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Kaniber: „Ihr seid die echten Heroes”

Nach drei Jahren Pause: Ehrungen und Beförderungen beim großen Florianifest der Reichenhaller Feuerwehr

Landrat Bernhard Kern (links) mit Staatsministerin Michaela Kaniber und Oberbürgermeister Christoph Lung.
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Landrat Bernhard Kern (links) mit Staatsministerin Michaela Kaniber und Oberbürgermeister Christoph Lung.

Mit einem großen Umzug durch die Kurstadt und unter Beisein von Staatsministerin Michaela Kaniber und Landrat Bernhard Kern hat die Freiwillige Feuerwehr Bad Reichenhall nach drei Jahren Pause das Florianifest im Königlichen Kurhaus Reichenhalls gefeiert. 800 Einsätze zählte Kommandant Andreas Gabriel. Viele Einsatzkräfte wurden zudem befördert und für langjährige Mitgliedschaft geehrt. 

Bad Reichenhall - Alle waren sie zum Umzug durch Reichenhall erschienen und zur anschließenden Sause im Königlichen Kurhaus, in dessen Festsaal ein Büffet aufgetischt war, das seinesgleichen suchte, und das Feuerwehr-Vereinsvorstand Michael Dorrer als Lustwart arrangiert hatte: die Ministerin, der Landrat, der Oberbürgermeister, Stadträte und Bundeswehr-Brigadekommandeur, der Polizeichef und Abgesandte befreundeter Feuerwehren aus dem gesamten Kreisverband, darunter Kommandanten und Vorstand aus Bischofswiesen, Piding, Weißbach und Schneizlreuth. 

Stadtpfarrer Markus Moderegger hatte im Vorfeld einen großen Gottesdienst mit anschließender Fahrzeugweihe in der Nikolauskirche gehalten. Auf dem Vorplatz versammelten sich hunderte Teilnehmer, um den neuen Gerätewagen für die Wasserrettung einzuweihen, „ein durchdachtes und schlagkräftiges Fahrzeug“, urteilte Kommandant Gabriel. Die Notwendigkeit solcher Fahrzeuge sei groß. So war etwa im Februar dieses Jahres in Laufen ein Pkw mit einer dreiköpfigen Familie in die Salzach gestürzt. Das Fahrzeug habe sich technisch zwar bewährt, hieß es, die Familie konnte aber nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.

Der Höhepunkt des Jahres

Gemeinsam ging es beim anschließenden Festumzug, musikalisch begleitet, quer durch die Kurstadt in den festlich geschmückten Saal des Kurhauses. Die Stadtkapelle spielte - „es ist der Höhepunkt unseres Jahres“, sagte Gabriel. „In der Pandemie hat unsere Kameradschaft stark gelitten“, so Feuerwehrvereinsvorstand Michael Dorrer, der gleichzeitig die humorig-freche Moderation des Abends auf großer Bühne übernahm und die Ehrengäste einzeln vorstellte. 

Mit einem Rückblick in Videoform ließ Kommandant Andreas Gabriel die vergangenen drei Jahre Revue passieren und zeigte die Höhepunkte im Leben der Reichenhaller Feuerwehrmänner und - frauen. Letztere machen mittlerweile mehr als zehn Prozent im Stadtgebiet aus: Von 162 aktiven Mitgliedern sind 17 weiblich. Tausende Einsatzstunden haben die ehrenamtlich Arbeitenden in insgesamt 800 Einsätze investiert. Dennoch, sagte Andreas Gabriel, hätten alle „unter den Corona-Restriktionen richtig gelitten“.

Eine sehr schwierige Zeit

Lange Zeit waren die Kontakte eingeschränkt, ebenso der Übungsbetrieb für eine „doch so wichtige Aufgabe“. Der Informationsaustausch fand über Mails und WhatsApps statt - „eine sehr schwierige Zeit“, resümierte er. „Das Wichtigste war, die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten - und das haben wir geschafft.“ 185 Brandmeldealarme, mehr als 100 technische Einsätze, unter anderem bei Unfällen, 20 Personenrettungen, knapp 100 Unwettereinsätze, mehr als 60-mal brannte es im Stadtgebiet. 

Nicht jeder Alarm sei „anspruchsvoll“, sagte der Kommandant. 60 Brandmeldeanlagen gibt es in Reichenhall, oft sind es Fehlalarme, die die Feuerwehr auf den Plan rufen. „In einigen Fällen raucht es irgendwo - und am Ende ist unser Eingreifen nicht notwendig.“ Oft mussten hilflose Personen in ihren Wohnungen gerettet werden, da der Anteil an Alten in der Kurstadt überdurchschnittlich hoch ist. Gabriel zeigte sich dankbar, dass der Wille der Mitglieder, das Ehrenamt auszuüben, ungebrochen groß sei. In der Jugendfeuerwehr leisten aktuell 34 Personen Dienst, darunter zehn Mädchen. „Damit ist auch der Nachwuchs für die nächsten Jahre gesichert.“  

Für andere Menschen im Einsatz

„Aufs Tiefste mit dem Blaulicht verbunden“, zeigte sich Staatsministerin Michaela Kaniber. „Ihr seid die echten Heroes und betreibt ein verdammt starkes Ehrenamt, das die Politik unterstützen muss“, lobte sie den Einsatz der Reichenhaller Wehr. Kaum ein Brauchtum sei ohne die Hilfe der Feuerwehr möglich. „Ihr seid die Vorbilder unserer Zeit“, sagte Kaniber in ihren Grußworten und bedankte sich „für jede Sekunde Eures Dienstes“. Dank und Respekt zollte auch Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung, der mehr Wertschätzung dem Ehrenamt gegenüber aus der Gesellschaft einforderte. „Menschen sind hier für andere Menschen im Einsatz“, sagte Landrat Bernhard Kern, der den Einsatzkräften zusätzliche Rückendeckung versprach. Und auch der Leiter der Polizeidienststelle Reichenhall, Peter Huber, zeigte sich über die „immer gute Zusammenarbeit.“

Weil in den vergangenen Jahren keine Ehrungen und Beförderungen stattfanden, wurde das nun offiziell nachgeholt. Eine Reihe von Wehrvertretern hatten in den vergangenen Monaten Ausbildungen absolviert und wurden beglückwünscht. Mehrere neue Oberfeuerwehrmänner- und -frauen wurden in den Reihen der Reichenhaller Wehr begrüßt. Hauptfeuerwehrmänner, Lösch-, Oberlösch-, Hauptlöschmeister und Brandmeister können nun Dienst tun in der intern als „Spezialeinheit 18+“ betitelten Abteilung. Zudem wurde auch eine Reihe an Mitgliedern für 25- und 40-jährige Dienstzeit ausgezeichnet, ehe Vereinsvorstand Michael Dorrer das große Buffet eröffnete und die Showband zur Musik aufrief.

kp

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