Streit um Sinn und Kosten für den Neubau

Landratsamt wehrt sich gegen "falsche Behauptungen" der Bayernpartei

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Fotomontage: Landrat Georg Grabner und das Landratsamt in Bad Reichenhall.
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Bad Reichenhall - Steile Vorwürfe setzte es jüngst von Seiten der Bayernpartei gegen die Neubau-Pläne des Landratsamtes: "Falsche Behauptungen" heißt es nun aus der Kreisbehörde. 

Von einer "Steuerverschwendung" und "Größenwahn" war die Rede, von einem "Denkmal" für Landrat Grabner, von nur 20 tatsächlichen Interessierten auf einer Info-Veranstaltung und von Kosten, die "vermutlich am Ende" über 60 Millionen Euro betragen würden - mit dieser Pressemitteilung sorgte die Bayernpartei vorige Woche nicht nur für viel Wirbel, sondern auch für "falsche Behauptungen", so das Landratsamt. 

"Die Gesamtkosten belaufen sich nach aktuellen und fundierten Schätzungen durch Fachexperten auf 37,5 Millionen Euro", heißt es aus der Behörde. Der Neubau sei die ökologischste, wirtschaftlichste und sozialste Variante, nach dreijährigem Überlegen habe sich der Kreistag dazu entschlossen. Außerdem wurde dasbestehende Landratsamt für 248 Beschäftigte konzipiert - inzwischen arbeiten nun schon 350 Mitarbeiter in dem Gebäude.

Generalsanierung und Erweiterung fast gleich teuer und mehr Kostenrisiko

Der städtebauliche Entwurf zur Wohnanlage und dem geplanten Neubau des Landratsamtes.

Was wäre die Alternative gewesen? Generalsanierung und Erweiterung des Altbaus. "Nach Expertenberechnungen würde das 94 Prozent der Neubaukosten betragen", so Pressesprecher Andreas Bratzdrum: "Zudem wäre eine Sanierung mit erheblichen Kostenrisiken verbunden, da durch zusätzliche Maßnahmen unvorhergesehene Mehrkosten hinzukommen können." Von einer "unverantwortlichen Steuerverschwendung", wie die Bayernpartei behauptete, könne daher nicht die Rede sein. Im Übrigen sei die Schuldenlast des Landkreises in der Amtszeit von Georg Grabner kontinuierlich abgebaut worden. 

Auf dem Grund des heutigen Landratsamtes sollen im Gegenzug 162 Wohnungen entstehen. Das neue Landratsamt soll gleich daneben in Holzbauweise entstehen und trotz des größeren Platzangebotes für die Mitarbeiter weniger Grundstücksfläche als das alte Gebäude brauchen. "Der Dialog zum Thema geht nach dem erfolgreichen offenen Informationsforum weiter", so Pressesprecher Bratzdrum. 140 "interessierte Bürgerinnen und Bürger" hätten teilgenommen - nach der Zählweise der Bayernpartei waren es "keine 20, wenn man Funktionäre und Mandatsträger abzieht".

Fotos zur Informationsveranstaltung "Am Kircholz"

xe

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