Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidatin für Bad Reichenhall

18 Fragen an Ania Winter (FWG)

Will in Bad Reichenhall Oberbürgermeisterin werden: Ania Winter (Freie Wähler).
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Will in Bad Reichenhall Oberbürgermeisterin werden: Ania Winter (FWG).

Bad Reichenhall - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Bad Reichenhall wird der Oberbürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Ania Winter (FWG).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Ania Winter


2. Partei

Freie Wähler Gemeinschaft FWG Bad Reichenhall

3. Alter

51

4. Wohnort

Bad Reichenhall seit 2009

5. Geburtsort

Lichtenfels

6. Familienstand

verheiratet

7. Kinder

zwei

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Bisher hatte ich noch kein politisches Amt inne. Ich kandidiere für das Amt der Oberbürgermeisterin von Bad Reichenhall, für den Stadtrat auf Platz 1 und für die Kreistagsliste auf Platz 11.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Respektabel finde ich da alle Menschen, die sich politisch ehrenamtlich engagieren, insbesondere auf Kommunalebene. Denn sie investieren in das Gemeinwohl eines der wichtigsten Güter: ihre Zeit.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Meine Familie und ich sind 2009 ganz bewusst nach Reichenhall gezogen. Ich habe mich in diese Stadt verliebt und sie ist zu meiner Heimat geworden. Ich nehme es nicht als selbstverständlich hin, sondern schätze es jeden Tag aufs Neue, dass es ein Privileg ist hier zu wohnen. Ich bin dankbar, dass meine Töchter in so einer schönen und attraktiven Stadt aufwachsen durften. Reichenhall hat es geschafft, obwohl es im 2.Weltkrieg erheblich zerstört wurde, seinen schönen Kurstadt- und ursprünglichen bayerischen Charakter zu erhalten, bzw. neu zu erschaffen. Geschuldet ist dies auch dem ausgeprägten Vereinsleben und Ehrenamtsengagements. Trotz des „großen Nachbarn“ Salzburg ist es Reichenhall gelungen, ein sehr respektables kulturelles Angebot vorweisen zu können. Landschaftlich liegen wir in einer prädestinierten Lage. Bei uns ist die Natur noch weitgehend unberührt, unser Wasser ist von hervorragendster Qualität.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Die Besonderheit meines Werdegangs liegt darin, dass ich schon in verschiedensten Arbeitsbereichen erfolgreich tätig war. Dadurch ist es gerade mir möglich, viele Stärken, die das Amt eines Oberbürgermeisters verlangt, miteinander zu vereinen. Notwendig ist nicht nur eine durchsetzungsstarke Persönlichkeit, sondern auch das nötige Feingefühl für Situationen und Menschen. Ich habe meine handwerkliche Ausbildung gemeistert, ebenso mein juristisches Studium; und das dabei Erworbene konnte ich in der Praxis auch umsetzen und anwenden. Derzeit arbeite ich mit Menschen aus allen sozialen Schichten und helfe ihnen in akuten Krisensituationen. Es ist mir ein besonderes Anliegen, meine Qualifikationen so für meine Heimat und die Menschen, die hier leben, einzubringen, dass Bad Reichenhall seinen Reiz und Charme erhält, wir hier mehr wirtschaftliche Sicherheit bieten können und junge Menschen ihre Kinder in dieser Stadt unbeschwert großziehen können, ebenso wie ich es gemacht habe.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Entscheidungen für Bürger transparent zu machen und zeitnah umzusetzen. Maßnahmen, die schon vor Jahren eingeleitet hätten werden müssen, um den immer weiter fortschreitenden Leerstand in der Innenstadt entgegenzuwirken. Ich will die Bürger stärker einbeziehen. Als Oberbürgermeisterin stehe ich dafür ein, dass kommunale Entscheidungen zeitnah umgesetzt werden. Dazu gehört stetes Controlling, auf kommunaler, wie auch weiterführenden Ebenen.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die Innenstadt wieder zu beleben, den Leerstand zu verringern, mehr Menschen wieder zum Besuch der Innenstadt zu bewegen. Die Abwanderung und Schließung von Läden ist in vielen Kommunen ein Problem. Das lässt sich sicher zum großen Teil auf den Online Handel, auf große Einkaufszentren außerhalb des Zentrums als auch die demografische Entwicklung zurückführen. Das Citymanagement muss dringend an diesem Punkt intensiv arbeiten. Das ist vorrangig. Reichenhall muss noch besser beim Stadtmarketing innerhalb des Landkreises positioniert werden. Wie sind der Mittelpunkt des Landkreises und dafür sollten wir auch stehen. Die Stadt muss hier auch für Einzelmaßnahmen offen sein. Ich könnte mir auch vorstellen, dass in einem gemeinsamen Projekt etwa im Rahmen einer Markthalle regionale Produkte angeboten werden, sozusagen ein täglicher Markt mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln. Oder zusammen mit den Gewerbetreibenden ein Onlineangebot der angebotenen in der Stadt vorhandenen Waren als Gegenstück zum Onlinehandel im Netz aufgebaut wird, dazu mit Servicegarantie, Reservierung zur Anprobe uvm.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Eine Reduzierung der Verkehrsbelastung. Das bedeutet wirkungsvolle Maßnahmen an der B20/21 vorantreiben. Eine Lärmentlastung der B 20/21 und der St 2101, sowie eine Entlastung der Innenstadt. Damit einhergehend ist eine Stärkung des ÖPNV erforderlich. Gerade im Bereich Verkehr ist eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit dringend geboten. Auch den Landkreis müssen wir da mit in die Verantwortung nehmen. Bezahlbaren Wohnraum schaffen. Größere Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bei der Energieversorgung.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Tatsächlich ist bezahlbarer Wohnraum ein nicht zu unterschätzendes Problem. Die stadteigene Wohnbaugesellschaft muss ihrerseits den in den letzten Jahren nicht mehr verfolgten Bau von Sozialwohnungen wieder forcieren. Aufgrund des integrierten Städtebauentwicklungskonzeptes können Fördermittel für den Wohnungsbau abgerufen werden; dabei ist auch an Einkommensgruppen zu denken, die nicht mehr über den Sozialen Wohnungsbau versorgt werden können, aber für eine gut gemischte Einwohnerstruktur auch erforderlich sind und mit Wohnung zur Miete oder zum Eigentum versorgt werden sollten. Dies ist konsequent und mit Nachdruck durchzusetzen. Um Wohnraum zu schaffen, würde ich zusätzlich prüfen lassen, ob sich Gebäude mit Leerstand dafür eignen könnten, aber auch die Thematik leerstehende Zweitwohnsitze angehen.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Dieses Thema ist mir extrem wichtig. Wir tragen für uns, für unsere Kinder und alle Folgegenerationen die Verantwortung. Insbesondere, da die Natur in unserem Landkreis in vielen Teilen noch ursprünglich erhalten ist. Ein wichtiger Baustein meines Engagements ist, Bad Reichenhall ein deutliches Stück der Energieautarkie näher zu bringen. Das bedeutet den Ausbau der regenerativen Energiequellen vor Ort und auch moderner Speichermedien.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Unsere Landwirte sind die Pfleger unserer Kulturlandschaft. Wir müssen die Belange der heimischen Landwirte ernst nehmen und dies mit dem modernen Umweltschutz in Einklang bringen. Deshalb dürfen keinesfalls irgendwelche Fronten verhärten. Ich möchte im Gespräch bleiben, gemeinsame Lösungen im Dialog finden. Wir können es uns nicht leisten, dass auch nur einer der heimischen Landwirte wegen Auflagen seinen Betrieb schließen muss.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Sie möchten was verändern? Dann nutzen Sie die Gelegenheit bei der Kommunalwahl am 15.März.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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