Kirchholztunnel: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
So sieht der Plan für die Ortsumgehung Bad Reichenhall aus.

Bad Reichenhall - Obwohl München, Garmisch-Partenkirchen und Königssee den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2018 nicht bekommen hat, ist das Projekt Kirchholztunnel nicht vom Tisch.

"Die geplante Ortsumgehung Bad Reichenhall, in deren Zug der Kirchholztunnel beplant wird, ist im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen als Projekt des Weiteren Bedarfs enthalten. Damit ist der grundsätzliche Bedarf für das Projekt unabhängig von der Entscheidung über den Austragungsort der Olympischen Spiele 2018 dokumentiert, der zeitliche Aspekt einer möglichst baldigen Verwirklichung rückt aber mehr in den Hintergrund", heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium.

Sebald König vom Staatlichen Bauamt Traunstein drückt es konkreter aus: "Wir wollten die Chance von Sonderfinanzierungsprogrammen für Olympische Spiele nutzen. Der Olympia-Katalysator fällt jetzt weg. Das Planfeststellungsverfahren werden wir aber - jetzt in aller Ruhe - bis zum Planfeststellungsbeschluss durchziehen." Der Unterschied zum letzten Mal sei, dass die Gültigkeit von Planfeststellungsbeschlüssen verlängert worden sei, so König. Sie seien jetzt zehn Jahre gültig und könnten um fünf Jahre verlängert werden.

Wie Oberbürgermeister Herbert Lackner gegenüber BGLand24 betonte, sei der Zeitdruck jetzt nicht mehr gegeben. Auf die Frage, ob das positiv oder negativ für Bad Reichenhall sei, antwortete er: "Es war zu erwarten, dass es so kommt."

800 Einwendungen gegen Kirchholztunnel

Die jetzige Situation ermögliche es auf alle Fälle dem Staatlichen Bauamt, die rund 800 Einwendungen gegen den Kirchholztunnel vernünftig abzuarbeiten, so König weiter. Sie seien zwar teilweise inhaltsgleich, trotzdem sollen alle ernst genommen werden. "Unser Ziel ist es nicht mehr, heuer noch einen Erörterungstermin durchzuführen."

Bei einer emotionsfreieren Situation, erhofft sich der Bauamtsleiter eine sachliche Diskussion, was eine Null-Lösung für Bad Reichenhall bedeuten könnte. "Die hohe Lkw-Belastung wird größer. Als weltbekannter Kur- und Badeort wird Bad Reichenhall ohne die Ortsumgehung weiter mit Emmissionsproblemen zu kämpfen haben."

Genau dem will der Stadtrat bereits jetzt entgegen treten. In der Sitzung am Dienstag stimmte er dem Antrag der FWG-Fraktion zu, die Einführung eine 7,5 Tonnagebeschränkung ab "Wegscheid" (Weinkaser) in Richtung Karlstein-Thumsee St2101 und umgekehrt zu beantragen. Der Bauamtsleiter hält das Problem für überdramatisiert. "Ich stelle mir immer die Frage, welche Spedition fährt freiwillig über die große Steigung? Der Weg mag kürzer sein, bringt aber sicher keinen Zeitvorteil."

cz

Zurück zur Übersicht: Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser