Was erwartet mich, wenn ich ein Elektrofahrzeug fahre?

Wichtige Hinweise für Elektro-Fahrzeug-Nutzer

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Was erwartet Fahrer mit Elektrofahrzeugen im Berchtesgadener Land?
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Landkreis - Der Landkreis Berchtesgadener Land betreibt Klimaschutzmanagement. Dazu gehört, dass die Gemeinden Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb durch E-Fahrzeuge ersetzen. Aber was erwartet Privatpersonen, die umsteigen wollen?

Kurz vor Weihnachten brachte das Christkind der Stadt Freilassing ein neues Elektrofahrzeug. Nachdem bereits ein Elektrofahrzeug im Einsatz war, wurde dieses nun durch ein neueres, einen VW e-up!, ersetzt. Das Fahrzeug wird hauptsächlich für innerstädtische Fahrten sowie für Fahrten im näheren Umkreis eingesetzt.  

Mehr Elektromobilität im Berchtesgadener Land

Elektrofahrzeug der Gemeinde Teisendorf

Nicht nur Freilassing setzt auf Elektromobiltität. Alle Gemeinden im Berchtesgadener Land, die einen eigenen Fuhrpark bewirtschaften, fahren mittlerweile teilweise elektrisch. Das Projekt ist 2016 gestartet und läuft noch bis Ende 2018. Bereits in der ersten Hälfte der Projektzeit wurden 9 Fahrzeuge und 3 E-Bikes durch die Kommunen Ainring, Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Bischofswiesen, Freilassing, Piding und Teisendorf beschafft. Elektrofahrzeuge für die Gemeinden Bayerisch Gmain und Saaldorf-Surheim folgen in den nächsten Monaten. 

Elektromobilität für das Landratsamt Berchtesgadener

Auch das Landratsamt fährt elektrisch. Zwei Elektrofahrzeuge sind täglich für Dienstfahrten im Einsatz. Eines davon steht sogar den Mitarbeitern außerhalb der Dienstzeiten als Car-Sharing Fahrzeug für private Fahrten gegen Gebühr zur Verfügung.

Neben der Einsparung von Energie bei Wärme und Strom und dem Ausbau erneuerbarer Energien, spielt auch der Verkehr im Klimaschutzkonzept eine wichtige Rolle. "Elektromobilität trägt dazu bei, auch im Verkehrssektor die Energieeffizienz zu steigern und verstärkt erneuerbare Energien einzusetzen, beispielsweise durch Strom aus Sonne und Wasserkraft", so Manuel Münch, der Klimaschutzmanager des Landkreises Berchtesgadener Land. 

Das Projekt wird durch das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Der Investitionszuschuss beträgt für alle Fahrzeuge knapp 50% (max. 200.000 Euro). Ein entscheidendes Kriterium im Projekt ist der Ersatz von alten, mit Benzin oder Diesel betriebenen,

BGLand24.de wollte wissen, was Elektrofahrzeugnutzer im Landkreis erwartet und welche Vorteile sie haben.

Wo kann ich mein Elektrofahrzeug tanken?

Ganz wichtig: Viele Autofahrer, die zwar gerne auf die Elektromobilität umsteigen würden befürchten, dass es nicht genügend Ladestationen gibt. Dafür gibt es eine Übersichtskarte mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge in der Region. 

Derzeit stehen im Landkreis Berchtesgadener Land 14 öffentliche Ladestationen zur Verfügung. Zahlreiche weitere sind bereits in Planung.

BGLand24.de hat Manuel Münch den Klimaschutzmanager des Landkreises Berchtesgadener Land zum aktuellen Status befragt.

Interview mit Manuel Münch 

Welche Bevorrechtigungen werden für Elektrofahrzeuge angeboten?

Elektrisch betriebene Fahrzeuge erhalten auf Wunsch bei der Zulassungsstelle ein sogenanntes E-Kennzeichen. Bei den entsprechenden Kennzeichen ist bei der Nummernfolge am Ende ein „E“ angefügt. Hierdurch ist das Elektrofahrzeug im öffentlichen Straßenraum eindeutig als dieses zu erkennen und kann somit gewährte Privilegien wie im Elektromobilitätsgesetz vermerkt nutzen.

Dazu gehört zum Beispiel, dass im Markt Berchtesgaden Elektrofahrzeuge auf öffentlichen Parkplätzen im Marktgebiet mit Parkscheibe kostenfrei für eine Dauer von 3 Stunden parken.

Und in der großen Kreisstadt Bad Reichenhall erhalten Besitzer eines E-Fahrzeuges gebührenfreie Ausnahmegenehmigungen zum Befahren der Pkw- und Kradsperrzonen. Ebenfalls wird der Anwohnerparkausweis für Nutzer eines E-Fahrzeuges gebührenfrei ausgestellt. Zudem wurden im Stadtgebiet zentrumsnahe Stellplätze errichtet, welche den E-Mobilen vorbehalten sind.

Wie schaut generell derzeit die Gesetzesentwicklung zum Thema Elektromobilität aus?

Das Elektromobilitätsgesetz vom 12.06.2015 eröffnet die Möglichkeit bestimmte Privilegien für elektrisch betriebene Fahrzeuge im öffentlichen Verkehrsraum zu schaffen, wie z.B. Parkbevorrechtigungen, kostenfreies Parken an bewirtschafteten Parkplätzen, die Benutzung von Busspuren oder die Zulassung von Ausnahmen von Zufahrtsbeschränkungen oder Durchfahrtsverboten.

Außerdem wird der Kauf von elektrisch betriebenen Fahrzeugen durch den Bund gefördert. Für rein elektrisch betriebene Fahrzeuge beträgt die Kaufprämie (Umweltbonus) 4.000 Euro, für Plug-in-Hybride 3.000 Euro. Die Prämie wird je zur Hälfte vom Bund und von den Automobilherstellern gewährt. Die Förderung kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt werden.

Wie viele private Elektrofahrzeuge gibt es derzeit im Landkreis?

Zum Jahresende 2017 waren im Landkreis Berchtesgadener Land 116 Elektrofahrzeuge und 238 Hybridfahrzeuge zugelassen.

Und wie viele Elektrofahrzeuge werden von Firmen für ihre Mitarbeiter bereitgestellt oder auch eBikes?

Alle Kommunen im Landkreis Berchtesgadener Land, die einen eigenen Fuhrpark bewirtschaften, haben bereits bzw. in Kürze Elektrofahrzeuge im Einsatz. Das sind dann insgesamt 17 Fahrzeuge plus mehrere E-Bikes in 11 Kommunen. Die Umstellung der Fuhrparke auf Elektromobilität wird im Rahmen eines eigens initiiertes Projektes im Berchtesgadener Land durch das Bundesumweltministerium gefördert.

Welche Änderungen oder Erweiterungen sind für die Zukunft geplant?

Für den Aufbau einer bedarfsgerechten und leistungsstarken Ladeinfrastruktur erarbeitet der Landkreis Berchtesgadener Land gemeinsam mit dem Landkreis Traunstein ein Elektromobilitätskonzept. Hierbei werden u.a. die Standorte ermittelt, die sich am besten für eine Lademöglichkeit eignen.

Mit welcher Unterstützung seitens der Gemeinden können Unternehmen oder Privatleute rechnen, wenn sie überlegen, sich ein Elektrofahrzeug anzuschaffen?

Der Landkreis und die WFG BGL unterstützen bei Fragen rund um Elektromobilität, Fördermittel und dem Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur.

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