Dank an die Bürgerinitiative Transitfreies Karlstein

FWG begrüßt Blockade der B20/21: "Anliegerschutz muss vorrangiges Ziel sein"

Blockade der B20/21 in Bad Reichenhall, um auf das Nachtfahrverbot für Lkws aufmerksam zu machen.
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Die Polizei hat die Blockade der B20/21 in Bad Reichenhall abgesichert. Auch ihr sind beim Durchsetzen des Nachfahrverbotes für Lkw die Hände gebunden.

Bad Reichenhall - "Viel besser als erhofft", fällt die Bilanz der Bürgerinitiative Transitfreies Karlstein nach der Blockade der B20/21 in Bad Reichenhall auf Höhe der Rupertustherme aus. Auch die FWG bedankt sich.

Update, 8. Januar:


Die FWG Bad Reichenhall hat sich über das Netzwerk Facebook bei der Bürgerinitiative Transitfreies Karlstein für die Organisation der Blockade der B20/21 am Dienstag (7. Januar) bedankt. Neben 100 Anwohnern war auch die Oberbürgermeister-Kandidatin der FWG Ania Winter mit vor Ort, "um ein Zeichen zu setzen", wie es in dem Post heißt. "Die ständige Missachtung des Nachfahrverbotes ist nicht mehr hinnehmbar. Der Schutz der Anlieger muss hier vorrangiges Ziel sein." Die FWG rechnet damit, dass die Belastungen in den nächsten Jahren deutlich zunehmen werden und die Wohn- und Lebensqualität in der Stadt gemindert werde, "wenn hier nicht Einhalt geboten wird".


Die Bürgerinitiative Transitfreies Karlstein hatte zu der Demonstration aufgerufen, damit das seit 30 Jahren geltende Nachtfahrverbot auf der B20/21 in Bad Reichenhall endlich ernst genommen wird, es weniger Ausnahmegenehmigungen und mehr Polizeikontrollen gibt.

Erstmeldung, 7. Januar:

Seit 30 Jahren gilt das Nachtfahrverbot auf der B20/21 in Bad Reichenhall und Schneizlreuth, sowie auf der Staatsstraße 2101 am Thumssee. Kontrolliert wird es kaum. "Eine lückenlose Kontrolle ist personell für die Polizei nicht machbar", bedauert auch der Leiter der Polizeiinspektion Bad Reichenhall, Peter Huber, gegenüber BGLand24.de.

"Es ist ein Ärgernis", bekräftigt die Bürgerinitiative Transitfreies Karlstein. Sie hat die Blockade der B20/21 initiiert, damit endlich etwas passiert. "Die Verkehrsschilder für das Verbot stehen gut, nur die LKW-Fahrer halten sich nicht daran. Jede Nacht das gleiche, zeitweise im Minutentakt. Bis heute ist der Kurort belastet und die Nachtruhe der Anwohner gestört."

"Weniger Verkehr ist mehr Leben!" Damit machten die Anwohner der B20/21 in Bad Reichenhall ihrem Ärger über den nächtlichen Transitverkehr Luft.

Damit sich das ändert, hat die Initiative zu einer Blockade der B20/21 auf Höhe der Rupertustherme aufgerufen, am Dienstag (7. Januar) um 5 Uhr früh und zeigt sich am Ende selbst überrascht. "An die 100 Leute waren um fünf Uhr da. Auch aus Schneizlreuth. Und die gleich mit dem Bürgermeister Wolfgang Simon", freut sich Sprecher Ulrich Scheuerl im Gespräch mit BGLand24.de.

Nicht nur Schneizlreuths Bürgermeister demonstrierte mit. Auch einige Oberbürgermeister-Kandidaten ließen es sich nicht nehmen, den Bürgern beizustehen. "Heute früh aufgestanden und zur Demonstration: Nachtfahrverbot - Zeit zu handeln!" schreibt beispielsweise Christoph Lung (CSU) auf seiner Facebookseite. Und auch Monika Tauber-Spring (Bürgerliste) war mit dabei:

Bereits vorab hat die Bürgerinitiative angekündigt, dass die Blockade keine Eintagsfliege seien wird: "Eine mögliche Blockade der B 20/21, sollte sie erfolgreich stattfinden, darf nur der Anfang sein. Weitere, in regel- und unregelmäßigen Abständen sollten folgen. Etwa in Schneizlreuth oder in Piding. Erst Nachdruck wirkt bei solchen Aktionen." Für die Polizei kein Problem. "Wir haben es diesmal gut hingebracht und wir werden es wieder gut hinbringen", so Huber. Er war mit einem Team vor Ort, um den Verkehr zu regeln und die Demonstration abzusichern. "Das Verkehrsaufkommen war nicht hoch und es gab lediglich kleine örtliche Behinderungen."

Erfolglose Versuche, Nachtfahrverbot für Lkw auf B20/21 durchzusetzen

Diese Aktion war aus Sicht von "Transitfreies Karlstein" notwendig, da "alle Versuche, das Verbot durchzusetzen" erfolglos waren. "An die Presse gehen, zu den Behörden, den Politikern oder zur Polizei. Allen ist das Problem bewusst, aber es ändert sich nichts. Es werden viele Ausnahmegenehmigungen erteilt und die Polizei hat zu wenig Personal für Kontrollen, die auch wirken. Das Nachtfahrverbot ist eine Schutzbestimmung ohne Schutz", kritisieren die Bürger. Deshalb bleibe es den Anwohnern, jetzt selbst zu handeln.

Die Polizei verwies in diesem Zusammenhang noch einmal auf eine große Kontrolle des Nachtfahrverbotes für Lkw im vergangenen Oktober. 27 Verstöße wurden festgestellt und die Lkws auch abgestellt. "Dafür benötigen wir aber auch Platz", so der Leiter der PI Bad Reichenhall. Den gibt es auf der Strecke kaum.

cz

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