Vierter Wolfi-Schmid-Gedächtnislauf am Predigstuhl mit abschließendem Einsatz am Hochschlegel

16 Gewinner und ein Geretteter

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Bad Reichenhall - Die Bergwacht Bad Reichenhall hat am vergangenen Samstag ihr viertes Skirennen zum Gedächtnis an den am 16. Dezember 2005 bei einem Lawinenunglück an der Hochalm (Hochkalter) verstorbenen Bergretter und Ausbildungsleiter Wolfgang „Wolfi“ Schmid durchgeführt.

„Insgesamt waren die Schneeverhältnisse auf der Rennstrecke mit einem kompakten Harschdeckel ganz passabel, was eine sehr zügige Abfahrt ermöglichte“, schwärmt Strozynski.

Wie in den vergangenen Jahren geht es bei diesem Wettkampf weniger um sportliche Höchstleistungen als vielmehr um Bewegung und Spaß in der Natur und das gemeinsame Unternehmen, abseits von Ausbildung und Einsatz.

Das Reglement ist denkbar einfach und damit etwas Besonderes: es gibt eine Start- und eine Ziellinie. Dazwischen haben die Rennläufer freie Routenwahl durch das Bergwald-Gelände. Jeder Läufer muss selbstständig zum Start am Hochschlägel aufsteigen und vom Ziel an der Schlegelmulde wieder selbstständig zurück ins Tal kommen.

Sicherheit geht vor

Auch heuer war die Ausrüstung für alle Rennläufer mit Skihelm, Lawinen-Verschütteten-Suchgeräten (LVS), Lawinenschaufel und -Sonde, Skitourenausrüstung und Rucksack relativ minutiös und sicherheitsorientiert vorgegeben.

Die persönliche Wechselwäsche, Getränke, Skibrille und weiterer Schnickschnack – wie manch minimalistisch orientierter Tourengeher behaupten würde – fanden trotzdem noch Platz im Rucksack.

Geselligkeit im Vordergrund

Am meisten schleppen mussten der diensthabende Rettungsassistet und der Fotograf mit der umfangreichen Erste-Hilfe-Ausrüstung und dem großen Fotoapparat. Der letzte Rennläufer musste auch noch die Startlinie abbauen und mit ins Ziel nehmen.

Die Ziellinie wurde an der Schlegel-Jagdhütte gesteckt. Aufgrund der mangelnden Schneelage und der bereits ausapernden Felsen bis zur Unteren Schlegelalm ließ sich das Rennen in der vollen Länge nicht durchführen.

Schnellster im Teilnehmerfeld war dieses Jahr einer der jüngsten Reichenhaller Bergretter, Josef Aschauer mit sagenhaften 42 Sekunden. Ältester Teilnehmer war wieder Eduard „Edi“ Schmid, Vater des verunglückten Bergretters. Insgesamt nahmen 16 Reichenhaller Bergretter und an dem Gedächtnisskirennen teil.

Vom Ziel an der Jagdhütte fuhren alle Teilnehmer gemeinsam zur Unteren Schlegelalm, wo Helmut Lutz bereits mit einer zünftigen Brotzeit zur Stärkung wartete. Nachdem die Schneelage eine Abfahrt bis ins Tal nicht zuließ, stiegen die Rennläufer wieder zur Bergstation der Predigtstuhlbahn auf und fuhren mit der Bahn ins Tal zurück.

Immer einsatzbereit

Gerade oben angekommen erfolgte dann die Alarmierung zu einem Einsatz am Hochschlegel. So sprinteten die Bergretter von der Bergstation über die Schlegelmulde zum Hochschlegel und kamen fast zeitgleich mit dem ebenfalls alarmierten Traunsteiner Rettungshubschrauber an der Unglücksstelle  an.

Ein 18-jähriger Bundeswehrangehöriger aus Bischofswiesen war am Gipfel zu weit an den Rand gegangen und durch die Schneewechte gebrochen. Dabei stürzte er rund sechs Meter in Richtung der Reichenhaller Rinne ab und blieb im tiefen Neuschnee stecken.

Ein Hubschraubereinsatz zur Rettung des Verunfallten mit dem Tau war aufgrund der überhängenden Wechte nicht möglich. Die Einsatzkräfte seilten einen Bergwachtmann zum Verunfallten  ab, der ihn in der steilen Rinne sicherte.

Anschließend wurden beide im Mannschaftszug nach oben gezogen. Glücklicherweise war der Verunfallte mit diversen Schürfwunden und einer Wunde am Kopf nur leicht verletzt davongekommen und wurde von den Bergrettern begleitet zur Bergstation der Predigtstuhlbahn und anschließend per Rettungswagen zur Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht.

Bei der Siegerehrung am Abend im Stüberl der Bergrettungswache erhielt jeder Teilnehmer einen Preis. Die Preise wurden wieder großzügig von den Reichenhaller Geschäftsleuten gestiftet. Zum Schluss bedankte sich Organisator Urs Strozynski bei allen Anwesenden für die Mithilfe und Teilnahme.

Pressemitteilung BRK Berchtesgadener Land

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