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Alle Entwicklungen im News-Ticker

Schnee- und Glätte-Chaos in der Region: A8 bei Siegsdorf und Bad Reichenhall gesperrt – Zahlreiche Unfälle

Schnee- und Glätte-Chaos in der Region: A8 bei Siegsdorf und Bad Reichenhall gesperrt – Zahlreiche Unfälle

Dr. Christian Geltner über die Situation in der Kreisklinik

Kritische Lage in Bad Reichenhall: „So viele Covid-Patienten hatten wir noch nie“

Kritische Lage in Bad Reichenhall: „So viele Covid-Patienten hatten wir noch nie“
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Schon während der zweiten Corona-Welle galt die Kreisklinik in Reichenhall als gut ausgelastet, konnte Patienten im Bedarfsfall aber in die Nachbarlandkreise verlegen. „Das ist jetzt nicht mehr möglich, weil alle Kliniken voll sind”, sagt Christian Geltner. 

Mehrere Versuche sind nötig, um Dr. Christian Geltner, Chefarzt der Pneumologie der Kreisklinik Bad Reichenhall, ans Telefon zu bekommen. “Die Lage im Haus ist extrem angespannt, wir hatten noch nie so viele Covid-Patienten im Berchtesgadener Land wie aktuell”, sagt er. Patientenverlegungen? „Die gibt es bei uns schon länger.”

Bad Reichenhall - Laut Christian Geltner seien alle nur möglichen Ärzte herbeigerufen worden, „alle, die wir bekommen konnten.” Mehrere Orthopäden aus Berchtesgaden, wo elektive Eingriffe bereits aufgeschoben wurden, arbeiten nun in Reichenhall und unterstützen bei der angespannten medizinischen Lage.

Bundeswehr leiste Hilfe

25 Bundeswehrsoldaten der Hochstaufenkaserne helfen zudem in der Kreisklinik aus. „Sie werden eingelernt, machen auch in der Pflege mit”, sagt Geltner. Die Bundeswehr leiste dringend benötigte, hilfreiche Dienste, auch bei der Patientenverlegung. „Das funktioniert wirklich gut”, so der Chefarzt. Dessen Sorge: „Dass uns die eigenen Mitarbeiter davonlaufen.” Denn so angespannt wie derzeit sei die Situation im Landkreis noch nie gewesen.

Kliniken in der Region ausgelastet

Schon während der zweiten Corona-Welle galt die Kreisklinik in Reichenhall als gut ausgelastet, konnte Patienten im Bedarfsfall aber in die Nachbarlandkreise verlegen. „Das ist jetzt nicht mehr möglich, weil alle Kliniken voll sind”, sagt Christian Geltner.

Patienten werden bereits verlegt

Mehrere Reichenhaller Patienten seien bereits nach München, Murnau und Erlangen verlegt worden, vorvergangene Woche auch nach Würzburg. Weil die Kreisklinik in Reichenhall jeden Tag durchschnittlich acht bis zehn Corona-Neuaufnahmen verzeichnet, sei die Lage bedenklich.

Dramatische Lage in der Klinik

„Wir haben mittlerweile die Möglichkeit der Abverlegung nach Freilassing”, sagt Geltner. Seit vorvergangener Woche stehen auch dort Betten für Covid-Patienten zur Verfügung. „Die aktuelle Situation ist dramatisch”, sagt Geltner - und fügt hinzu: „Ich denke, wir haben die Spitze noch nicht erreicht. Bereits im Juli hatte der Chefarzt die vierte Welle prognostiziert. Damals ging er davon aus, dass bei hohen Impfzahlen „geringere Krankenhauseinweisungen” möglich wären. Allerdings: Die Impfzahlen blieben all die Monate auf niedrigem Niveau, die Klinikeinweisungen sind so hoch wie noch nie.

Doppelt so viele Patienten bis Weihnachten?

Zudem rechnet das RKI mit einem doppelten Bettenbedarf bis Mitte Dezember. Wie man das in der Kreisklinik Reichenhall stemmen soll? Kaum möglich. „Wir haben zwar Notfall-Eskalationspläne", aber noch mehr Patienten als momentan sind personell kaum zu stemmen. Zudem wäre dann für andere Patienten kein Platz.

Kleeblatt-Notfallplan nicht immer die Lösung

Offiziell ist in Bayern nun auch das sogenannte Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten aktiviert worden. „Das erlaubt, dass wir Patienten auch außerhalb Bayerns verlegen können”, sagt Geltner. Wenn irgendwie möglich, wolle man das aber nur im Notfall anwenden, auch, weil Angehörige dann sehr weite Strecken zurückzulegen hätten. Hinzu kommt: „Nicht jeder Covid-Patient ist in der Lage, über weite Strecken transportiert zu werden.”

Kaum Hoffnung auf Entspannung

Hoffnungsschimmer, dass sich die Lage entspannt, gibt es derzeit nur wenige. Seit Donnerstag ist das Berchtesgadener Land im Lockdown. Bis eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten Auswirkungen zeigen, vergehen mehrere Wochen.

kp

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