Bürgerinitiative 'transitfreies Karlstein' jetzt Verein

Erste Maßnahmen auf der Staatsstraße 2101 durch Engagement durchgesetzt

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Die Verkehrsinitiative 'transitfreies Karlstein' bei ihrer Vereinsgründung.

Bad Reichenhall - Die Karlsteiner Bürgerinitiative 'transitfreies Karlstein' hat sich zu einem nicht eingetragenen Verein zusammengeschlossen. Bei der ersten Versammlung wurde auch deutlich, dass das Engagement erste Wirkung zeigt.

Pressemitteilung im Wortlaut:

Der Zufall wollte es so. Mit dem offiziellen Start der Karlsteiner Verkehrsinitiative als nicht eingetragener Verein bewegt sich etwas. In den nächsten Wochen werden nach Angaben des Staatlichen Bauamtes Traunstein mit einem lärmmindernden Asphalt, der von der St 2101 ausgehende Lärm verringert, und Schutzstreifen für Radfahrer auf der Kanalbrücke abmarkiert. Dies gab Christian Erber nach dem eigentlichen Zweck der Versammlung bekannt: Umwandlung der Initiative in einen nicht eingetragenen Verein. Nach dem Beschluss der Satzung wurde Ulrich Scheuerl zum Vorsitzenden und Christian Erber zum Stellvertreter gewählt. Hans Schubert führt die Kasse und als Beisitzer wurden gewählt: Helma Türk, Dr. Michael Wittmann und Wolfgang Bittner für Umwelt und Landschaftsschutz und Josef Scholz für die Anwohnerbelange.

Die Zahlen der Verkehrszählung für 2017 und 2018 hätten eigentlich unter Verschluss bleiben sollen, so die Bezirksregierung in München. Das Umweltinformationsgesetz (UIG) machte es aber möglich, dass jetzt ein Vergleich vor und nach Einführung der Maut am 1.7.2018 möglich ist. Und die Steigerung ist deutlich, so Christian Erber bei der Veranstaltung. 44 Prozent seien es im Schnitt gewesen, auch wenn es nur drei bewertbare Vergleichsmonate waren, die Tendenz sei eindeutig. Als Anwohner der St2101 kann er das auch so bestätigen und wenn die Stadt Bad Reichenhall jetzt die Begründung für die Tonnagebeschränkung erarbeitet, ist das wesentlich und eventuell sogar entscheidend.

Lärmgutachten für die Hausbesitzer

Für die unmittelbar Betroffenen der Staatsstraße will die Initiative aktiv werden. Als Anwohner hochbelasteter Straßen können sie sich vom Staatlichen Bauamt Traunstein beraten lassen. Jeder Lärmbetroffene kann seine individuelle Situation vom Staatlichen Bauamt Traunstein auf Antrag überprüfen lassen. Weil der Verkehr auf der St 2101 die Belastungsgrenzen mittlerweile deutlich überschreite, empfiehlt die Karlsteiner Verkehrsinitiative den unmittelbaren Anwohnern, diese Möglichkeit auch wahrzunehmen. Die Überprüfung ist kostenlos. Bei Überschreitung der Sanierungsgrenzwerte kann ein Zuschuss für Lärnschutzmaßnahmen in Höhe von 75% gewährt werden.

Der Thumsee ein Einzelfall

Bad Reichenhall muss ein Sonderfall sein. Das Staatliche Bauamt Traunstein wollte bei der Erläuterung der Zahlen für 2017 und 2018 bei den Karlsteinern Erber und Scheuerl keine Hoffnung aufkommen lassen. Doch Andeutungen, wie es gehen könnte, haben sie herausgehört. Die Steigerung der LKW- Zahlen mit der Einführung der Maut sei für die Begründung das eine. Das andere ist der Sonderfall Bad Reichenhall und Karlstein als Kur- und Tourismusort. Die Regierung von Oberbayern möchte mit der Tonnagebeschränkung am Thumsee keinesfalls einen Präzedenzfall für andere Gemeinden schaffen. Und so müsse die Begründung auch ausfallen. Der Thumsee als ein für Bad Reichenhall enorm wichtiges Gebiet für die Urlauber und Kurgäste.

Eine geschlossene Ortschaft durchgehend bis Karlstein

Zuletzt gab Vorstandsmitglied Hans Schubert noch bekannt, dass die vom Staatlichen Bauamt Traunstein im Rathaus genannte Möglichkeit besteht, die Umwandlung der freien Strecke der St 2101 zwischen der Kretabrücke und Ortseinfahrt in Karlstein zur geschlossenen Ortsdurchfahrt von der Bürgerinitiative zu beantragen. Der Stadtrat wird sich, so Schubert, mit dem Antrag befassen und dem Straßenbauamt zur Prüfung vorlegen. Ziel der Karlsteiner ist es, damit den Verkehr langsamer zu machen. Und wenn diese 900 Meter dann zur geschlossenen Ortschaft umgewandelt sind, würde die Möglichkeit geschaffen, mit der kommunalen Verkehrsüberwachung regelmäßig auch Geschwindigkeitskontrollen zu machen und stationär zu blitzen.

Der gewählte Sprecher der Initiative Ulrich Scheuerl sieht seine Aufgabe als Vorsitzender als eine gemeinschaftsbildende an. Neben der Ausrichtung der Mitglieder auf das gemeinsame Ziel wolle er den Zusammenhalt organisieren und bei Rückschlägen an die Erfolge erinnern und das Gesellige nicht vergessen. Bei seinem Rückblick auf das Gespräch im Rathaus mit Oberbürgermeister Dr. Lackner und dem Leiter der Traunsteiner Behörde Christian Rehm sah er die Initiative, mit dem was sie macht, bestätigt: „Vieles ist möglich, wenn man es nur macht“, so Ulrich Scheuerl.

Pressemitteilung Transitfreies Karlstein

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