Pressemitteilung Evangelische Bücherei Bad Reichenhall

"Ein ganzes Universum kann in einem Märchen stecken"

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Musikalisch wurde auf die jeweiligen Märchen von den drei Musikschülerinnen Linn, Anna-Maria, und Helen eingestimmt, die kurze Stücke für Querflöte und Cello zu Gehör brachten. Vorne sitzend die Märchenerzählerin Astrid Klein.

Bad Reichenhall - Andere Länder - andere Märchen, unter diesem Motto stand der letzte literarische Abend der öffentlichen evangelischen Bücherei in diesem Jahr.

Dazu war die Märchenerzählerin Astrid Klein eingeladen. Bevor sie zu erzählen begann, forderte sie erst einmal die Zuhörer auf, für die passende Stimmung ganz nahe an sie heranzurücken. Und natürlich werde sie nicht vorlesen, Märchen müssen erzählt und im besten Fall gespielt werden. Nur so kann das Denken ab- und die Fantasie eingeschaltet werden. Ausgesucht hatte sie für diesen Abend jeweils ein Märchen aus Italien, aus Russland und eines der Gebrüder Grimm.

Dass Kinder Märchen brauchen, ist unbestritten. Erwachsene dagegen glauben, Märchen seien nichts mehr für sie, das ist "Kinderkram". Aber, die Wahrheiten und Weisheiten der Menschheit sind hier genau so zu finden wie in der Wissenschaft und den philosophischen Werken, so die Erzählerin: "Ein ganzes Universum kann in einem Märchen stecken".

Zum Vortrag des italienischen Märchens entledigte sich die Erzählerin gleich ihrer Jacke und auch der Schuhe, weil "im Süden ist es warm und alles ist leichter". Und das Märchen vom Kuss der schönen Rosenblüte ist ein Beispiel dafür. Ganz verspielt und versponnen wird der Königssohn in die Irre geführt. Am Ende des Märchens wollte er seine Würde mit einem Schwerthieb wieder erlangen. Aber auch hier wurde er getäuscht und damit das Märchen auch für den Prinzen zu einem guten Ende kommt, braucht es noch einen süßen Likör und einen Schuss Erotik: Mit der schönen Tochter der Schneiderin konnte er zuletzt, wie er es insgeheim immer wollte, beschwingt sein Prinzenbett teilen.

Die Zaubergusli

Eine ganz andere Einstimmung war für das russische Märchen geboten. Dafür sorgte die Musikschülerin Helen auf ihrem Cello, dem sie dunkle und gekonnt schaurige Töne entlockte. Geheimnisvoll und riesenhaft sollten sich die Zuhörer dieses Russland vorstellen, damit Astrid Klein ihr Märchenspiel beginnen konnte. Wanika, der Sohn des armen Bauern, der für den Freund die Rüben schleppte, konnte als Dank für seine Arbeit auswählen: einen Klumpen Gold oder eine Harfe. Und nicht den Reichtum, lieber die Geselligkeit wählte er. Noch dazu, die Harfe konnte Schweine zum Tanzen bringen. Als die Königstochter das sah, wollte sie die Zauberharfe unbedingt haben und hob dafür vor Wanika sogar den Rock bis hinauf zum Knie. Und als der König, um seine Tochter zu verheiraten, den jungen Männern im Land das Rätsel aufgab, woran die Tochter zu erkennen sei, da wusste Wanika um das Muttermal am Knie der Prinzessin. Und so kam es zur prächtigen Hochzeit zwischen der Zarentochter und dem armen Bauernsohn.

Die Kristallkugel der Gebrüder Grimm

In der Pause mit Tee und Punsch aufgewärmt aus dem kalten Russland und eingestimmt von Anna-Maria durch ein Stück auf der Querflöte folgte ein deutsches Märchen der Gebrüder Grimm: die Kristallkugel. Die alte Zauberin traute ihren drei Söhnen nicht. Sie fürchtete um ihre Macht, weil die sich brüderlich liebten. Um diese Gemeinsamkeit zu zerstören, werden zwei von der Mutter verwandelt, in einen Walfisch und einen Adler. Dem dritten gelang die Flucht, er machte sich auf und ging in die Welt hinaus, um das Schloss von der goldenen Sonne zu suchen. Doch bei den fürchterlichen Riesen war es um das Menschlein geschehen. Aber nur beinahe, denn es rettete ihn der Zauberhut. Den luchste er den sich streitenden Riesen ab und brachte ihn sogleich auf das Schloss. Um dort die unglückliche Königstochter von ihrem Schicksal zu befreien musste er "nur noch" dem wilden Stier und dem Feuervogel die Kristallkugel rauben.Eine ausweglose Lage, aber mit Hilfe des Adlers und des Walfischs, also seiner verwandelten Brüder, konnte er den wilden Tieren die Kristallkugel entreißen und alle waren sie erlöst: die zwei Brüder, er selbst und die verwunschene Königstochter. Die hat sich in eine wunderschöne Prinzessin verwandelt und mit ihr ist er König geworden. Ein schlimmes Schicksal, das sich gemeinsam zum Vorteil aller wendet.

Und wenn sie nicht gestorben sind...

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