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Hochwasser-Katastrophe hinterlässt pure Verwüstung

„Es ist Land unter!“ - Einsatzlage im BGL eskalierte schlagartig

Kreisbrandinspektor Anton Brandner, der die Einsatzleitung beim Hochwassergeschehen im Berchtesgadener Land am Wochenende hat, berichtet gegenüber BGLand24.de, welchen Belastungen die Einsatzkräfte ausgesetzt waren.
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Kreisbrandinspektor Anton Brandner, der die Einsatzleitung beim Hochwassergeschehen im Berchtesgadener Land am Wochenende hat, berichtet gegenüber BGLand24.de, welchen Belastungen die Einsatzkräfte ausgesetzt waren.

Im Gespräch mit BGLand24.de berichten Landrat Bernhard Kern und Kreisbrandinspektor Anton Brandner Details zum katastrophalen Hochwasser-Geschehen am Samstag und Sonntag im Berchtesgadener Land.

Bad Reichenhall - „Es war für alle Einsatzkräfte eine lange Nacht!“, berichtet Kreisbrandinspektor Anton Brandner am Rande der Pressekonferenz im Landratsamt des Berchtesgadener Lands am Sonntag. „Normalerweise würde man über Nacht pausieren, um die Einsatzkräfte zu schonen und ihnen eine kurze Phase der Erholung zu gönnen. „Wir haben uns aber letztlich entschieden, alle durchzuarbeiten. Die Anzahl der ausstehenden Einsätze und der Bürgerinnen und Bürger in Not war einfach noch zu groß.“

In den nächsten Tagen solle ein Schichtbetrieb aufrecht erhalten werden. „So können die Einsatzkräfte zumindest abgelöst werden. Wir werden natürlich weiterhin 24 Stunden zur Verfügung stehen, wo Not am Mann ist, aber die einzelne Einsatzkraft soll dann wieder die Chance bekommen, sich zwischendrin erholen zu können.“ Schon beim Starkregen im Juni waren die Einsatzkräfte stark gefordert gewesen. Damals waren es etwa 70 Einsätze mit Schwerpunkt auf Bischofswiesen gewesen (Plus-Artikel BGLand24.de), diesmal waren es hunderte.

Hochwasser-Katastrophenfall im Berchtesgadener Land: Einsatzlage eskalierte plötzlich

„Im Prinzip fangen solche Groß-Unwetterlagen immer gleich an: Es kommen die ersten Alarmierungen und dann ist irgendwann der Punkt an dem man merkt, es eskaliert. Es eskaliert hinsichtlich der Zahl der Einsätze aber auch von den Lagemeldungen, die von den Einsatzstellen zurückkommen.“, so Brandner weiter. „Die Phase der normalen Einsatztätigkeit war sehr schnell beendet. Dann kamen auf einmal nur noch Meldungen wie ‚hier steht alles unter Wasser!‘“

Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land

Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land
Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land © Pfeiffer
Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land
Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land © Pfeiffer
Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land
Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land © Pfeiffer
Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land
Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land © Pfeiffer
Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land
Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land © Pfeiffer
Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land
Die Hilfskräfte sind im Dauereinsatz im Berchtesgadener Land © Pfeiffer

„Sie haben denn schnell klar gemacht: Das ist kein normales Szenario, sondern es ist Land unter!“ Auch anhand der Art der Einsätze sei dies rasch klar geworden. „Da meldeten sich dann plötzlich Leute beim Notruf, weil sie mit ihrem Auto auf der Straße nur noch vom Wasser getrieben werden und jegliche Steuerungsfähigkeit über das Fahrzeug verloren haben.“ In einem Fall seien gleich sieben Personen in einem Auto gesessen. „In einem weiteren Fall wurde ein Fahrzeug bis kurz vor den Rand der Berchtesgadener Ache getrieben und kam erst kurz davor zum stehen!“

Entwicklung der Wetterlage weiter im Blick

Aktuell sei die Arbeit der Einsatzkräfte grundsätzlich in der „Aufräumphase“ angelangt. „Wobei wir natürlich weiter die geologischen Verhältnisse der Hänge aber auch die weitere Entwicklung der Wetterlage im Auge behalten müssen.“ Es sei weiterhin das Potenzial für Starkregen vorhanden. „Ob der dann wirklich kommt, dass stellt sich bei uns in den Bergen dann meistens kurzfristig heraus und kann auch örtlich sehr unterschiedlich ausfallen. Ob und wie viel da jetzt noch runterkommt, das ist jetzt die entscheidende Frage, denn je nachdem kann sich unsere Arbeit noch einmal erheblich erschweren und vermehren.“

„Wir haben den Himmel weiter im Blick“, so auch Landrat Bernhard Kern (CSU). Er können auch jedem nur dringend anraten, weiter die Entwicklung der Wetterlage im Blick zu behalten. Er sei quasi pausenlos am Telefon gesessen. „Als nächstes geht es für mich nach Berchtesgaden, zur Einsatz-Koordinierungsstelle im dortigen Feuerwehrhaus. Dort werde ich mir ein Bild der Lage verschaffen. Daneben wird es auch zahlreiche Gespräche mit den Bürgermeister der betroffenen Gemeinden geben.“

Erhebliche Schäden an Infrastruktur im Berchtesgadener Land nach Hochwasser

„Diese Gewitterzelle hat sich bei uns festgehängt und abgeregnet, wodurch dann sprunghaft die Flüsse und Bäche anschwollen und über die Ufer traten. „Wir verfolgen schon seit längerem eine ganze Reihe von Hochwasserschutz-Maßnahmen in Zusammenarbeit mit allen zuständigen Stellen.“ Nach den Starkregen-Ereignissen im Juni hatte auch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein bereits betont, man arbeite an einer Vielzahl an Maßnahmen (Plus-Artikel BGLand24.de). Aber es hat sich einmal mehr gezeigt, dass es dabei immer wieder neue Herausforderungen gibt.“ Stets bedenken müsse man aber, dass die besonderen geologischen Verhältnisse im Voralpen-Raum teilweise besonders anspruchsvolle Aufgabestellungen bieten würden.

Landrat Bernhard Kern zeigt sich von der Hochwasser-Situation im südlichen Landkreis Berchtesgadener Land schockiert.

Die Infrastruktur sei stark in Mitleidenschaft gezogen worden. „Die Bahnstrecke ist gesperrt, der Busverkehr eingestellt. Wie lange die Aufräumarbeiten dauern werden, kann man jetzt noch nicht sagen, da wir noch damit beschäftigt sind, überhaupt zusammenzustellen, wo welche Schäden aufgetreten sind.“ Klar sei aber schon, dass es eine erhebliche finanzielle Belastung für die Gemeinden, den Landkreis und den Freistaat werden würde. „Da sind Straßen, sowie Geh- und Fahrradwege teils erheblich beschädigt worden.“ 130 Personen seien insgesamt evakuiert worden, davon 80 aus einer einzelnen Siedlung.“ Dabei zeige sich das Berchtesgadener Land allerdings von seiner besten Seite. „Hier funktioniert Nachbarschaftshilfe! Die Betroffenen konnten alle eine Unterkunft finden.“

hs

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