Problematische Rettung der Tourengeher

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Die Rettungskräfte sammelten sich zunächst, bevor sie zum Einsatz auf dem Predigtstuhl ausrückten.

Bad Reichenhall - Der nach einem Lawinenabgang vermisste Tourengeher ist schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Seine Begleiter wurden von der Bergwacht ins Tal begleitet.

Nach Informationen des Münchner Merkurs sind die drei Tourengeher mit der letzten Bahn um 15.30 Uhr auf den Predigtstuhl losgefahren. Kurz darauf hatte sich in der Lechnerrinne das Schneebrett gelöst und einen 30-jährigen Pidinger mitgerissen. "Er kam auf der Lawine zum Liegen", bestätigte Bergwacht-Sprecher Markus Goebel BGLand24.

Gegen 16 Uhr wurde der Einsatzzentrale dann der Lawinenabgang mitgeteilt. Der Notruf wurde von einem der Skitourengeher selbst abgesetzt.

Sieben Rettungskräfte wurden mit einem Hubschrauber zur Unglücksstelle geflogen. Gegen 17.20 Uhr wurde der 30-Jährige gefunden. Er war vom Schneebrett mitgerissen, aber nicht verschüttet worden. Er soll schwer verletzt sein, ist aber glücklicherweise am Leben. Mit schweren Bein- und Schulterverletzungen wurde der Mann abtransportiert und in ein Krankenhaus eingeliefert.

Lawinenabgang: Einsatz der Rettungskräfte

Abschließend meldet die Polizei, dass die beiden weiteren und nach jetziger Kenntnis unverletzten Personen, es handelt sich offenbar um eine Frau und einen Mann, von fünf Bergwachtlern aus dem sehr schwierigen Gelände an einen Platz geleitet werden, an dem ein nachtflugtauglicher Hubschrauber sie abholen kann. Der Hubschrauber soll gegen 19.30 Uhr aus München kommen. Goebel rechnet mit einem Ende des Einsatzes um 21 Uhr.

Predigtstuhl: Rettung der Tourengeher

Lesen Sie auf bgland24 den Bericht des BRK:

Tourengeher bei Lawinenabgang schwer verletzt

"Die beiden Skitourengeher stehen unter Schock und kalt ist es jetzt auch", beschreibt er die Schwierigkeit des Einsatzes. "Vor allem ist die Lawine noch nicht komplett abgegangen. Es kann noch was nachkommen", weiß der erfahrene Bergretter. Laut ihm bestehe derzeit Lawinenwarnstufe zwei. Der Lawinenwarndienst Bayern warnte am Dienstag vor 'vereinzelten Gefahrenstellen in den Hochlagen in frisch eingewehten, kammnahen, vorwiegend nord- bis westgerichteten Steilhängen. Die frischen Einwehungen sind nur kleinräumig anzutreffen aber leicht auszulösen und bedingen in erster Linie eine Absturzgefahr. Daneben bleiben im extremen Steilgelände, nord- bis südostseitig, ältere Triebschneeablagerungen zu beachten, die bei großer Zusatzbelastung zu Schneebrettlawinen führen können." Laut Aussagen der Bergwacht waren an der selben Stelle viele Tourengeher unterwegs.

Vor Ort waren, neben anderen Hilfsdiensten, etwa 20 Kräfte der Bergwachten Bad Reichenhall, Teisendorf/Anger, Freilassing und der Tankanhänger der Bergwacht Chiemgau aktiv. Von polizeilicher Seite etwa 25 Personen.

Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd/re-df/cz

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