Eberhofer-Crew sorgt für Begeisterungsstürme

"Leberkäsjunkie"-Wahnsinn  in Bad Reichenhall

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Hoher Schauspiel-Besuch zur „Leberkäsjunkie“-Premiere in Bad Reichenhall mit (von links) Sebastian Bezzel („Franz Eberhofer“), Park-Kino-Betreiber Josef Loibl, Eberhofer- Krimi-Autorin Rita Falk und Simon Schwarz („Rudi Birkenberger“).

Bad Reichenhall - Fast alle Serien nutzen sich früher oder später ab. Für Dorf-Gendarm Eberhofer und seine Crew scheint dieses Kino- und TV-„Gesetz“ außer Kraft gesetzt – jedenfalls bislang.

Der interessierte Lichtspielhaus-Besucher staunt jedenfalls seit 2013 alle Jahre wieder Bauklötze über sich selbst, dass es ihm nach „Dampfnudelblues“ (2013), „Winterkartoffelknödel“ (2014), „Schweinskopf al dente“ (2016), „Grießnockerlaffäre“ (2017) und „Sauerkrautkoma“ (2018) immer noch nicht zu dumm geworden ist, mit Birkenberger, Susi, Ludwig, Flötzinger & Co. – und jetzt auch noch „Pauli“, dem schon einjährigen Sohn vom Franz und von der Susi.

Bilder: "Leberkäsjunkie"-Wahnsinn  in Bad Reichenhall 

Die sind nur Eltern, sonst „geht nix mehr“, fast nichts, im „Leberkäsjunkie“. Es ist die sechste Eberhofer-Verfilmung. Mit Pauken und Trompeten wie fast alle Vorgänger am vergangenen Donnerstag in den bayerischen Häusern angelaufen:

„Der Run hält unvermindert an, die ganze Sache ist seit Jahren das Kino-Phänomen schlechthin“, sagt Park- Kino-Betreiber Josef Loibl, der sich mit seinem beruflichen Partner Max Berger stets im August – dem nicht nur aufgrund des Sommers heißesten Film-Monat – vor Anfragen kaum retten kann. 

Zur feierlichen Premiere am Sonntagabend schaute zum zweiten Mal nach 2017 die Kern-Crew vorbei: Hauptdarsteller Sebastian Bezzel („Franz Eberhofer“) und Simon Schwarz („Rudi Birkenberger“) – dabei waren sie jüngst erst als „Grenzgänger“ in der Kurstadt zu Gast –, und Krimi-Autorin Rita Falk. „Leberkäsjunkie“ ist der siebte Eberhofer- Roman der 55-jährigen Münchnerin. 

Die Resonanz? Erneut gewaltig: „Fast eine Nummer zu groß für uns, dennoch war‘s entspannter als vor zwei Jahren“, so Loibl, weil „es die Gäste heuer auch waren.“ Der Reichenhall-Auflauf, der vorab nicht mehr besonders angekündigt werden muss – die Vorstellungen waren innerhalb von nur zwei Stunden restlos ausverkauft – gestaltete sich einmal mehr unübersichtlich: Die Axelmannstein-Kolonnaden und der Raum davor platzte aus allen Nähten, in den kleinen Kino-Räumen erdrückte der Andrang den einen oder anderen nahezu. 

Alle wollten ein Selfie oder ein Autogramm mit den bekannten Filmgästen, die eine Stunde später als angekündigt in die Kurstadt kamen. Trotzdem ging sich hie und da noch ein kurzer Smalltalk aus, ein Interview mit den heimischen Medien jedoch nicht. 

Die Crew ist „gedrängt“, muss ein straffes Programm durchziehen: Gestern München, heute Innsbruck, Wörgl, Bad Reichenhall, Prien, morgen Grafing – da geht sich kaum mehr ein gemütlicher Plausch aus. Zeit nahmen sich die Promis dennoch, für fast alle Wünsche des Publikums. 

In den Sälen selbst ließen sich Bezzel & Co. erneut ein wenig selbst feiern, dankten brav dem Publikum, erzählten lustige Anekdoten – „nah am Publikum“, freute sich Josef Loibl über ein ausverkauftes Haus. „Diesmal stießen wir auch bei den Getränken an unsere Grenzen“.

Der Routine eine Absage

Das Promotion-Rad dreht sich rasend schnell, dabei hat der Kommissar Eberhofer diese Massiv- und Massen-Kampagnen gar nicht nötig. Denn Regisseur Ed Herzog erteilt mit seiner Akribie am Set der Gefahr von zu viel Routine eine klare Abfuhr. 

Das Team lässt keinen Millimeter nach, die Gags sitzen nach wie vor Millisekunden-genau, die Storys behalten ihre gewisse Spannung. Mr. Gelassenheit Bezzel, der kongeniale Schwarz, ... – ja im Grunde alle Schauspieler entwickeln sich immer noch in ihren Rollen weiter. Über den Film selbst – passend dazu gab es bei Andreas und Hans Hartmann kostenfrei und stilecht in „Metzger Simmerl-Schürzen“ Leberkässemmeln – soll an dieser Stelle nicht viel verraten werden. 

Die große Fanschar schaut ihn sich ohnehin an, da gibt‘s keine Diskussion. 

Verraten sei erstens, dass wieder massig reingepackt wurde: Brandstiftung und viele Verdächtige, Mord und Bauintrigen, Fußball und Bier, natürlich der Kult-Kreisverkehr an der Staatsstraße 2111, viel schwarzer Humor und noch mehr Essen, sagenhaft viel Essen, vor allem ungesund. 

Zweitens: 1990-Weltmeister Klaus Augenthaler bekam eine kleine Rolle. Amüsant, weil der Ex-Kicker dabei (s)ein komplett fehlendes schauspielerisches Talent präsentiert. 

Drittens: Max und Josef in einer Mini-Statistenrolle. „Man muss aber schon ganz genau hinschauen, bei der Demonstrationsszene, und wissen, wo wir stehen“, schmunzelt Loibl. Lauter Beifall nach den Vorstellungen war Usus, weil diese Serie nicht nachlässt, wieder tobte ein Begeisterungssturm. 

Er wird anhalten: Das Phänomen „Franz Eberhofer“ findet 2020 mit dem „Kaiserschmarrndrama“ und somit Teil 7 seine Fortsetzung. Rita Falks zehnter Roman der Serie – „Guglhupfgeschwader“ – erscheint am 12. August. Ein Ende ist nicht in Sicht...

Information:

„Leberkäsjunkie“-Vorstellungen im Reichenhaller Park-Kino gibt es in den nächsten Wochen täglich dreimal – um 18, 19.15 und 20.30 Uhr –, am Wochenende sogar fünfmal. Ticket- Vorbestellungen sind ratsam, persönlich an der Kinokasse oder unter Telefon 08651/2715. Weitere Infos unter www.park-kino.de.

Hans-Joachim Bittner

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