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Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen Bad Reichenhall

Grüne wollen lebendige Innenstädte

Bad Reichenhall - Zum Schluss des Kommunalwahlkampfes befassten sich die Reichenhaller Grünen noch einmal mit dem Thema Innenstadtentwicklung.

Und hatten sich mit den beiden ReferentInnen Dr. Astrid Rößler und Christian Klotz zwei bei diesem Thema besonders kompetente Fachleute eingeladen. Die ehemalige Salzburger Landesrätin hatte während ihrer Regierungszeit in der Salzburger Landesregierung erfolgreich gegen die ungebremste Ausweisung weiterer Verkaufsflächen gekämpft. Wer lebendige Innenstädte wolle, müsse die Ausweisung weiterer Verkaufsflächen in den Außenbereichen stoppen. Eine Innenverdichtung müsse Vorrang vor einer ungeregelten Außenentwicklung haben. "Stopp dem Supermarkt am Kreisverkehr" fasste Rößler ihr politisches Credo in dieser Frage zusammen. 

Engagiert und emotional trug Christian Klotz seine Kritik an einigen mehrheitlichen Beschlüssen des Bad Reichenhaller Stadtrates zur Ausweisung neuer Verkaufsflächen vor. Nicht das Internet sei Schuld an Umsatzrückgängen in der Innenstadt, sondern die mehrheitlichen Fehlentscheidungen des Stadtrates bei der Genehmigung neuer Verkaufsflächen am Bahnhof und beim Gaswerkgelände. Die insgesamt 8000 Quadratmeter an neuen Verkaufsflächen seien entgegen allen Empfehlungen diverser Fachleute genehmigt worden. Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe in Bad Reichenhall habe sich in den letzten 10 Jahren fast halbiert. Scharf ging Klotz auch mit der aktuellen Situation rund um die Themen Stadtmarketing und Citymarketing ins Gericht. Die Aufgabenstellung in beiden Bereichen sei völlig unklar. Die Angebote gingen an den Bedürfnisse von Einzelhandel und City vorbei. 

Demgegenüber verteidigte die zuständige Mitarbeiterin Sofie Lödermann die hier geleistete Arbeit. Sie glaube, dass die bereits gestarteten Maßnahmen langfristig Erfolg bringen würden. In der lebhaften Diskussion setzte sich Geschäftsinhaber Hans-Georg Unruh für das vor kurzem vorgestellte Konzept zur Bebauung der seit Jahren bestehenden Baugrube in der Poststraße ein. Man solle froh sein, dass sich hier etwas bewege.

Grünen-OB-Kandidatin Dr. Pia Heberer erwiderte, dass es aus ihrer Sicht falsch sei, immer wieder Bebauungsplänen zu erstellen, die sich ausschließlich nach den Wünschen der Investoren richten.

Man brauche zunächst ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Entwicklung der Kernnzone. In dieses müssten dann die jeweiligen Projekte eingepasst werden. Auch Grünen-Landratskandidat Dr. Bartl Wimmer sprach sich dafür aus, Investoren nicht blindlings hinterherzulaufen. Nach seiner Erfahrung würden die meisten Projekte scheitern, bei denen Projektplaner, Investoren und Betreiber unterschiedliche Personen wären. Jedem einzelnen dieser Beteiligten ginge es in der Regel darum, möglichst viel Rendite zu erwirtschaften. Die Interessen der Allgemeinheit blieben dabei oft auf der Strecke. Als positives Gegenbeispiel nannte Wimmer den Bau des Hotels Edelweiß in Berchtesgaden. Hier sei es außerdem gelungen, einen erstklassigen Städteplaner mit ins Boot zu holen.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen Bad Reichenhall

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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