Baumfällaktion rund um Bad Reichenhall

Warum mussten die Bäume sterben? Heftiger Bürgerprotest

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Baumfällaktionen in Bad Reichenhall
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Bad Reichenhall - Auf dem Stadtgebiet wie auch in der Naherholungszone Bad Reichenhalls wurden Anfang des Jahres zahlreiche Bäume gefällt. Die Bürger laufen Sturm und protestieren: 

Zwischen Staufenbach und Kretabrücke

"Auf dem Stadtgebiet wie auch in der Naherholungszone Bad Reichenhalls wurden zwischen Februar und März dieses Jahres mehrere hundert Bäume, allein über 200 zwischen Staufenbrücke und Nonnersteg, gefällt", so der Bad Reichenhaller Christian Kessler verärgert. Und ergänzt: "Die Fällaktionen stellen sich für die Bürger als sehr willkürlich dar und haben das Naherholungsgebiet und somit auch die Stadt als Kurort nachhaltig geschädigt. Dass es hier von Seiten der Politik bisher keinerlei Reaktion gab, konnte ich nicht glauben.

Fragenkatalog an den Stadtrat

Die folgenden Fragen hat Herr Kessler nun an den Stadtrat geschickt mit der Bitte zur Beantwortung in der kommenden Stadtratssitzung.

  • Ist es richtig, dass die Stadt, respektive die zuständige Abteilung 3 der Stadtverwaltung, von den Baumfällaktionen im Vorfeld Kenntnis hatte, in Kenntnis gesetzt worden war? Hat sie den Fällungen zugestimmt oder sie billligend in Kauf genommen? Wieviele der gefällten Bäume liegen auf stadteigenen und privaten Flurstücken? Sind die Pläne der Flurstücke für jedermann einsehbar? Wo können sie eingesehen werden?
  • Hatten der Stadtrat oder der Umweltreferent des Stadtrates im Vorfeld Kenntnis von den geplanten Baumfällaktionen? War von der Stadt kontrolliert worden, dass keine Bäume auf städtischen oder privaten Flurstücken den Fällaktionen zum Opfer fielen? Wenn nein, warum nicht?
  • Wurden die zu fällenden Bäume im Herbst 2016 in einer gemeinsamen Begehung des Wasserwirtschaftsamtes unter Einbeziehung der Stadtgärtnerei oder städtischer Beschäftigter bereits gekennzeichnet? Nach welchen Kriterien wurden die zu fällenden Bäume ausgewählt? Wie wurde hier unter dem Gesichtspunkt der Baumerhaltung geprüft?
  • Ist es richtig, dass hier von Seiten der Stadtgärtnerei eigene ergänzende Vorschläge gemacht wurden, welche Bäume gefällt werden sollen?
  • Ist es richtig, dass die Stadtgärtnerei von sich aus vorgeschlagen hat, aus „optischen Gründen“, ausschließlich, damit hier ein besserer Ausblick gewährt wird, Bäume insbesondere im Bereich der Ruhebänke entlang des Weges an der Saalach zu fällen?
  • War oder ist der Stadt Bad Reichenhall bekannt, nach welcher Methode und nach welchen Gesichtspunkten entschieden worden ist, welche Bäume zu fällen sind? Welche Überlegungen wurden angestellt, Bäume zu retten statt sie zu fällen? In welcher Form wurde versucht, hier eine gemeinsame Strategie mit dem Wasserwirtschaftsamt zu entwickeln?
  • Wie viele der gefällten Bäume standen nicht im Zuständigkeitsbereich des Wasserwirtschaftsamtes und fielen ebenfalls der Fällaktion zum Opfer? War sich die Stadt bei Fällungen östlich der B 20/21 klar darüber, dass der Waldstreifen Schutzwaldcharakter für die dahinter liegenden besiedelten Flächen hatte und deswegen dichter gehalten werden sollte
  • Können die Mitglieder des Stadtrates in den Baumfällaktionen eine Minderung des Wertes des Naherholungsgebietes erkennen? Im Winterhalbjahr 2013/14 hatte das Wasserwirtschaftsamt zwischen Hainbuchenstraße und Nonner Stadion, insbesondere auch entlang des Fahrrad-/Fußgängerweges entlang der Heimstättensiedlung radikale Fällungen auch gesunder Bäume durchgeführt. Hatte die Stadt die zahlreichen Proteste der Bürger aufgegriffen und sich mit dem Wasserwirtschaftsamt über zukünftige Fällungsmaßnahmen abgestimmt?
  • Welche Initiativen wird die Stadt Bad Reichenhall ergreifen, um zukünftig auf geplante Baumfällaktionen im Vorfeld stärker Einfluss zu nehmen? Wird die Stadt Bad Reichenhall versuchen, hier ihren Einfluss geltend zu machen, um das Naherholungsgebiet besser erhalten zu können?
  • Wie wird die Stadt Bad Reichenhall zukünftig öffentlich über geplante Baumfällaktionen informieren? In welcher Form werden hier Bürger sowie Sachverständige im Bereich Naturschutz und Baumerhaltungspflege beteiligt werden?
  • Welche Baumfällaktionen sind für die Jahre 2017/2018 im Stadtgebiet Bad Reichenhall geplant oder beschlossen? Ist bereits beschlossen, dass 15 alte Bäume in der Bahnhofstraße gefällt werden sollen, da dies die kostengünstigere Variante bei der Sanierung der Straße im Vergleich zu Maßnahmen der Erhaltung der Bäume ist? Wurde hier eine unabhängige Begutachtung zur Erhaltung der Bäume erstellt? In welcher Form wurde und wird die Bevölkerung und die Anlieger über diese Maßnahme informiert?
  • Wacht der Stadtrat über die Einhaltung der Baumschutzverordnung der Stadt Bad Reichenhall vom 10.03.1998? In welcher Form wird die Einhaltung dieser Verordnung überprüft und die vorgeschriebenen Massnahmen bei Baumfällungen veröffentlicht? Gibt es bei städtischen Planungen von Baumfällungen eine Überprüfung durch unabhängige, nichtstädtische Gutachter? Werden diese Begutachtungen öffentlich gemacht?
  • Hält sich die Stadt Bad Reichenhall bei Fällungen im eigenen Zuständigkeitsbereich an die Kriterien der Baumschutzverordnung? Sind diese Vorgänge dokumentiert, einsehbar und in welcher Form werden die Bürger darüber informiert?
  • Warum werden und wurden bei Neupflanzungen im Stadtgebiet nicht auch vermehrt breitkronige, ältere Bäume, insbesondere einheimischer Baumarten ausgewählt? Gerade sie sind mit ihren zahlreichen ökologischen Wirkungen für das Klima einer vom KFZ-Verkehr besonders bedrohten Kurstadt von großer Bedeutung. Wieviele Laubbäume plant die Stadt als Ersatzpflanzung für die bekannten Fällaktionen?

Bildergalerie - hier wurden die Bäume gefällt

Was die Stadtverwaltung Bad Reichenhall zu den Baumfällungen sagt und wie die Bürger auf dieses Feedback sowie die Rodungen an sich reagieren, lesen Sie in einem weiteren Artikel auf BGLand24.de

Die nächste Stadtratssitzung findet am Dienstag, 4. April ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Alten Rathauses statt.

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