In Piding wird wieder gesalzen!

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Seit Donnerstag kann in Piding wieder gesalzen werden - vorrübergehend.

Piding - Bald ein Woche saß die Gemeinde Piding jetzt auf Kohlen. Am Donnerstagvormittag war endlich aufatmen angesagt. Südsalz lieferte das sehnsüchtig erwartete Steinsalz. Zur Vorgeschichte:

Wie aus heiterem Himmel traf am vergangenen Wochenende den Pidinger Bauhof und Bürgermeister Hannes Holzner die Nachricht aus der Saline Bad Reichenhall: "Wir können Ihnen ab sofort kein Salz mehr liefern." Grund seien die Verpflichtungen gegenüber Vertragskunden und die Streusalzknappheit.

"In diesem Sinne sind wir keine Vertragskunden", gibt Holzner zu. "Wir haben eine mündliche Vereinbarung mit der Saline." Diese sieht seit über 15 Jahren vor, dass die Streufahrzeuge der Gemeinde Piding direkt in der Saline mit Streusalz befüllt werden, dann wenn es nötig ist. Das erspart der Gemeinde hohe Lagerkosten oder große Lagerhallen. In 15 Jahren gab es keine Problem - bis zum vergangenen Wochenende. "Die Nachricht hat uns am Freitag kalt erwischt", bedauert Holzner. Vor allem habe man im Oktober noch einmal bestätigt bekommen, dass die bisherige Vereinbarung auch in diesem Winter seine Gültigkeit habe.

Ähnlich ging es der Stadt Bad Reichenhall, die als Heimat der Saline keine Vorräte anlegt. "Wir haben in dieser Woche 75 Tonnen Steinsalz bekommen und zusätzlich 30 Tonnen Streusalz einkaufen können", bestätigte Bauamtsleiter Thomas Knaus gegenüber BGLand24. Das heißt, dass die kommenden Wochen erst einmal gesichert sind. Auch in Piding. Doch was dann?

Ratlos ist Pidings Bürgermeister Hannes Holzner - wo soll das Streusalz herkommen?

Reicht eine mündliche Vereinbarung, um sein Recht einzufordern? "Wir haben mit einem Rechtsanwalt gesprochen", bestätigt Hannes Holzner. "In unserem Fall tritt das Gewohnheitsrecht in Kraft, das mit einem schriftlichen Vertrag gleichzusetzen ist." Allerdings, was soll man einfordern wenn nichts da ist. Genau auf dieses Problem stieß Holzner jetzt auch bei anderen Firmen. "Da wir keine Vertragskunden sind, können wir auch bei keinem andern Unternehmen bestellen. Alle sagen uns das Gleiche: 'Wir haben nichts mehr!'"

Das Problem sind also nicht die kommenden Feiertage und die angekündigte Kälte. "Das Problem sind die kommenden Monate. Wir wissen nicht, wie es weitergeht", muss der Bürgermeister zugeben. "Wir haben 24 Tonnen Steinsalz geliefert bekommen. Das sollte drei Wochen reichen, dann sieht es düster aus." Deshalb haben Piding und auch die Stadt Bad Reichenhall bereits auf vielen Gemeindestraßen wieder auf Split umgestellt und die Salzstreuung reduziert. "Aber auch das ist nicht immer einfach." Deshalb sucht Holzner händeringend nach einer Lösung. Doch auf Unterhändler zurückzugreifen, die das vierfache vom normalen Preis verlangen ist definitiv nicht möglich.

Jürgen Engl, Standortleiter der Saline in Bad Reichenhall, versucht ein bisschen zu beschwichtigen: "Die Lage muss sich in ganz Deutschland beruhigen, dann können wir im neuen Jahr auch wieder liefern." Im BGLand24-Interview betonte Engl, dass die Saline in Bad Reichenhall kein klassischer Streusalzhersteller sei und somit auch weniger Streusalz zur Verfügung habe. Durch den frühen langen Wintereinbruch in ganz Deutschland seien die Vorräte europaweit so gut wie aufgebraucht. "Panik ist aber nicht notwendig. Immerhin waren die Straßen trotz Verspätungen und Ausfällen im Bahn- und Flugverkehr meistens frei."

Christine Zigon

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