Wie die CSU die Oberstadt verbessern will

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Bad Reichenhall - Die CSU habe die Verbesserung der Oberstadt voll im Blick. Dabei stehe nicht nur das Parkchaos und der Bau eines neuen Einkaufszentrums im Vordergrund.

Die CSU machte kürzlich Station in der Oberstadt und konnte im Gasthaus Gruttenstein, besser bekannt als dem „Pfaffei“, einige wichtige Anliegen auf dem Zettel notieren.

Die recht rege Aussprache nutzten einige Diskussionsteilnehmer, um klar ihre Meinung zu sagen und auf Verbesserungsmöglichkeiten in der Oberstadt hinzuweisen.

In bewährter Manier wurde die Kandidatenvorstellung in Form von Videoclips vorgenommen, die die Reichenhaller via Internet auf dem youtube-Kanal der CSU Bad Reichenhall anschauen können.

Kirchholztunnel

Zu Beginn der Diskussion stand der Kirchholztunnel im Mittelpunkt: Ein Besucher äußerte sich sehr kritisch und wollte wissen, wie es mit dem Tunnel weitergeht. Die CSU-Ortsvorsitzende Stephanie Kunz wies auf den aktuellen Sachstand hin: Der initiierte Bürgerentscheid sei negativ ausgefallen. Damit hat die Reichenhaller Bevölkerung knapp gegen die Tunnellösung votiert. Dies gelte es zu akzeptieren. Die CSU möchte sich daher vordringlich um Sofortmaßnahmen zum Lärmschutz und zur Verkehrsvermeidung einsetzen. Klar ist, dass dringlicher Handlungsbedarf besteht, ansonsten drohe ein Verkehrskollaps. Über den Fortgang des Kirchholztunnels wird 2015 in Berlin entschieden, wenn der vordringliche Bedarf des Verkehrswegeplans fortgeschrieben wird. CSU-Fraktionssprecher Martin Schoberth ergänzte: „Auch in Berlin wird man aber registrieren, was die Reichenhaller wollen.“

Neues Einkaufszentrum

Daran anschließend äußerte sich ein Geschäftsinhaber aus der Oberstadt positiv über das geplante  Einkaufszentrum am ehemaligen Gaswerksgelände. Er erhofft sich davon eine Ergänzung des Sortiments. Zudem sollten mehr Besucher in Richtung der oberen Stadt gelotst werden. CSU-Ortsvorsitzende Stephanie Kunz unterstützte dieses Ansinnen: „Wir wollen, dass die Menschen das Geld in Bad Reichenhall ausgeben und nicht in Salzburg. Wenn wir das klug anpacken, können alle profitieren, der Investor, die Geschäfte, die Oberstadt und auch die Innenstadt.“

Die ehemalige Wirtin des Pfaffei sprach aus ihrer langjährigen Erfahrung und äußerte sich optimistisch, dass Bad Reichenhall gut aufgestellt sei. Allerdings gelte es, dies auch besser nach außen zu transportieren. Es müsse mehr miteinander in der Stadt gearbeitet werden und weniger gegeneinander. Damit rannte sie bei den Verantwortlichen der CSU offene Türen ein: Die Christsozialen wollen künftig eine konstruktivere Art der Stadtpolitik. Das Nein-Sagen und Dagegen-Sein kann aus Sicht der CSU keine Antwort sein auf die Herausforderungen und die Chancen, die die Stadt Bad Reichenhall hat.

Bundeswehr

Als nächstes wurde die Bundeswehr angesprochen: Es sei auffällig, dass zwar der Standort erhalten und sogar nominell gestärkt werde. Das Bild des Soldaten verschwinde aber allmählich aus dem Stadtbild. Und das gelte sowohl für Soldaten in Uniform wie auch deren Familien. Dies war Gelegenheit für Marco Trebuth, Kandidat auf Listenplatz 9, einiges zum Hintergrund zu erklären: Der Bundeswehr-Standort Bad Reichenhall konnte nach der letzten Strukturreform gehalten werden und sogar auf über 2000 Dienstposten aufwachsen und ist dadurch einer der größten Bundeswehrstandorte in Bayern geworden. Jedoch gibt es aufgrund der Aufgaben der Bundeswehr heute andere Voraussetzungen als früher. Sowohl Lehrgänge als auch Übungen, vor allem aber die wachsende Zahl der Auslandseinsätze führten dazu, dass Soldaten immer weniger vor Ort seien. Bezüglich der Familien merkte Trebuth an, dass es auch der teure Wohnraum sei, der in Bad Reichenhall viele Familien abschrecke. Die CSU-Kandidaten stellten klar, dass sie voll hinter der Bundeswehr stehen und sich eine noch engere Partnerschaft mit den Gebirgsjägern wünschen. Es gelte, die Soldaten an die Stadt zu binden und demgemäß auch aktiv in die gesellschaftlichen Aktivitäten Bad Reichenhalls einzubinden. Der gemeinsame Neujahrsempfang von Stadt und Brigade sei ein guter Ansatz auf offizieller Ebene.

Parkchaos

Das weitaus wichtigere sei das gute Miteinander im ganz persönlichen Umgang und im Vereinsleben. Ein Bewohner aus der Oberstadt wünscht sich mehr Anwohner-Parkplätze in der Oberstadt. Schon heute gebe es teilweise ein Park-Chaos rund um den Florianiplatz, mit 15-20 Parkplätzen zusätzlich könne aber schon effektiv Abhilfe geschaffen werden. Es gelte, für Anwohner und Gäste gute und mengenmäßig ausreichende Parkmöglichkeiten zu schaffen. Fritz Tiefenthaler-Haagn, früher selbst langjähriger Stadtrat, wusste als Anwohner des Florianiplatzes einige Probleme aus dem Leben der Oberstadtler zu berichten.

Er lobte, dass einiges vorangegangen sei, zum Beispiel mit der Fußgängeranbindung über die Alte Saline. Die Salinenstraße müsse aber dringend hergerichtet werden. Die Bevölkerung und insbesondere die Senioren vermissen derzeit nach dem Wegfall des Tengelmann-Marktes in der Loferer Straße eine funktionierende Nahversorgung – es gebe lediglich einen Bäcker, was für die Bewohner der Oberstadt wichtig sei. Einkäufe seien derzeit für viele nur mit dem Auto zu machen, gerade für ältere Menschen sei das Einkaufen dadurch derzeit äußerst beschwerlich. CSU-Ortsvorsitzende Stephanie Kunz sagte dabei rasche Unterstützung zu, sofern die Stadt da anschieben könne.

Thumsee

Ein besonderes Anliegen hatte Tiefenthaler-Haagn noch in Bezug auf einen seiner Lieblingsplätze, nämlich dem Thumsee: Es sei gut, dass da einiges passiere. Doch das Seemösl sei leider nicht mehr das, was es früher einmal war. Die Stadt solle da aktiv werden und den Rundweg in Stand setzen. Und besonders erfreulich wäre es, wenn auch die Seerosen-Pracht wie in früheren Zeiten wieder erblühen könne. Dem konnten die Verantwortlichen der CSU nur zustimmen und versprachen, Erkundigungen einzuholen, um eine Verbesserung anregen zu können.

Kreistagskandidaten

Zum Abschluss einer lebhaften Versammlung standen die Kreistagskandidaten der CSU im Mittelpunkt: Es gelte künftig, eine stärkere Vertretung der Stadt im Kreistag zu finden. Derzeit seien von insgesamt 60 Kreisräten parteiübergreifend nur fünf Kreisräte aus der Stadt Bad Reichenhall und damit im Verhältnis zur Einwohnerzahl deutlich zu wenige. Die CSU bietet nun aber alleine neun Reichenhaller Kreistagskandidaten auf, die kurz vorgestellt wurden: Dies sind

  • Martin Schoberth (Listenplatz 10),
  • Josef Kaltner (16),
  • Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner (20),
  • Andreas Greinhofer (32),
  • Marco Trebuth (36),
  • Johannes Hofmann (44),
  • Florian Halter (46),
  • Christian Rossingoll (50) und
  • Matthias Wich (53).

Pressemitteilung CSU-Ortsverband Bad Reichenhall

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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