Pressemitteilung Bürgerliste Reichenhall

Bürgerliste informiert sich über Friedhof in St. Zeno

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Monika Tauber-Spring, OB-Kandidatin, Franz Unterholzner, Friedhofswart, Manfred Hofmeister, 1. Vorsitzender, Josef Ecker, Schriftführer

Bad Reichenhall - Unser Friedhof ein Thema, das viele Reichenhaller Bürgerinnen und Bürger betrifft.

Die hohen Gebühren einerseits und die steigenden Auflösungen von Grabstätten andererseits, waren aktueller Anlass für einen Informationsbesuch der Bürgerliste Reichenhall mit ihrer OB-Kandidatin Monika Tauber-Spring.


Die zum Teil jetzt schon sehr hohen Gebühren führen zunehmend zu Unmut in weiten Kreisen der Bevölkerung. Die Gebühren z.B. für die Nutzung der Leichenhalle mit 333 Euro Grundgebühr und zusätzlich 47 Euro pro angefangenem Tag, treiben immer mehr Bürger, auch auf der Suche nach alternativen Bestattungsformen, zu Friedhöfen außerhalb Bad Reichenhalls. Auch die ortsansässigen Bestatter sind mittlerweile auf eigene Einrichtungen und Nachbargemeinden im Salzburger Land ausgewichen.

Wie sollen ältere Hinterbliebene mit unter 900 Euro Monatseinkommen möglicherweise über 4000 Euro für eine Nutzungsdauer von zehn Jahren eines Urnengrabes bezahlen? Das ist für viele nicht mehr leistbar. Die Friedwiese, die bereits 2017 vom Stadtrat beschlossen wurde, bietet Platz für ca. 600 Urnen. Sie wurde mit der Begründung, es sei eine umfassende Neuberechnung der Gebühren erforderlich, jedoch bis heute nicht in Betrieb genommen. Deshalb weichen viele Hinterbliebene über die Grenze nach Grödig aus und der Friedhof in Bad Reichenhall entleert sich zunehmend. Gleichzeitig wird die Leichenhalle immer weniger genutzt, weil die Bestatter kostengünstigere Angebote machen.


Etliche Vorschläge für eine vernünftige, den Reichenhaller Bedürfnissen angepassten Gebührengestaltung seitens der Friedhofwärters wurden bisher seitens der Stadt nicht angenommen. Der Satzungsvorgabe "der Friedhof müsse kostendeckend arbeiten" unterliegen auch andere Kommunen. Bad Reichenhall mit den zu Grunde gelegten Parametern, kann die Wünsche der Bürger nach einer letzten Ruhestätte der Verstorbenen, oder als traditionellen Ort des Gedenkens, der Einkehr und der Trauer, zunehmend weniger erfüllen. Damit verkümmert in unserer schönen Heimatstadt die Begräbniskultur unserer Alpenregion. Ein Friedhof hat eine wichtige soziale Bedeutung in der Gesellschaft. Für viele ist er ein wichtiger Ort der Erinnerung an nahe Angehörige und Verwandte.

Die Verantwortlichen sind aufgefordert, den Friedhof nicht nur an nackten Wirtschaftszahlen zu messen, sondern Möglichkeiten zu identifizieren, die Kosten zu reduzieren und nicht nur an der Preisspirale zu drehen. Beigefügt ein Vergleich der Benutzungsgebühren für die Friedhöfe Bad Reichenhall, Piding, Freilassing und Bayerisch Gmain (Auszug).

Friedhof/ Kommune

Aufbewahrung Leichenhalle (24h)

Einzelgrab Euro/a

Doppelgrab Euro/a

Urnengrab Euro/a

Bad Reichenhall

333,62Grundgeb. + 47,63/Tag + 90 Euro Aussegnungshalle

45,66

88,12

153,52

Freilassing

128,00*

49,69

99,37

46,22

Piding

66,00* + 165,00 Aussegnungshalle

63,00

126,00

67,00

Bay. Gmain

Sarg ohne Trauerfeier 115,00*

40,00

79,92

24,80

* ohne Kühlung / Quelle: Homepage der Kommunen

Es fällt auf, dass insbesondere die Nutzungsgebühr der Leichenhalle in Bad Reichenhall im Vergleich sehr stark überhöht ist. Hier bedarf es eines Umdenkens. Auch bei Urnengräbern würde eine weitere starke Gebührenerhöhung das bestehende Ungleichgewicht weiter verstärken und mögliche Nutzer vertreiben. Um künftig einen weiteren Rückgang der Friedhofsnutzung zu verhindern, müssen die Gebühren auf den Prüfstand, um ein vernünftiges und mit Nachbarkommunen vergleichbares Preisniveau zu erreichen.

Dabei sollte der Stadthaushalt nicht übermäßig zu belastet werden. Somit gilt es vorhandene Einsparpotentiale zu nutzen. Zum Beispiel durch eine Anpassung der Infrastruktur und der arbeitsintensiven Anteile könnten Einsparungen erzielt werden. Vorschläge des Friedhofswärters sind zudem Streifenfundamente und ggf. eine Verkürzung der Heckenabschnitte (derzeit ca. 1,5 km), pflegeärmere Bepflanzung u. ä.). Darüber hinaus könnte der Flächenanteil der "kulturellen Stätte mit Parkeigenschaften" erweitert werden, da ca. 2000 Grabstellen leer sind und es nur noch etwa 4000 Grabstellen gibt.Ein "Weiter so" beschleunigt jedenfalls die eingeleitete Abwärtsspirale.

Ein Vorschlag des Friedhofwärters war es, die Hauptwege zu befestigen, da dies nicht nur zu einer kostengünstigeren Schneeräumung und mehr Trittsicherheit auf den geräumten Flächen führt, sondern auch eine erheblich bessere Erreichbarkeit der Gräber mit Rollatoren und Rollstühlen ermöglicht.

Streifenfundamente in den Grabstellen würden eine kostengünstigere Nutzung ermöglichen, da es keine Absenkungen von Grabsteinen und damit weniger Unterhaltskosten für die Gräber gäbe. Herr Unterholzner übergab der Bürgerliste einen aus seiner langjährigen Erfahrung erarbeiteten Vorschlag für eine verträglichere Preisgestaltung im Friedhof.

Der 2. Bürgermeister Manfred Hofmeister und Oberbürgermeisterkandidatin Monika Tauber-Spring sicherten zu, diese Vorschläge zeitnah dem Oberbürgermeister und der zuständigen Abteilung der Verwaltung zu übergeben, mit dem Ziel, die im November 2019 von der Stadtratsmehrheit beschlossenen überhöhten Gebühren nicht umzusetzen, sondern vernünftiger zu gestalten.

Pressemitteilung Bürgerliste Reichenhall

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