Einsatzkräfte suchten mit allen Mitteln

Traurige Gewissheit: Bundeswehrsoldat (32) aus Bad Reichenhall tot aufgefunden

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Bad Reichenhall - Der 32-Jährige Soldat wurde seit Montag vermisst. Mehrere Suchaktionen verliefen ohne Ergebnis. Am Samstag wurde er tot aufgefunden.

Update, 16.45 Uhr - Soldat leblos aufgefunden

Wie die Polizei Bad Reichenhall bekannt gibt, wurde der seit einer Woche vermisste Bundeswehrsoldat am 16. Mai tot am Fuße des Alphorns an der Reiter Alpe aufgefunden. 


Die Kräfte von Bergwacht, Bundeswehr und Beamte der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei hatten eine großangelegte Suchaktion durchgeführt, die bis Freitagabend erfolglos verlief. Am Samstagvormittag setzten mehr als 60 Einsatzkräfte die Suche fort. Gegen 9.30 Uhr entdeckte die Besatzung eines Polizeihubschraubers auf 1.248 Metern Höhe eine leblose Person im oberen Bereich des Laufsteigs am nördlichen Ausläufer der Reiter Alpe. 

Mit dem Hubschrauber Edelweiß Drei wurden Polizeibergführer und Bergwachtangehörige zum Einsatzort gebracht, wo leider nur noch der Tod des Bundeswehrsoldaten festgestellt werden konnte. Die Sachbearbeitung übernahm ein Polizeibergführer der Inspektion Bad Reichenhall. 


Nach aktuellem Ermittlungsstand ist der Mann wohl alleinbeteiligt auf einem unwegsamen, wenig begangenen Weg abgestürzt. 

jv/Pressemeldung Polizei Bad Reichenhall

Erstbericht

Das Großaufgebot an Einsatzkräften von Bergwacht, Polizei und Soldaten der Bundeswehr konnte den vermissten 32-Jährigen bis zum Freitagabend trotz intensiver Bemühungen nicht finden, wobei die zwölf Gruppen und mehrere Suchhundeteams bereits 20 Wege und Steige im Lattengebirge abgegangen sind. 

Umherziehender Nebel und die meiste Zeit über strömender Regen erschwerten die Sicht; zeitweise riss die tiefe Wolkendecke aber so weit auf, dass vom Boden aus schlecht einsehbare und erreichbare Gräben und Hänge mit der Drohne und mit dem Polizeihubschrauber „Edelweiß 2“ gründlich aus der Luft abgesucht werden konnten. Der Heli flog am späten Nachmittag Teile des Waxriessteigs und des Poschbergs ab, bevor sich die Sicht wieder verschlechterte. Die Suche im Gelände und aus der Luft soll am Samstagmorgen bei voraussichtlich besserem Wetter fortgesetzt werden. In der Reichenhaller Bergrettungswache haben Bergwacht, Polizei und Bundeswehr eine gemeinsame Einsatzleitung eingerichtet, von der alle Suchteams koordiniert werden.

Vermisstensuche der Bergwacht bei Bad Reichenhall am 14. Mai

 © BRK KV Berchtesgadener Land
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Auf dem Hochschlegel fanden die Einsatzkräfte einen kleinen Beutel mit diversen Bekleidungsgegenständen, der eventuell dem Vermissten gehören könnte. Offensichtlich hatte jemand diesen Beutel dort aber nur deponiert oder verloren. 

Die Polizei Bad Reichenhall bittet nach wie vor um Hinweise aus der Bevölkerung: Wer kann Angaben zum Beutel mit den Kleidungsstücken machen? Wer hat den Vermissten am Wochenende oder zum Beginn dieser Woche im Bereich des Lattengebirges gesehen? Wurde das Rad noch von weiteren Leuten am Einstieg zum Waxriessteig gesehen? Hinweise nehmen die Beamten unter der Telefonnummer +49(0)08651/9700 entgegen.

Was bisher geschah

Am Donnerstagabend wurde bei der Polizei ein am unteren Ende des Waxriessteigs (Predigtstuhl, Lattengebirge) abgesperrtes Mountainbike gemeldet. Eine Streife der Reichenhaller Polizei kontrollierte das Bergrad daraufhin und konnte es dem seit Montag vermissten Bundeswehr-Soldaten zuordnen, der ohne näheren Anhaltspunkt vermutlich zu einer Rad- oder Bergtour aufgebrochen und nicht mehr zurückgekehrt war. Drei Gruppen der Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger wurden gegen 0.50 Uhr von der Polizei angefordert und suchten daraufhin von 1 bis 4 Uhr in der Früh von oben und unten den Waxriessteig und den weiteren Weg über den Predigtstuhl bis zum Hochschlegel zu Fuß ab. Das Team des Technikbusses der Bergwacht-Region Chiemgau flog von der Röthelbach-Forststraße aus mit der Wärmebild-Drohne die Südwest-Flanke des Poschbergs zwischens Todsbach und dem Schneideck ab.

Seit Freitagmorgen sind insgesamt zwölf Gruppen von Polizei und Bergwacht zu Fuß unterwegs, darunter auch Suchhundeteams der Bergwacht-Lawinen- und Suchhundestaffel Chiemgau und der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) der Polizei. Sie suchen alle relevanten Steige nach dem Vermissten ab. Tiefhängende Wolken und Regen erschwerten die Suche, weshalb vorerst auch noch kein Hubschrauber fliegen konnte. Die Polizei dankt dem aufmerksamen Reichenhaller, der das Rad gemeldet hatte und appelliert für die Zukunft, bei ähnlichen Fällen auch vermeintlich unbedeutende Feststellungen unbedingt mitzuteilen.

Pressemitteilung BRK BGL

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