Hans Söllner will Oberbürgermeister von Bad Reichenhall werden

"Bunt, belebend und Parteifarben von Jamaika"

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Hans Söllner will es mit 63 Jahren wissen und als Oberbürgermeister in Bad Reichenhall kandidieren.
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Bad Reichenhall - Noch bevor alle Kandidaten feststehen, verspricht der Oberbürgermeister-Wahlkampf bereits Spannung. Insgesamt sieben Bewerber haben sich bisher aus der Deckung gewagt, was sagen die anderen sechs zum prominentesten Namen?

Am Sonntagabend (1. Dezember) posaunte es pnp.de heraus: "Hans Söllner will Rathaus-Chef werden". Was gerüchteweise bereits seit Monaten in Bad Reichenhall kursierte ist Fakt. Am 10. Dezember um 18.30 Uhr will der Liedermacher im Bürgerbräu Bad Reichenhall Mitstreiter für seine Wählergruppierung finden, damit er überhaupt zur Wahl zugelassen wird.

Dieses Sechstett fordert Hans Söllner heraus: Guido Boguslawski, Christoph Lung, Herbert Lackner (o.v.l.), Ania Winter, Monika Tauber-Spring und Stefan Glas (u.v.l.).

Unsere Leser haben diese Meldung hauptsächlich positiv aufgenommen. Und auch der ein oder andere Mitbewerber hat sich gegenüber BGLand24.de zum prominenten Zuwachs geäußert. Immerhin sind es jetzt sieben Kandidaten, die um das Amt des Oberbürgermeisters buhlen, und Grüne sowie AfD haben noch nicht nominiert.

Christoph Lung, der Kandidat der CSU und der jüngste im Bunde, erwartet sich einiges vom Wahlkampf zur Kommunalwahl 2020: "Spätestens mit der Ankündigung von Hans Söllner, sich um das Amt des Oberbürgermeisters bewerben zu wollen, steht es wohl fest, dass der Kommunalwahlkampf in Bad Reichenhall sehr spannend wird. Das mediale Interesse ist auf jeden Fall gegeben. Die Bürger haben dabei eine bunte und breite Auswahl an Kandidaten. Dass es nun so viele sind, zeigt für mich vor allem, dass die Unzufriedenheit groß ist und ein Neuaufbruch nötig ist. Es würde mich sehr freuen, wenn die Vielzahl an Bewerbern auch dazu führt, dass sich die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ermutigt fühlen, sich selbst zu engagieren. Ich hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung: Das wäre gut für unsere Demokratie!"

Ähnlich sieht es auch Guido Boguslwaski von der SPD: "Mit Hans Söllner hat sicherlich die bislang schillernste Figur seinen Willen zur Kandidatur erklärt. Aus demokratischer Sicht kann ich ihm nur viel Erfolg bei der Sammlung der notwendigen Unterstützer-Unterschriften wünschen. Es wird sicherlich für ihn nicht ganz einfach werden. Nachdem ich noch mit zwei weiteren BewerberInnen rechne, ist das Rennen vollkommen offen und kann durchaus Überraschungen mit sich führen. So reichen möglicherweise bereits 15 % der Stimmen, um in die Stichwahl zu kommen, ich gehe von einer sehr engen Entscheidung aus. Die Vielzahl der KandidatInnen führt hoffentlich zu einer erhöhten Wahlbeteiligung, da diese doch 2014 recht bescheiden ausfiel. Zumindest gibt es ein breites Angebot, bei dem sich keine Bürgerin und kein Bürger im Nachhinein für eine Nichtwahl mit dem Argument herausreden kann, dass nichts passendes dabei gewesen wäre."

Für Stefan Glas von der Bayernpartei wird der Wahlkampf bunter und belebend durch die vielen Kandidaten, wobei er deshalb auch von einer Stichwahl ausgeht. "Für die „Freunde von Hans Söllner“ bleiben ja nur noch die „Partei-Farben“ von Jamaika übrig", äußert er sich mit einem Augenzwinkern gegenüber BGLand24.de bevor er ernst wird: "Es ist doch sehr schade, dass sich jemand selbst aufstellt, der in den letzten 40 Jahren kaum ein gutes Haar an der Politik in Bayern und auch nicht an der Verwaltung in Reichenhall gelassen hat. Er ist gegen Parteien, er ist gegen den jetzigen Staat eingestellt. Er ist überhaupt gegen die Politik! Ja soll Herr Söllner, so - mit dieser Einstellung - unser Staatsbad Reichenhall nach außen vertreten? Nein sicher nicht!" Dennoch ist Glas überzeugt, dass Hans Söllner es erreichen könnte, viele junge Bürger und auch Nichtwähler dazu zu bringen, "zu dieser wichtigen und richtungsweisenden Wahl am 15.März 2020 und auch zur Stichwahl zwei Wochen später am 29. März 2020 zu gehen und zu wählen."

Monika Tauber-Spring und die Bürgerliste Bad Reichenhall relativieren diese Aussage ein bisschen: "Mit Sicherheit darf man auch auf die Inhalte und Themen von Herrn Söllner gespannt sein. Grundsätzlich ist es ein Zeichen einer freiheitlichen lebendigen Demokratie, dass sich zahlreiche Interessenten für derartige Wahlämter bewerben können. Die Bürgerliste Reichenhall wird sich schwerpunktmäßig auf das eigene Wahlprogramm konzentrieren, um Bad Reichenhall für die Zukunft fit zu machen. Je mehr Personen sich um das Amt bewerben, umso wahrscheinlicher wird eine Stichwahl. Bei zahlreichen Bewerbern um das OB-Amt ergibt sich möglicherweise auch eine höhere Wahlbeteiligung. Letztlich werden die Wähler und Wählerinnen darüber entscheiden, wem sie im März 2020 das Vertrauen schenken werden."

Der amtierende Oberbürgermeister Herbert Lackner, der auch für seine eigene Wähler-Gruppierung antritt, ließ sich zu keiner Stellungnahme hinreißen, die Hans Söllner direkt betrifft: "Zu meinen Gegenkandidaten möchte ich mich nicht äußern. Ich konzentriere mich voll auf mein Amt als Oberbürgermeister. Alles weitere werden die Bürgerinnen und Bürger entscheiden."

Ania Winter von den Freien Wähler will erst abwarten, wer letztlich nominiert ist, bevor sie sich mit Namen auseinandersetzt. "Meine Zeit verwende ich darauf, gemeinsam mit der Gruppierung der Freien Wähler Gemeinschaft, in intensiven Gesprächen unsere politischen Themen zu bearbeiten und die Vorbereitungen für die kommende Zeit abzustimmen."

Hans Söllner selbst will sich erst äußern, wenn er wirklich nominiert ist. Dafür benötigt der 63-Jährige zuerst eine lose Gruppe von drei Leuten, die ihn dann in einer extra Nominierungsversammlung aufstellt. Sobald das geschehen ist, kann der Wahlvorschlag bei der Stadt Bad Reichenhall eingereicht und die 180 Unterstützer-Unterschriften dort geleistet werden.

cz

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