Wer wird Bad Reichenhalls Stadtoberhaupt?

Weitere zwei Parteien äußern sich zur Oberbürgermeister-Wahl

Wer wird Oberbürgermeister in Bad Reichenhall: Guido Boguslawski (u.r.), Christoph Lung (o.l.), Herbert Lackner (o.r.) oder Monika Tauber-Spring (u.l.).
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Guido Boguslawski (u.r.) will für die Reichenhaller SPD genauso Oberbürgermeister werden, wie Christoph Lung (o.l.) für die CSU, Herbert Lackner (o.r.) für seine eigene Liste und Monika Tauber-Spring (u.l.) für die Bürgerliste.

Bad Reichenhall - Vergangene Woche haben FWG, FDP, SPD und Grüne in Bad Reichenhall mitgeteilt, dass sie nach dem Rückzug von Boris Bregar keinen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters mehr aufstellen werden. Jetzt gibt es weitere Interessenten für eine eigene Kandidatur.

Update, 31. Oktober: Grüne und FDP zur Oberbürgermeister-Wahl

Noch bevor er richtig losgeht, liefert der Oberbürgermeister-Wahlkampf in Bad Reichenhall mächtig Zündstoff. Nach den jüngsten Ereignissen haben sich jetzt die Grünen und die FDP gegenüber BGLand24.de zu ihrer Position bei der Oberbürgermeister-Wahl geäußert.


"Wir wollen ganz viele Stimmen", spricht Pia Heberer für die Grünen. "Ob wir einen eigenen Oberbürgermeister-Kandidaten aufstellen, einen Kandidaten der anderen Parteien unterstützten oder uns ganz raus halten entscheiden wir Mitte November." Dann wird es eine Ortsversammlung geben und die Mitglieder können die Richtung vorgeben. Derzeit laufen Gespräche in alle Richtungen. Die eigentliche Aufstellungsversammlung der Grünen in Bad Reichenhall ist für den 8. Dezember vorgesehen.

Eine Entscheidung hat die FDP schon getroffen. "Wir stellen keinen eigenen Kandidaten auf", erklärte Felix Pautzke gegenüber BGLand24.de. Das könne die FDP derzeit nicht leisten. Ob sie aber einen anderen Kandidaten unterstützen und wenn ja wen, wird kommenden Mittwoch (6. November) in einer Mitgliederversammlung entschieden. Eine erste Tendenz gebe es schon, ließ sich Pautzke ein bisschen in die Karten schauen. Mehr wollte er aber vorab nicht verraten.


Update, 10.50 Uhr: SPD-Vorstand mehrheitlich für eigenen Oberbürgermeister-Kandidaten

"Ich bin schon der Meinung, dass die SPD als traditionsreichste Partei, den Anspruch haben sollte, so ein Amt auszuführen", erklärte Guido Boguslawski gegenüber BGLand24. Der langjährige Ortsvorsitzende der Bad Reichenhaller SPD hatte angekündigt, als Oberbürgermeister kandidieren zu wollen. "Ich sehe mich absolut in der Lage, dieses Amt auszuführen", ergänzte er. Außerdem sieht sich Boguslawski im links-progressiven Sektor, die bisherigen KandidatInnen würden aus seiner Sicht aus dem bürgerlich-konservativen Bereich entstammen. "Auch möchte ich ein Zeichen setzen für die meines Erachtens zu Unrecht schwächelnde SPD. Alle vereint natürlich der Kampf gegen faschistische Ideologien."

Am 18. November soll die Aufstellungsversammlung stattfinden. "Es gibt aber bereits einen erweiterten Vorstandsbeschluss, einen eigenen Kandidaten aufzustellen." Der Beschluss sei mehrheitlich gefasst worden, so Boguslawski. "Ich will wieder mehr Verständnis für die Politik generieren", ließ sich der Ortsvorsitzende ein bisschen in die Karten schauen. "Es wird immer mehr gemeckert, gibt immer wieder Widerstand gegen bestimmte Projekte. Als Oberbürgermeister kann man nicht immer auf alle Rücksicht nehmen, man muss Projekte auch durchsetzen."

Christoph Lung (o.l.), Monika Tauber-Spring (o.r.) und Herbert Lackner (u.r.) bekommen wahrscheinlich noch weitere Mitbewerber um das Oberbürgermeister-Amt.

Dass es mittlerweile vier mögliche Oberbürgermeister-Kandidaten sind, zu denen noch mindestens einer dazukommen könnte, stört Guido Boguslawski dabei nicht. "Das macht es spannend." Neben dem SPD-Ortsvorsitzenden, der erst noch nominiert werden muss, sind Christoph Lung von der CSU und Monika Tauber-Spring von der Bürgerliste bereits aufgestellt. Der amtierende Oberbürgermeister Herbert Lackner will mit einer eigenen Liste in den Wahlkampf gehen und die FWG hat angekündigt, bereits Gespräche über einen eigenen Oberbürgermeister-Kandidaten zu führen.

Erstmeldung:

Was im Mai mit einer gemeinsamen Aufstellungsversammlung und anschließender Pressekonferenz so zuversichtlich begann, fand jetzt für FWG, SPD, GRÜNE und FDP in Bad Reichenhall ein jähes Ende. Zuerst verkündete Boris Bregar im September, aus privaten Gründen nicht mehr für eine Kandidatur zur Verfügung zu stehen, dann scheiterten alle Versuche der drei Parteien und der Gruppierung, einen neuen gemeinsamen Kandidaten zu finden.

"Es ist wirklich sehr bedauerlich", betonte FWG-Fraktionssprecher Gerhard Fuchs noch einmal gegenüber BGLand24. In einer Pressesaussendung vergangene Woche erklärten die vier Stadtratsfraktionen, "dass die Gespräche trotz der einen oder anderen inhaltlichen Meinungsverschiedenheit von wechselseitigem Respekt und äußerst kollegialem Verhalten geprägt waren."

Zwei weitere Oberbürgermeister-Kandidaten für Bad Reichenhall sicher?

Dennoch scheint kein weiterer Kandidat wie Boris Bregar gefunden worden zu sein, der unabhängig ist, aber die Interessen aller vier Fraktionen/Gruppierungen vertritt. Darum verkündete Guido Boguslawski gegenüber dem Reichenhaller Tagblatt, dass er für eine Oberbürgermeister-Kandidatur zur Verfügung stehe. "Ich würde es nicht machen, wenn ich nicht eine gewissen Chance sehen würde", so der langjährige SPD-Ortsvorsitzende. Außerdem müsse die SPD aus seiner Sicht einen Kandidaten ins Rennen schicken. Die Aufstellungsversammlung ist für 18. November geplant.

Bereits kommende Woche könnte ein weiterer Name in Zusammenhang mit der Oberbürgermeister-Kandidatur fallen. "Derzeit finden finale Gespräche statt", verrät Gerhard Fuchs. Demnach wird die FWG einen eigenständigen Oberbürgermeister-Kandidaten aufstellen, zumindest spreche alles dafür, dass es "einen weiteren Bewerber, eine weitere Bewerberin um das Amt des Oberbürgermeisters geben wird."

Bisher ist Christoph Lung von der CSU nominiert. Der amtierende Bürgermeister Herbert Lackner will mit seiner eigenen Liste an der Wahl teilnehmen und die Bürgerliste schickt Monika Tauber-Spring als Oberbürgermeister-Kandidatin ins Rennen. Die FDP und die Grünen haben sich nach dem Scheitern der gemeinsamen Oberbürgermeister-Kandidatur noch nicht zum weiteren Vorgehen geäußert.

cz

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