Wir beantworten die sechs zentralen Fragen

„Die letzte Phase der Pandemie“: Landrat nennt alle Details zum BGL-Impfzentrum

Landrat Bernhard Kern am Freitag, 18. Dezember, bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Impfzentrums im Landratsamt des Berchtesgadener Landes.
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Landrat Bernhard Kern am Freitag, 18. Dezember, bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Impfzentrums im Landratsamt des Berchtesgadener Landes.

Bad Reichenhall/Ainring - Nach den Weihnachtsfeiertagen geht es los: dann soll in Ainring-Mitterfelden gegen den Coronavirus geimpft werden. Behörden- und Klinikleiter beantworteten am Freitag alle Fragen.

„Der Impfstoff ist medizinischer Fortschritt per Excellence. Eine gute Sache für einen selbst und das persönliche Umfeld“, so Stefan Paech, Medizinischer Direktor der Kliniken Südostbayern am Freitag, 18. Dezember, im Landratsamt Berchtesgadener Land. Zusammen mit Landrat Bernhard Kern, dem Ärztlichen Leiter des Impfzentrums Joachim Leßke und dem Verwaltungsleiter des Impfzentrums Arnim Schläfke stellte er alle Details zum Impfzentrum in der Industriestraße in Ainring-Mitterfelden vor.


Für Landrat Kern wird mit Beginn der Impfungen die „hoffentlich letzte Phase der Corona-Pandemie“ eingeläutet. „Diese Phase kann noch dauern, aber wir haben mit dem Impfzentrum jetzt unsere Aufgabe erfüllt. Nun sind die Bürger gefragt, denn die Impfung ist freiwillig.“ In der kommenden oder übernächsten Woche soll auch die Homepages des Impfzentrums im Berchtesgadener Land, www.impfzentrum-bgl.de, online gehen. Wir beantworten hier nun die wichtigsten Fragen zum Impfzentrum im Berchtesgadener Land.

Ab wann wird in Ainring-Mitterfelden gegen den Coronavirus geimpft?


Das Impfzentrum in der Industriestraße 9 in Ainring-Mitterfelden ist einsatzbereit. Micha Thomas vom Landratsamt rechnet mit einem Impfstart am 27. oder 28. Dezember. Der genaue Beginn ist noch abhängig von der Zulassung durch die European Medicines Agency sowie von der Chargenprüfung durch das Paul-Ehrlich-Institut. Der Impfstoff wird direkt im Impfzentrum in Mitterfelden gelagert.

Das Gebäude in der Industriestraße in Ainring-Mitterfelden, wo nun das Impfzentrum fürs Berchtesgadener Land aufgebaut wurde.

Wer wird zuerst geimpft?

Höchste Priorität haben Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, sowie Personen über 80 Jahren. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn soll zuerst in den Heimen geimpft werden. Im Berchtesgadener Land wird es mobile Impfteams geben, die die Heime besuchen. Außerdem gehören laut Spahn auch Ärzte und Pfleger zur Gruppe mit der höchsten Priorität. Nach Schätzung von Micha Thomas vom Landratsamt gehören rund 10.000 Personen im Berchtesgadener Land zu jener Gruppe mit höchster Priorität.

So sieht der Impfraum im Impfzentrum in Ainring-Mitterfelden aus.

Wird es für bestimmte Gruppen eine Impfpflicht geben?

Nein. Auch für Risikogruppen oder medizinisches bzw. Pflegepersonal wird es keine Impfpflicht geben. „Wir setzen darauf, dass die Impfkampagne viele überzeugen wird“, so Stefan Paech von den Kliniken Südostbayern. Aber auch fürs Personal der Krankenhäuser gelte: „Es wird kein Druck ausgeübt, es wird keine Sanktionen und keine beruflichen Nachteile geben.“ Aber ohne einer Durchimpfung der Bevölkerung komme man aus dem Lockdown nicht heraus. „Selbstschutz, Angehörigenschutz und Patientenschutz“ müssten als Anreiz groß genug sein, sich als Klinik-Mitarbeiter impfen zu lassen, so Paech.

Dr. Joachim Leßke, der Ärztliche Leiter des Impfzentrums im Berchtesgadener Land, bei der Pressekonferenz am Freitag.

Wie wird eine Corona-Impfung im Berchtesgadener Land ablaufen?

Geimpft wird nur mit Termin. Das Anmeldeverfahren wird zuerst nur telefonisch möglich sein, später soll es auch eine Online-Terminreservierung geben. Auch ein Impfausweis sollte möglichst mitgebracht werden. Bei der Anmeldung bekommt man einen Aufklärungsbogen, womöglich wird Fieber gemessen. Mit einem Arzt wird anschließend die medizinische Vorgeschichte besprochen und über die Impfung informiert.

Nachdem eine Einverständniserklärung unterschrieben wurde, erfolgt die Impfung durch Medizinische Fachangestellte. Fünf bis 15 Minuten muss der Patient anschließend in einem Beobachtungs- bzw. Warteraum verbringen. Danach können die Patienten wieder heim. Auch ein Termin für die zweite Impfung wird an Ort und Stelle gleich vereinbart. Er wird maximal 21 Tage danach stattfinden.

Wie lange wird es dauern, bis die Personen mit höchster Priorität geimpft sind?

Im Berchtesgadener Land gehören der Gruppe mit höchster Impfpriorität etwa 10.000 Personen an. „Wie schnell diese Personen geimpft sind hängt auch von ihrer Impfwilligkeit ab. Außerdem ist noch unklar, wie viel Impfstoff wir wann bekommen“, so Micha Thomas vom Landratsamt. Im Impfzentrum in Ainring-Mitterfelden können täglich bis zu 280 Personen geimpft werden, die mobilen Teams könnten etwa 200 Menschen täglich impfen.

So sieht der Anmeldebereich im Impfzentrum in Ainring-Mitterfelden aus.

Wann wird das Impfzentrum im Berchtesgadener Land geöffnet sein?

Montags sowie von Mittwoch bis Samstag ist im Impfzentrum in Ainring-Mitterfelden von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Dienstags von 7 bis 18 Uhr. Bei Bedarf sollen die Öffnungszeiten auf Sonn- und Feiertage ausgeweitet werden. Geparkt werden kann direkt vor dem Gebäude oder entlang der Industriestraße in Ainring.

xe

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