Forderung nach Strategiewechsel der Lockdown-Politik

Lichterkette gegen Corona-Maßnahmen - Bürger demonstrieren auf Rathausplatz in Bad Reichenhall

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Mit einer Lichterkette demonstrierten die Teilnehmer gegen die bestehende Corona-Politik

Bad Reichenhall - Ein Zusammenschluss von 45 Bürgern hat am Freitagabend (11.Dezember) in Form einer Lichterkette gegen die aktuelle Corona-Politik demonstriert.

Die Pressemeldung im Wortlaut:


Wir fordern einen Strategiewechsel von der Lockdown Politik zu einem weitreichenden Schutz der Gesamtbevölkerung mit breitgestreuten Maßnahmen, durch die ältere Personen und Risikogruppen geschützt, Hygienekonzept- und bauliche Maßnahmen umgesetzt werden. 

Forderung nach Strategiewechsel


Das Berchtesgadener Land befindet sich bereits 50 Tage im Lockdown. Kanzlerin Merkel spricht bereits davon, im Januar Hilfen zu kürzen, Hilfen die noch gar nicht beantragt werden konnten bzw. noch nicht angekommen sind. Die Lockdown Politik hat schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Folgen, die so gut wie keine Beachtung finden.

Zielgerichtete breitgefächerte Maßnahmen bleiben aus. Die Impfung wird als Allheilmittel angepriesen, hierfür gibt noch keinerlei valide Bestätigung. Es ist nicht sicher, ob geimpfte Personen nicht trotzdem andere anstecken können, und wenn der Virus mutiert, stehen wir im nächsten Winter wieder vor den gleichen Problemen. 

Es fehlt nach wie vor ein gezielter Schutz von Risikogruppen. Es fehlt in Schulen und Altenheimen an FFP2 Masken, Lüftungsanlagen in Schulen wurden bisher noch nicht großflächig nachgerüstet bzw. werden an Schulen, welche Fenster haben, die geöffnet werden können, nicht genehmigt. 

Veranstalter werfen Politik spaltende Rhetorik vor

Selbstreflexion der Politik zum massiv geschädigten Gesundheitssystem durch die Einschnitte und Einsparungen der letzten Jahre wird nicht gezeigt. Wo sind die deutlichen sofortigen Lohnerhöhungen für das Pflegepersonal? Wo sind die Sofortinvestitionen in den Ausbau der Krankenpflegeschulen? In der Grippewelle 2018 waren die Krankenhäuser bereits ebenso an der Belastungsgrenze wie jetzt mit Corona.  

Mit gezielter spaltender Rhetorik wird die Verantwortung für das überlastete Gesundheitssystem von der Politik dem bösen Spaßbürger in die Schuhe geschoben, der Arbeiten gehen will und in seiner Freizeit mit Freunden und Familien ins Kino, Konzert oder Restaurant. Die heutige Lichterkette haben wir ins Leben gerufen, da uns das Berchtesgadener Land mit seinen Betrieben, Restaurants, Hotels, Künstlern und vor allem auch die Familien und   deren Kinder am Herzen liegt.

Wir fordern eine weitsichtige breitgefächerte Corona Politik und ein Ende der Lockdown Politik. Sinnvolle, abgewogene Maßnahmen und ein sofortiges Ende des Ausspielens der Bürger gegeneinander.

„Wir sind keine Coronaleugner“

Wir sind keine Coronaleugner und distanzieren uns von Personen mit rechter Gesinnung, uns ist sehr bewusst, dass dieser Virus ernst genommen werden muss und Maßnahmen gesetzt werden müssen, aber leider vergessen die meisten unserer Politiker, dass es auch eine psychosoziale Gesundheit gib, die für die Entwicklung unserer Kinder, der Stabilität unserer Familien und dadurch nicht zuletzt für den Erhalt unserer physischen Gesundheit eine große Rolle spielt. Sportvereine und die meisten anderen strukturgebenden Einrichtungen sind schon lange geschlossen.

Auch Spiel- und Skaterplätze dürfen nicht mehr genutzt werden. Skifahren ist verboten!  Kontakte zu anderen Personen sind sehr eingeschränkt. Wir fragen uns womit sich die Kinder und Jugendlichen in drei (evt. sogar vier) Wochen Ferien beschäftigen sollen. Kinder gehen nicht joggen, weil es nicht kindgemäß ist. Sie werden vors Fernsehen, Handy, Laptop und Spielkonsolen verbannt. Und das ist, wie die meisten von uns wissen alles andere als „gesund“.Auch die sozialen Folgen für Familien, in denen die Eltern nicht mehr aus eigener Kraft für den Lebensunterhalt sorgen können und dürfen sind enorm. Hier kommt es zu Belastungsfaktoren, die sich stark auf die psychische Gesundheit der Familien auswirken. 

Nun befinden sich auch die ersten Schulklassen wieder im Homeschooling. Das soziale Miteinander in der Schule ist ein wichtiger Beitrag für die Entwicklung der Kinder. Die Bildungschancen von Kindern dürfen in unserem Land nicht von der Bildung und dem Einkommen der Eltern abhängen. Dies ist ein soziologischer Supergau!

Weitreichende wirtschaftliche Folgen für den Landkreis

Viele Unternehmen und auch die Kultureinrichtungen haben trotz massiven Einbußen im ersten Lockdown investiert, um allen Corona Vorschriften gerecht zu werden. Und trotzdem müssen sie jetzt schließen. Hier sind viele Arbeitsplätze und berufliche Existenzen gefährdet. Für Teile der Kulturszene droht ein dauerhaftes Ende. Dies hat weitreichende wirtschaftliche Folgen für unseren Landkreis.

Julia Schmied und Anja Haberstroh, Veranstalterinnen der Lichterkette unterstreichen: „Wir gehen von Lockdown zu Lockdown. Wir schaffen mit dem Schutz einer Risikogruppe, neue Risikogruppen, psychische Gesundheit und soziologische Folgen werden bewusst ignoriert. Wir fordern einen Strategiewechsel zu breitgefächerten Maßnahmen und ein Ende der Lockdown Politik. Wir zeigen uns mit dieser Lichterkette auch solidarisch mit allen, die vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und der beruflichen Existenz stehen, aber auch mit allen Menschen in der Region, die unter Einsamkeit, Isolation und gesellschaftlicher Spaltung leiden. Und unsere Gedanken gehören auch den Personen, die schwer an Corona erkrankt sind oder Angehörige verloren haben. “

Unternehmer fordert Anpassung der Maßnahmen

Auch Dr. Oliver Brosche fordert eine Anpassung der Maßnahmen: „Ich bin Geschäftsführer eines seit Generationen in Familienhand geführten Unternehmens.  Wir importieren v.a. aus China vielerlei Produkte, die wir in unserem Stammsitz in Bad Reichenhall designen und von dort aus vertreiben. Unsere Kunden sind vor allem der deutsche Einzelhandel in allen Bereichen. Der coronabedingte Umsatzrückgang in unserer Branche liegt 2020 bei ca. 25 %. Ab einem Umatz-Minus von 30 % ist staatliche „November-Hilfe“ vorgesehen. Unser Geschäft hat sich entsprechend schlecht entwickelt. Ohne drastische Einsparungen in den laufenden Kosten würden wir nicht mehr existieren.“

Die Maßnahmen der Landesregierung zur Bekämpfung des Coronavirus hält der dreifache Familienvater aus vielerlei Gründen für falsch.

Die deutsche Wirtschaft leidet massiv und mit ihr alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Leiden sind vordergründig zunächst nur finanziell, aber tatsächlich auch sehr stark psychisch. Überall machen sich Existenzängste breit: „Wie lange habe ich noch meinen Arbeitsplatz? Wie lange komme ich mit dem Kurzarbeitergeld durch? Wie lange kann ich mein Unternehmen am Laufen halten?“

Die Politik der Angst ist hier nicht hilfreich!

Gewinner sind Amazon & Co.! Der Einzelhandel in den Innenstädten stirbt. Das Verbraucherverhalten wird nachhaltig verstärkt online orientiert sein.

Finanzielle Unterstützungshilfen kommen nur sehr zögerlich oder gar nicht, wenn gewisse „Hürden“ nicht genommen werden.

Pressemeldung Julia Schmied und Anja Haberstroh, Veranstalterinnen der Lichterkette

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