Eschensterben im Stadtgebiet Bad Reichenhall

Förster Anton Resch: "Fällungen müssen sein, dass Menschen nicht verletzt werden"

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Bad Reichenhall -  Aufgrund des enormen Pilzbefalls müssen in den nächsten zwei Wochen wieder einige Eschen im Stadtgebiet gefällt werden. Der zuständige Förster Anton Resch bedauert das sehr. Im Interview klärt er über den derzeitigen Sachverhalt auf:

Wie geht es weiter?

Förster Anton Resch ist vergangene Woche nochmal durch die Wälder gegangen und konnte erfreulicherweise feststellen, dass deutlich weniger Eschen gefällt werden müssen als im Vorjahr. "Das sind grob geschätzt nur noch circa ein Fünftel. Gott sei Dank ist es weniger geworden", so Resch. 

Baumfällungen in der Vogelsangau an der B21

Laut Anton Resch würden Ende dieser Woche in der Vogelsangau, einem Waldstück an der B21, einige Baumfällungen durchgeführt werden. Außerdem müssten stadteinwärts, in der Grabenbachau, zwei Eschen an einem geteerten Weg entfernt werden. Reschs Aussagen zufolge fänden die Maßnahmen in den nächsten 14 Tagen statt.

Haben die Baumfällarbeiten etwas gebracht? 

"Selbstverständlich!", betont der Förster. "Fällungen müssen sein, dass Menschen nicht verletzt werden", so Resch. 

Kann man gegen den Eschenpilz etwas tun?

Wie Anton Resch erklärt, befalle der Eschenpilz nur Eschen. Bei der Pilzart handle es sich um ein sogenanntes "Falsches Weißes Stängelbecherchen". Diese verursache, dass die Bäume verdursten und in der Folge absterben. Weiter weist Resch darauf hin: "Die Sporen werden über den Wind verfrachtet. Wenn im Frühjahr die Temperatur steigt, steigt somit auch die Gefahr eines Pilzbefalls. Man kann nichts gegen den Pilz tun."

Resch steht dem Eschensterben besorgt gegenüber: "Ich bedauere das sehr. Jeder Baum ist was wert. Ich schaue mir jede einzelne Esche genau an, bevor ich sie fälle. Die Eschen sterben aus." Allerdings gebe es laut Anton Resch noch einen Hoffnungsschimmer: "Etwa drei Prozent der Eschen sind resistent, auf die müssen wir setzen." Vor etwa dreißig bis vierzig Jahren sei die Ulme von einem derartigen Pilzbefall betroffen gewesen: "Die Ulme sieht man wieder immer öfter. Sie hat den Pilz überlebt. Das ist sehr positiv", erzählt Resch optimistisch.

Gibt es Reaktionen aus der Bevölkerung? 

"Nein", erklärt Anton Resch. "Wir machen das nicht willkürlich, das hat seinen Grund. Die Verantwortung liegt bei uns", so der Förster. Laut Resch habe sich vor mehreren Jahren in der Nähe des Bad Reichenhaller Fußballstadions ein tragischer Unfall ereignet, bei dem ein Junge von einem Ast getroffen und schwer verletzt worden wäre. Damit es nicht mehr zu solch einer Tragödie komme, müssten Sicherheitsmaßnamen wie Baumfällungen vorgenommen werden.  

Baumarbeiten 2018 im Bad Reichenhaller Stadtgebiet

Im Januar informierte die Stadt Bad Reichenhall gemeinsam mit den zuständigen Behörden und Ämtern ausführlich über abgeschlossene und geplante Baumarbeiten im Stadtgebiet im laufenden Jahr. 

Rubriklistenbild: © dpa/Julian Strate (Symbolbild)

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