Jetzt auch FWG und Bayernpartei

Zwei weitere Oberbürgermeister-Kandidaten für Bad Reichenhall

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Die gelernte Automechanikerin und Rechtsanwältin Ania Winter wurde von der FWG als Oberbürgermeisterkandidatin nominiert.
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Bad Reichenhall - Nach dem Rückzug von Boris Bregar als Oberbürgermeisterkandidat für FWG, Grüne, SPD und FDP reihen sich immer mehr Namen in das Kandidaten-Karussell. Jetzt hat die FWG ihre Kandidatin nominiert und auch die Bayernpartei wählte ihren Kandidaten.

"Der Beirat der FWG hatte in Vorgesprächen die Juristin und Rechtsanwältin Ania Winter für eine Kandidatur zur Oberbürgermeisterwahl gewinnen können", teilte die FWG am Freitag (29. November) in einer Pressemitteilung mit. Die entsprechende Nominierung war am Montagabend vollzogen worden. "Ania Winter wurde mit nur einer Gegenstimme zur Oberbürgermeisterkandidatin der FWG gekürt. Sie nahm die Wahl dankend an und versprach sich mit aller Kraft einzusetzen."

Vor der Nominierung stellte sich die Kandidatin den anwesenden Mitglieder vor und umriss ihre Ziele für Bad Reichenhall: 1968 in Lichtenfels/Bayern geboren, wuchs sie in Remstal, nahe Stuttgart auf, wo sie 1988 ihr Abitur ablegte. Anschließend machte sie bei Mercedes eine Lehre als Automechanikerin, welche sie als zweitbeste ihres Jahrgangs abschloss. Nach dem anschließenden Jurastudium an der Uni in Tübingen und erfolgreichem Ablegen des 1. Staatsexamens wechselte sie nach Bayern, wo sie das Referendariat, unter anderem beim Landgericht Kempten, durch das 2. Staatsexamen erfolgreich beendete.

Zwischenzeitlich hatte sie geheiratet und ist heute Mutter von zwei Töchtern, 15 und 19 Jahre alt. Seit 2003 lebt sie mit ihrer Familie im Berchtesgadener Land, zunächst in Schönau, seit 2009 in Bad Reichenhall. Als praktizierende Katholikin ist sie bei der Caritas als Fachdienstleiterin „Soziale Beratung“ und im Bereich Schuldnerberatung tätig und für 9 Mitarbeiter zuständig. In Nebentätigkeit betreibt sie eine Anwaltskanzlei mit den Schwerpunkten Familien- und Sozialrecht.

Ania Winter will als Oberbürgermeister Verkehrswende einleiten

Sie bezeichnet sich selbst als zielstrebig, willensstark, belastbar, kommunikationsstark und teamfähig. Wichtig ist ihr zunächst ein gutes und kollegiales Arbeitsklima im Rathaus zu schaffen. Dadurch will sie gemeinsam mit einer erfahrenen und starken FWG aber auch in stetem Austausch mit den anderen Parteien im Stadtrat insbesondere aber mit einer bürgernahen Verwaltung die Stadt zukunftsfähig machen.

Weiter soll unter ihr als Oberbürgermeisterin eine Verkehrswende in der Stadt eingeleitet werden: auch hier hat sie ein Motto genannt: weniger Abgase, weniger Stau, weniger Lärm durch mehr Platz für Radfahrer, wenn möglich 1€ Ticket  oder 365 € Jahresticket im ÖPNV, und ein klares Bekenntnis zur dringenden Notwendigkeit einer alternativen Verkehrsführung des weiter steigenden Durchgangsverkehrs auf der B20/21.

Auch dem Klimawandel muss man, so die Kandidatin, schon im Kleinen, also auch in unserer Stadt begegnen. Ihr ehrgeiziges Ziel lautet: regenerative Klimautarkie der Stadt bis 2030 z.B. durch Windkraft am Saalachsee, Solarenergie auf zumindest öffentlichen Gebäuden und bessere Nutzung der Wasserkraft. Natürlich ist es auch ihr Bestreben als Oberbürgermeisterin das Kur- und Tourismuswesen zu stärken, die Innenstadt als Handelsstandort zu verbessern. Schließlich hat sie von Berufs wegen eine besondere Affinität zu sozialen Themen.

Bayernpartei wählt Stefan Glas zum OB-Kandidaten

Als Mitbewerber um das Amt des Oberbürgermeisters standen bereits der amtierende Oberbürgermeister Herbert Lackner (Liste Lackner), Christoph Lung (CSU), Monika Tauber-Spring (Bürgerliste) und Guido Boguslawski (SPD) fest. Ebenfalls seit Montagabend (25. November) gehört auch Stefan Glas von der Bayernpartei zu dem Reigen der Oberbürgermeisterkandidaten. Er wurde einstimmig nominiert.

Der Gastronom Stefan Glas will nach der Kommunalwahl im März 2020 ins Bad Reichenhaller Rathaus einziehen.

Der 58-jährige Imbissbetreiber ist verheiratet, hat drei Erwachsene Kinder und vier Enkel. Bevor er 2011 die Spieß-Hütt'n eröffnete, war er als Manager und Geschäftsführer im Bereich Werkzeuge, Industriebedarf und Arbeitsschutz tätig. "Ich bin ausgebildeter Handelsfachwirt (IHK) also ein ausgesprochener „Praktiker“ und gut ausgebildeter Fachmann im Bereich Marketing und Vertrieb- sowie im Bereich Geschäftsentwicklung von Großhändlern. Da werde ich wohl noch „das kleine aber feine Städtchen - Reichenhall“ nach vorne bringen können? Oder glauben Sie nicht?" stellte er bei der Nominierungsversammlung die Frage in den Raum.

Auch politisch ist Glas kein unbeschriebenes Blatt. Zuerst Mitglied der FWG und dann der FDP trat er 2018 in die Bayernpartei ein. "Einer der Programmpunkte die mich am meisten überzeugt haben, war „die Bürger zuerst!“", erklärte er in der Aufstellungsversammlung.

Stefan Glas will als Oberbürgermeister Parkraum schaffen

Dass er Oberbürgermeister werden will, habe einen einfachen Grund: "unsere Heimatstadt zukunftsfähig zu machen, ist die wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre". "Der Untertitel, meiner Reise lautet: „Klartext“! - sachbezogen - ehrlich bodenständig – einfach grad heraus - weil es um meine geliebte Heimatstadt geht", kündigte er an. Themen die er dabei anschnitt sind unter anderem der Handel und die Gastronomie. Die Fußgängerzone müsse wieder belebt werden, aber nicht mit Ketten und Geschäften, die es überall gebe. Auch in der Gastronomie setzt er auf das Bodenständige. Nur im Fall von Investoren in Nonn müsse man durchaus auch mal in die Zukunft schauen.

"Der wichtigste Punkt ist: Die Schaffung von Parkraum in der Innenstadt der auch zum Verweilen in der Fußgängerzone Möglichkeiten schafft!" so Glas. Dem 58-Jährigen schweben vier bis fünf Parkhäuser vor. Die möglichen Standorte wären aus seiner Sicht:

  • ehemalige Stadtwerke mit 3-4 Etagen + S-Bahnanschluss - Behindertengerecht ausgeführt und mit Solardach
  • großer Spitalparkplatz mit 2 -3 Etagen, außen bepflanzt und mit Solardach
  • Heillingbrunnerparkplatz mit 3-4 Etagen, auch für die Angestellten in der Innenstadt
  • Thermen – Parkhaus mit 4-5 Stockwerken plus Solardach, auch für Pendler mit Shuttelbusanschluss

Selbstverständlich sollte die Parkhäuser mit Ladestationen für E-Autos und Leihstationen für E-Bikes ausgestattet werden. Außerdem will Glas sich für den sicheren Ausbau der Münchner Allee mit weiteren notwendigen Überquerungshilfen einsetzen, genauso wie für die Verkehrssicherheit in der Fußgängerzone, die für ältere Menschen mit Gehhilfen oder Rollatoren nicht mehr gegeben sei.

Verkehrslösung für Bad Reichenhall: "Unter unserem Tal durch und an ihm vorbei"

In Sachen Kirchholztunnel sieht er eine einzige Möglichkeit: "Meine Vorstellung für unser Tal ist eine große Gesamtlösung zusammen mit Österreich, dem Verursacher des Problems, und der BRD, dem Freistaat Bayern und dem Land Salzburg. Es kann nur eine Lösung von Österreich nach Österreich geben: Unter unserem Tal durch und an ihm vorbei! Hier halte ich meine Pläne in der Hand, die zwar sicher teurer, aber dafür umso zukunftsfähiger sind als alle bisher vorgestellten und diskutierten „klein, klein und billig durchs Tal–Lösungen“."

Im Zusammenhang mit dem von ihm initiierten Bürgerbegehren gegen den Landratsamt-Neubau versprach er: "Als künftiger OB, bin ich gegen einen Neubau und werde das Bürgerbegehren „für eine Sanierung statt teurem Neubau“ auch zu Ende bringen bevor der Bau beginnt!" Sozialverträglicher Wohnungsbau, Investoren anziehen, um auf Augenhöhe zu verhandeln und Attraktionen für Jugendliche sind weitere Themen auf seiner Liste. Vor allem ein neues Eisstadion müsse her.

Mit Stefan Glas und Ania Winter haben die Bad Reichenhaller nun zwei weitere Wahlmöglichkeiten, wer letztlich nach der Kommunalwahl im März 2020 ins Rathaus einzieht.

cz mit Material der FWG und der Bayernpartei Bad Reichenhall

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