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Stadt Bad Reichenhall bittet um Mithilfe

Ressourcenknappheit in Kläranlagen – sind unsere Gewässer gefährdet? 

Belebungsbecken der Kläranlage Bad Reichenhall
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Belebungsbecken der Kläranlage Bad Reichenhall

Den Kläranlagen in der Region gehen die Eisensalze aus. Die Stadt Bad Reichenhall schlägt bereits Alarm, denn ohne diese Mittel gelangt zu viel Phosphat ins Wasser – mit womöglich verheerenden Folgen für die Umwelt. Dabei kann jeder etwas tun, um dies zu verhindern.

Bad Reichenhall/Rosenheim - „Gute eineinhalb Wochen kommen wir noch aus“, sagt Josef Kaltner, Sachgebietsleiter Tiefbau der Stadt Bad Reichenhall. Geht das Eisensalz zur Neige, kann das Phosphat im Abwasser nicht mehr ausgeflockt werden. Verzweiflung macht sich breit. Denn obwohl die Mitarbeiter der Kläranlage auf eine baldige Nachlieferung hoffen, gibt es vom Hersteller noch keinerlei Zusage. 

Ersatzmittel ist teuer und birgt Risiken

Zwar hat sich das Klärwerk bereits mit einem Ersatzmittel eingedeckt, es lässt sich aber nicht mit der bisher verwendeten Chemikalie mischen. Möglich wäre auch, dass sich Fadenbakterien bilden oder das Wasser aufschäumt. - Risiken, die es zu verhindern gilt. Da das Ersatzprodukt auch sehr viel teurer ist, heißt es für die Stadt: hinauszögern, solange es geht. Als erste Maßnahme wird das bisherige Mittel reduziert. Der Phosphatgehalt steigt bereits, allerdings laut aktuellen Messungen bisher schleppend.

Droht ein Fischsterben wie an der Oder?

Da es keine Speichermöglichkeit gibt, müsste die Kläranlage im schlimmsten aller Fälle das phosphathaltige Wasser in die Saalach ableiten. Das Wasserwirtschaftsamt fordert jedoch bei zu hohen Werten eine empfindliche Abwassergebühr von der Stadt ein. Phosphat ist ein Düngemittel, das starke Algenbildung fördert. Doch mit Horrorbildern von toten Fischen wie im Sommer in der Oder rechnet Kaltner nicht: „Die Grenzwerte sind vom Wasserwirtschaftsamt sehr niedrig angesetzt und im Winter wachsen Algen aufgrund der niedrigen Temperaturen nicht stark.“ Zudem sei die Saalach ein leistungsstarker Vorfluter. Phosphate werden hauptsächlich zur Wasserenthärtung verwendet. Das Reichenhaller Wasser sei aber vergleichsweise weich, wodurch man oft auf Enthärter verzichten könne. Dennoch sind bei einer langfristig kritischen Lage Umweltschäden nicht auszuschließen.

Die Mithilfe jedes einzelnen ist gefragt

Die Stadt Bad Reichenhall bittet daher ihre Bürgerinnen und Bürger sowie die gewerblichen Betriebe um Mithilfe. Was könnt Ihr tun, um den Phosphatgehalt im Abwasser zu reduzieren?

  • Werft bereits beim Einkauf einen Blick auf das Kleingedruckte: verzichtet auf phosphat- bzw. phosphonathaltige Reinigungsmittel.
  • Phosphonat kommt besonders oft in Maschinengeschirrspülmitteln, Waschmitteln, Bleichmitteln, Grundreinigern und Entkalkungsmitteln vor. Prüft Euren Bestand zu Hause und verzichtet, wenn möglich, auf den Einsatz solcher Produkte. Es gibt viele Alternativen zu diesem Wirkstoff.
  • Nicht nur die Inhaltsstoffe, sondern auch die Menge ist wichtig. Wenn Ihr phosphathaltige Produkte nicht umgehen könnt, reduziert die Verwendungsmenge. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt.

Rosenheim bald in ähnlicher Lage

Auch die Stadt Rosenheim ist nicht mehr weit entfernt vom Engpass mit dem Ausflockungsmittel. Laut Pressesprecher Christian Baab reichen die Vorräte beim Klärwerk Rosenheim noch für die kommenden vier Wochen. Zur Not sollen ebenfalls Ersatzmittel verwendet werden, die bereits bestellt sind. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht von einer negativen Auswirkung auf die Umwelt auszugehen. Die Abwassergebühren bleiben davon unberührt“, so Baab.

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