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Im Sinne der Nachhaltigkeit

Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall – Corona ermöglichte Lebenstraum-Erfüllung

Manuela Donaubauer aus Bad Reichenhall eröffnete am Unteren Lindenplatz „SecondTrend“ und erfüllte sich damit einen Lebenstraum.
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Manuela Donaubauer aus Bad Reichenhall eröffnete am Unteren Lindenplatz „SecondTrend“ und erfüllte sich damit einen Lebenstraum.

Für Manuela Donaubauer steht Nachhaltigkeit an erster Stelle: Ein altes Wasserrohr als Kleiderstange, ein uralter Holzbalken aus einem Bauernhof als Lampenleiste, ein von Steff Brenzinger und Markus „Mäx“ Mayerl gestalteter Kirschholz-Tisch als Waren-Präsentier-„Teller“, abgeschliffene Fensterläden von einem abgerissenen Haus in der Nachbarschaft als Garderobentür – im Bezug auf das Interieur in ihrem jüngst eröffneten „SecondTrend“-Laden in Bad Reichenhall verhalf Manuela Donaubauer alten Stücken, die wohl die meisten Menschen auf den Müll geworfen hätten, zu neuem Glanz.

Bad Reichenhall - Es ist ihr wichtig, diese umweltbewusste Intention auch nach außen vorbildhaft vorzuleben. Mit dem kleinen Geschäft am Unteren Lindenplatz hat sich die 51-Jährige nun einen lang gehegten Lebenstraum erfüllt, an dem die Corona-Krise nicht ganz unschuldig war. „Diese Zeit muss uns doch nun alle zum Nachdenken animiert haben“, hofft sie, weil „sich nahezu für jeden irgendetwas verändert hat“.

Jüngst ein Hofladen in Nonn, jetzt „SecondTrend“ im Zentrum der Kurstadt – es gibt sie also, die mutigen Menschen, die selbst in diesen Krisen-Zeiten etwas Neues, Innovatives und vor allem Nachhaltiges auf die Beine stellen. „Ich habe bereits einige positive Rückmeldungen erhalten, dass exakt so etwas in Bad Reichenhall bislang fehlte“, freut sich Manu Donaubauer über die wohlwollende Resonanz. Gleichwohl weiß sie um ihren mutigen Schritt: „Ich muss jetzt zu Beginn erstmal jeden Monat die Miete reinbekommen, dazu die Nebenkosten, und am Ende natürlich etwas zum Leben verdienen“. Hausbesitzerin Rosemarie Hatzl aus Österreich ist sie dankbar, weil sie ihr im ersten Jahr mit der Miete entgegenkommt. „Sonst würde es möglicherweise nicht funktionieren“, weiß die gebürtige Reichenhallerin.

Jetzt erst recht

Lange schlummerte der Wunsch eines eigenen Ladens in Manu Donaubauer. Als die beiden Kinder klein waren, gab es andere Prioritäten. Dazu einen sicheren Job, der nicht einfach weggeworfen wird. „Da musste erst die Pandemie kommen, dass ich mich traute, einen Laden aufzumachen und in die Selbstständigkeit zu gehen.“ Die gelernte Bürokauffrau wurde 2020 unerwartet arbeitslos und sagte sich „jetzt erst recht“ und „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Dabei dachte sie schon immer nachhaltig: „Die Wegwerf-Mentalität und der Konsum-Wahnsinn unserer Gesellschaft regt mich richtig auf. Die meisten Dinge können anderweitig verwertet oder weiterverarbeitet werden, um danach einen zweiten Besitzer damit glücklich zu machen. Es wäre überhaupt schön, würde die Tendenz weg vom Online-Shopping und wieder mehr zurück Richtung ,Kaufen vor Ort‘ gehen – im Sinne der heimischen Geschäftsinhaber.“

Ein enormer Zufall spielte Manu Donaubauer in die Karten: „Bei einem Spaziergang am Thumsee traf ich Alexandra Louise Buchner“. Sie hatte ihre Praxis „Entspannung und Gesundheit“ seit 2005 nahe der Alten Saline, die Räumlichkeiten aber gewechselt. Der Laden war frei und damit der Teppich für die neue Idee ausgerollt. Manu Donaubauers „SecondTrend“-Geschäft ist in zwei Bereiche aufgeteilt: Vorn gibt’s innovative Accessoires und durchaus hochwertige Geschenkartikel „aus der Reihe“ von verschiedensten Künstlern und Handwerkern aus dem gesamten Berchtesgadener Land: Außergewöhnliche Damast-Messer eines Karlsteiners, kunstvoll bemalte Affirmations-, also sogenannte Erzählsteine einer Dame aus Anger oder echte Designer-Lampen des Lebensgefährten der Laden-Besitzerin.

Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall

Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall.
Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall. © bit
Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall.
Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall. © bit
Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall.
Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall. © bit
Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall.
Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall. © bit
Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall.
Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall. © bit
Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall.
Manuela Donaubauer eröffnet „SecondTrend“ in Bad Reichenhall. © bit

„Darauf bin ich angewiesen, weil ich künstlerisch nicht begabt bin“, gibt sie mit einem Schmunzeln zu und schiebt fast ein wenig bescheiden nach: „Ich bin halt diejenige, die den nötigen Raum für diese tollen Stücke anbietet.“ Im hinteren Bereich gibt es schließlich die klassische Second-Hand-Kleidung, doch nicht – wie so oft – nur lieblos auf einem Haufen geworfen, sondern ebenfalls sauber und geschmackvoll präsentiert. Eine Umkleidekabine steht zur Anprobe bereit. Die Optik insgesamt erinnert ohnehin eher an eine gemütliche, gut sortierte Boutique, als an einen Gebrauchtwaren-Laden – „so bin ich halt“, zuckt Manu Donaubauer fast ein wenig entschuldigend mit den Schultern. „Ich will es hier schön haben, die Kunden sollen sich ja schließlich auch wohlfühlen.“

Für den guten Zweck

Ihre Kleider-Ware erhält Manu Donaubauer auf Kommission von „Spendern“. Drei Monate präsentiert sie diese in ihrem Geschäft. Nach dieser Zeit nimmt sie mit diesen Kundinnen oder Kunden Kontakt auf, um abzustecken, was verkauft wurde, was nicht – „weil ich hier natürlich einen gewissen Waren-Wechsel brauche.“ Die nicht verkauften Stücke können wieder abgeholt, oder der Geschäftsinhaberin überlassen werden. „In diesem Fall möchte ich keinen Profit daraus schlagen.“ Die ,Ladenhüter‘ sollen der Caritas, also sozialen Zwecken und somit Menschen gespendet werden, die dringend(er) etwas benötigen.

„Wir müssen den Dingen eine zweite Chance geben“, lautet ein Motto von Manu Donaubauer, der die Umwelt am Herzen liegt. Der Name „SecondTrend“ assoziiert einmal tatsächlich die Mode aus zweiter Hand, Accessoires und Wohndeko, sowie als Trend zusätzlich handgemachte Kunst aus der Region. Mit diesen „Argumenten“ soll das neue Angebot am Unteren Lindenplatz punkten – eine gute, zentrale Stadtlage, aber doch eine Seitenstraße. Deshalb möchte die Ladenbesitzerin, nachdem sie innen „im Grunde komplett ausgestattet“ ist, nun auch den Außenbereich Stück für Stück ein wenig „wohnlicher“, als optischen Blickfang, gestalten. „Damit mich die Leute finden können“, schmunzelt sie zum Abschluss des Gesprächs mit BGLand24.

Info:

Manu Donaubauer öffnet ihren Laden momentan jeweils donnerstags und freitags von 14.30 bis 18.30 Uhr, am Freitag zudem von 9.30 bis 12 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr. Diese Zeiten sollen jedoch ausgebaut werden. Eine Warenabgabe wird bestenfalls vorab besprochen, Anfragen können per an Mail an info@secondtrend-reichenhall.de gerichtet werden.

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