Bauminitiative Bad Reichenhall entrüstet über geplanten Radweg

"Dieses Stück Natur zu opfern, könnte man sich sparen"

Die Bauminitiative Bad Reichenhall hatte zu einer Ortsbegehung in die Nonner Au eingeladen. 30 Teilnehmer, darunter Mitglieder des Stadtrates, beteiligten sich trotz Regen und schlechtem Wetter am "Spaziergang über die drei Trassen". Im Bild ist die Gruppe auf dem als Alternative von der Bauminitiative vorgeschlagenen bereits vorhandenen geteerten Weg unterwegs. Dieser jetzige Fußweg kann naturverträglich und mit vergleichsweise geringem Aufwand in einen gemeinsamen Fuß- und Radweg umgewidmet werden kann.
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Die Bauminitiative Bad Reichenhall hatte zu einer Ortsbegehung in die Nonner Au eingeladen. 30 Teilnehmer, darunter Mitglieder des Stadtrates, beteiligten sich trotz Regen und schlechtem Wetter am "Spaziergang über die drei Trassen". Im Bild ist die Gruppe auf dem als Alternative von der Bauminitiative vorgeschlagenen bereits vorhandenen geteerten Weg unterwegs. Dieser jetzige Fußweg kann naturverträglich und mit vergleichsweise geringem Aufwand in einen gemeinsamen Fuß- und Radweg umgewidmet werden kann.

Bad Reichenhall - Die Bauminitiative Bad Reichenhall unter der Leitung von Christian Kessel hatte zum Spaziergang über die drei Trassen eingeladen, um den Verlauf des geplanten Radweges vom Nonner Steg bis zur Brücke über den Hosewaschbach direkt vor Ort zu zeigen.

Entrüstung und ungläubiges Staunen rief die Ortsbegehung im Nonner Unterland bei den vielen Teilnehmern hervor: Christian Kessel erläuterte den zahlreich erschienenen Interessierten die beiden geplanten Trassen und stellte gleichzeitig eine dritte umweltverträglichere Variante vor, die den Teilnehmern sofort ins Auge sprang, aber bisher von der Stadt nicht berücksichtigt worden war.


Während die erste Variante des Radweges wegen mangelndem Sicherheitsabstand zum Hochseilgarten der Caritas nicht umgesetzt werden kann, wurde der Radweg in der Planung kurzerhand ein Stück abweichend rechts einen Parallelweg entlanggeführt, um dann quer durch den Wald auf die ursprüngliche Richtung zurückgeführt zu werden. Für diesen neuen Verlauf wäre es notwendig, eine Schneise quer durch den Wald des Naherholungsgebietes zu schlagen - völlig unnötig, findet die Bauminitiative wie auch die anwesenden Reichenhaller Bürger. "Mit Vernunft hat das nichts mehr zu tun!" kommentierte ein Teilnehmer, und eine Teilnehmerin bemerkte: "Für sowas ist Geld da und wo anders würde es gebraucht - da kann man schon wütend werden."

Alternativweg ohne Baumfällungen möglich


Mit Warnwesten und vielen Freiwilligen machte die Bauminitiative die aktuell geplante Trasse durch den Wald an bereits vorhandenen Streckenpfosten sichtbar. Auf besondere Bestürzung stieß dabei die Tatsache, dass zwei, bei einem Umfang von 3,85 und drei Metern in Höhe von anderthalb Metern, weit über 150 Jahre alte gesunde Eichen dem Radweg weichen müssten. "Es gibt hier sowieso zu wenige Eichen, die für die Gegend besonders gut sind, auch weil sie als Tiefwurzler nicht bei jedem Windstoß gleich umfallen." erklärte eine Teilnehmerin und gab zu bedenken, dass die Eiche auch für die Zukunft eine wichtigere Funktion erfülle als ein Radweg an dieser Stelle. "Dieses Stück Natur zu opfern, könnte man sich sparen", stimmte Christian Kessel zu und verwies auf die Möglichkeit, einen bereits existierenden Weg, der links parallel zur geplanten Trasse verläuft, einfach als Radweg umzuwidmen.

Die Teilnehmer gingen gemeinsam den Alternativweg ab und waren sich einig: Für diesen Vorschlag seien keine Baumfällungen und neuen Schneisen durch den Wald notwendig, fast bräuchte man nur ein neues Schild für den bereits bestehenden Weg, wie es ein Teilnehmer formulierte. Damit würde man nicht nur die Natur bewahren, sondern auch Geld sparen und zudem das Naherholungsgebiet vor einer "Bauruine" bewahren - denn den aktuell geplanten Radweg, so die Teilnehmer einstimmig, würde sicher niemand nutzen, mache er doch einen absurden und weiten Umweg jenseits der Verbindung nach Nonn.

Pressemitteilung der Bauminitiative Bad Reichenhall

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