Pressemitteilung Gebirgsjägerbrigade 23 "Bayern"

Dienstaufsichtsbesuch vor Bergkulisse

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Generalleutnant Mais (re.) und Oberst Keller genießen kurz das prächtige Panorama während eines Bergmarsches.

Bad Reichenhall - Der oberste truppendienstliche Vorgesetzte des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, informierte sich im Rahmen eines Dienstaufsichtsbesuchs über das besondere Fähigkeitsprofil der Gebirgstruppe, über aktuelle Aufträge und Ausbildungen sowie über die Ausstattung.

Die Gebirgsjägerbrigade 23 ist für den Kampf im schwierigen bis extremen Gelände spezialisiert. Entsprechend bekam er in geeigneter Umgebung auf dem Gebirgsübungsplatz Reiteralpe einen Einblick in das System der Gebirgsjägerbrigade, dem Zusammenwirken der kämpfenden und kampfunterstützenden Truppe.


Bereits am Tor der Hochstaufen-Kaserne wurde Generalleutnant Mais vom Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Maik Keller, empfangen. Nach der Begrüßung wurde der Inspekteur im Anschluss auf einem Gruppentransportkraftfahrzeug (GTK) Boxer zur Seilbahnstation der Wehrtechnischen Dienststelle 52 nach Oberjettenberg gefahren. Als einziges Bataillon der Gebirgsjägerbrigade 23 ist das Gebirgsjägerbataillon 231 mit dem GTK Boxer ausgestattet. Damit ändert sich das Auftrags- und Aufgabenspektrum der 850 Soldaten und Soldatinnen des Bataillons jedoch nicht. Der infanteristische Einsatz zu Fuß bleibt bestimmendes Merkmal der Gebirgsjäger. An der Talstation ging es direkt via Seilbahn - natürlich mit Maske und Abstand - auf die Reiteralpe. Wo lässt sich das Fähigkeitsprofil besser darstellen, als auf dem Hochplateau, das 2018 und 2019 das Gelände für die finale Phase der Gefechtsübung "Berglöwe" war.

Einweisung "Kampf aus Stellungen im Gebirge" 

Anschließend bekam er in einem Lagevortrag durch den Brigadekommandeur einen Einblick über aktuelle Themen aus der Brigade. Neben den personellen, einsatz- und ausrüstungsbezogenen Aspekten kamen insbesondere das Fähigkeitsprofil der Gebirgsjägerbrigade 23 zur Sprache.Als ein wesentlicher Punkt wurde dabei die geplante Führerweiterbildung "Kampf aus Stellungen im Gebirge" thematisiert. Durch die Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung und der damit verbundenen Lage einem ebenbürtigen Gegner gegenüberstehen zu können, ist das üben innerhalb des Systems der Brigade umso wichtiger. Nur so kann die Kriegstauglichkeit im besonderen Fähigkeitsprofil der Gebirgsjägerbrigade erreicht werden.


Die Gebirgsjäger als kämpfende Truppe können ihren Auftrag - Kampf im besonderen Fähigkeitsprofil nur sicherstellen, wenn die Unterstützungsverbände der Brigade - Gebirgspioniere, Gebirgsaufklärer, Gebirgsversorger und das Tragtierwesen - ihre Fähigkeiten mit der kämpfenden Truppe sinnvoll verknüpfen.

Hierzu sind regelmäßige Kohäsionsausbildungen innerhalb der Gebirgsjägerbrigade 23 obligatorisch.

Dieses System wurde dem Inspekteur Heer bei seinem Dienstaufsichtsbesuch in Auszügen dargestellt.

Das System der Gebirgsjägerbrigade 23 

Dazu ging es von der Bergstation mit einem Überschneefahrzeug BV 206 und danach im Marsch zu Fuß zu der Station "der Gebirgsjägerzug - Stellungen im Gebirge". Dort wurde Generalleutnant Mais nach einer kurzen Gipfeleinweisung durch Major Christian Houben in die taktische Lage zu wichtigen Grundsätzen des Stellungsbaus im Gebirge eingewiesen. Die Wahl der Stellungen unterscheidet sich im Gebirge grundlegend von anderen Truppengattungen. "Die Gebirgstruppe kann aufgrund der Bodenbeschaffenheit nicht in den Boden graben. Folglich müssen die Stellungen auf dem Boden aufgesetzt und baulich geschützt werden. Das geht nur mit dem Know-how der Gebirgspioniere", erläuterte Oberstleutnant Dennis Jahn, Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 231.

Anschließend wurde dem Inspekteur Heer an einem Gruppenunterstand die Möglichkeiten zur Erhöhung des baulichen Schutzes von Stellungen im Gebirge gegen Steil- und Flachfeuer erläutert.

"An diesem Gruppenunterstand sind 18 Tonnen Steine in Drahtgestellkörbe verbaut. Hierzu nutzen wir die natürlichen Gegebenheiten aus"

, erläuterte Oberleutnant Johannes Wühr aus dem Gebirgspionierbataillon 8. Kurz darauf wurde dann der Aufbrechhammer auf 1.700 m Höhe über Normalnull angeschmissen und die Steine am Fels herausgebrochen.

Zusammenarbeit zwischen WTD und Gebirgspionieren 

Anschließend erläuterte ein Vertreter der Wehrtechnischen Dienststelle 52 (WTD) dem Inspekteur die beispielhafte Kooperation zwischen seiner Dienststelle und den Gebirgspionieren. Ende Juli wird die WTD 52 im Rahmen einer Führerweiterbildung statische Ansprengversuche mit Mörser 120 mm an verschiedenen Stellungen durchführen, die durch die Gebirgspioniere erstellt wurden.

Vierbeinige Kameraden im Gebirge 

Vorhaben im Gebirge benötigen vor allem logistische und baufachliche Expertise. Die Versorgung mit Wasser, Nahrung und Munition kann auf Grund der fehlenden Straßen nicht mit Fahrzeugen sichergestellt werden. Hier kommt das Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230 (EAZ) mit seinen Haflingern und Maultieren im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen. Ihre Fähigkeiten, die Kampfkompanien mit den nötigen Materialien zu versorgen, präsentierten die Soldaten mit der Beladung eines Maultieres mit der Granatmaschinenwaffe. Aber besonders im Einsatzraum des Gebirgsjägers gibt es Geländeeinschnitte, wie Bäche oder kleine Schluchten, die durch die Tragtiere nicht einfach zu überwinden sind. Auch hier müssen die Gebirgspioniere durch den Bau eines Tragtiersteges aktiv werden. Von einem solchen Tragtiersteg konnte sich der Inspekteur Heer selbst überzeugen, indem er das Muli Gundi darüber führte. "Wichtig beim Bau eines Tragtiersteges ist, dass die Tiere nicht ins Leere sehen. Der Boden und die Seiten müssen mit Planen abgehangen werden, sonst parken die Tiere, also gehen nicht weiter", erklärte Oberfeldveterinär Heike Henseler.

Besonderes Material für besondere Aufgaben 

Abschließend bekam der Inspekteur Heer durch Hauptfeldwebel Beatrice Soyter, die einzige aktive Heeresbergführerin, eine ausführliche Einweisung in das Berggerät und die Ausrüstung der Gebirgsjäger. Neben dem Arktik-Satz, einer Sonderbekleidung für extreme Klimazonen, wurden ihm unter anderem die Skier, die Bergrettungs- sowie Kletterausrüstung gezeigt. Oberstleutnant Jahn erläuterte zum Schluss: "Die Ausstattung ist zwar qualitativ gut, aber in der Quantität nicht ausreichend".

Nach einem gemeinsamen Mittagessen überreichte der Inspekteur Heer zum Dank Oberst Keller das Wappen der übergeordneten Kommandobehörde und resümierte:

"Man merkt, die Gebirgstruppe ist stolz auf das, was sie tut. Zurecht verfügt sie über ein großes Selbstvertrauen.

Ich konnte von ihren Fähigkeiten einen tollen Eindruck gewinnen".

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