Gebirgsjäger erinnern an das Unglück von 1970

Gedenktafel auf der Reiter Alpe für verunglückte Kameraden eingeweiht

+
Der Kommandeur hält vor dem anwesenden Führungspersonal eine Ansprache.

Bad Reichenhall - Mit der Einweihung einer neuen Gedenktafel auf der Reiter Alpe hat das Gebirgsjägerbataillon 231 der Kameraden gedacht, die 1970 bei einem Hubschrauberabsturz verunglückten.

Pressemeldung im Wortlaut:

Der damalige Kommandeur der „Reichenhaller Jager“, Oberstleutnant Werner Otte, befand sich am 9. September 1970 auf einem Erkundungsflug für die Übung „Schwarze Gams“, welche auf der Reiter Alpe stattfinden sollte. Nördlich des Hintersees bei Ramsau streifte der Rotor des Hubschraubers in 200 Metern Höhe eine Felswand. Ein weiterer Offizier, der mit an Bord war, konnte sich mit einem Sprung aus der Kanzel des Hubschraubers gerade noch retten.

Oberstleutnant Otte und der Pilot, Stabsunteroffizier Hans-Jürgen Engmann, verstarben noch an der Unfallstelle. Es war der zweite schwere Hubschrauberabsturz innerhalb kurzer Zeit. Bereits im Juli 1970 waren im Wimbachgries acht französische und vier deutsche Soldaten verunglückt. 

Zur Einweihung gibt der Militärpfarrer seinen Segen.

Würdiges Gedenken soll aufrechterhalten werden 

Die Wetterbedingungen am „Schrecksattel“ hatten der alten Gedenktafel sichtbar zugesetzt. Oberstleutnant Dennis Jahn, Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 231, entschied, eine neue Tafel anbringen zu lassen, um den verunglückten Soldaten auch weiterhin würdig zu gedenken. Nachdem die Tafel mit dem Segen des katholischen Militärpfarrers, Jörg Plümper, eingeweiht worden war, erklärte der Kommandeur vor dem anwesenden Führungspersonal des Bataillons, dass die Bundeswehr an jenem Tag auf tragische Weise zwei Soldaten verlor, die ihrem Dienst mit Leib und Seele nachgingen.

Die neue Gedenktafel reiht sich neben anderen Tafeln zum Gedenken an verunglückte Bergsteiger ein.

Tragischer Verlust für Familie und Bundeswehr 

Oberstleutnant Otte ging zunächst 1952 zum Bundesgrenzschutz, bevor er nach Gründung der Bundeswehr dort seine berufliche Heimat fand. Der Vater einer Tochter wurde von seinen Vorgesetzten als „Vorbild“ und sogar „Idealtypus des Kommandeurs eines Gebirgsjägerbataillons in der modernen Gebirgstruppe“ bezeichnet. Auch Stabsunteroffizier Engmann ehrten seine Kameraden als „Vorbild militärischer Tugenden“. Der 23- jährige Pilot war in München wohnhaft und Angehöriger der Gebirgsheeresfliegerstaffel 8 in Schleißheim.

Bundeswehr Gebirgsbataillon 231

Zurück zur Übersicht: Bad Reichenhall

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT