vereine zu tun, die politisch gewollt sind“, so Sasse. „Die drei öffentlichen Geldgeber wollen aber ihre Zuschüsse weiter reduzieren, trotzdem müssen wir die Leistung bringen, die unsere Kunden gewohnt sind“, präzisiert Squarra, „eine moderate Preiserhöhung ist daher die einzige Möglichkeit“.

Die von vielen Einheimischen gewünschten „erschwinglichen Preise“ würde es ohnehin geben, „die Kommune steuert die Höhe des Eintrittspreises für Schüler, Vereine, Bundeswehr und viele mehr, das alles sind eigentlich subventionierte Einheimischen-Tarife“, so die Kurdirektorin.

Eine Preiserhöhung von einem Euro bei Erwachsenen bedeutet bei rund 500.000 Besuchern im Jahr aber nicht automatisch Mehreinnahmen von 500.000 Euro, „es gibt es zahlreiche Rabatte und außerdem haben wir bisher bei jeder Erhöhung einen Besucher-Rückgang von fünf bis sechs Prozent gehabt, allerdings nur im ersten halben Jahr, dann kommen alle wieder“, sagt der Geschäftsführer der Rupertus Therme.

Neue Preise bei Therme

Während im Familienbad die Preise also unverändert bleiben, steigen die Eintrittspreise für die Therme ab 1. Juli, die Tageskarte kostet dann für Erwachsene 22 Euro, die Vier-Stunden-Karte 18,50 Euro. Seit der letzten Preiserhöhung 2011 haben sich die Kosten um 22 Prozent erhöht, „das bezieht sich auf den Bezug von Betriebsmittel und Waren, erhöhte Kosten für Wartung und Instandsetzung, sowie Lohnerhöhungen beim Personal“, so Sasse. Der Saunazuschlag erhöht sich auf acht Euro, auch weil die Mehrwertsteuer für den Saunabesuch von 7 auf 19 Prozent angehoben wurde. Das hatten die Finanzbehörden der Länder entschieden, weil sie der Meinung sind, dass Saunen nicht mehr zur Gesundheitsvorsorge zählen.

Pressemitteilung Bayerisches Staatsbad Bad Reichenhall

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