Katastrophenschutz-Übung im Berchtesgadener Land

Wenn im Landkreis der Strom ausfällt...

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Landrat Georg Grabner.
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Landkreis - Aufgrund eines Muren-Abgangs beim Umspannwerk in Piding ist für rund 30 Stunden der Strom im gesamten Berchtesgadener Land ausgefallen. Doch keine Panik: Es war nur eine Übung.

Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, wurde am Freitag und Samstag eine Katastrophenschutz-Übung im Berchtesgadener Land durchgeführt. Die Ausgangssituation: Wegen eines Muren-Abgangs beim Umspannwerk in Piding kam es im ganzen Landkreis zu einem Stromausfall. "Ein Hauptziel der Übung war es, die Führungs- und Schichtfähigkeit der teilnehmenden Einsatzorganisationen, Gemeinden und des Landratsamtes zu testen, Risikofaktoren und Gefahrenbereiche zu erkennen und entsprechend Vorsorge zu betreiben", so Andreas Bratzdrum, Pressesprecher des Landratsamtes.

Das Übungsszenario:

Die seit Tagen andauernden, zum Teil heftigen Unwetter mit Starkregen und Orkanböen führten am Freitag, 7. November, zu großen Schäden in Süddeutschland und den angrenzenden Nachbarländern. Auch im gesamten Landkreisgebiet wurden sämtliche örtliche Feuerwehren alarmiert und befinden sich im Einsatz. Um 17 Uhr wurde aufgrund eines bayernweiten Stromausfalls durch Ministerpräsident Horst Seehofer der Katastrophenfall für den Freistaat Bayern festgestellt. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt Berchtesgadener Land befand sich bereits seit 15 Uhr im Einsatz. Zum örtlichen Einsatzleiter wurde Kreisbrandrat Josef Kaltner bestellt.

Die zuständigen Energieversorgungs-Unternehmen und die Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehren und der Rettungsorganisationen waren seit dem Freitagnachmittag im Einsatz, um Schäden, insbesondere an der Stromversorgung, zu beheben und betroffenen Menschen zu helfen. Im nördlichen und mittleren Landkreis führten die Unwetter und ein kompletter Stromausfall zu einer Vielzahl von einzelnen Schadensfällen:

  • Haus- und Zimmerbrände, beispielsweise im Haus Hohenfried in Bayerisch Gmain
  • durch Muren-Abgänge und umgestürzte Bäume unpassierbare Straßen, die beispielsweise Schneizlreuth von der Außenwelt abschnitten
  • überflutete Hauskeller und Straßenzüge
  • Evakuierungen von Hausbewohnern

Die Versorgung der wichtigsten öffentlichen Gebäude mit Notstrom-Aggregaten konnte durch die Einsatzleitung gewährleistet werden, unter anderem wurden Aggregate von der Bayernwerke AG und der Bundeswehr bereitgestellt.

Notunterkünfte für evakuierte Personen wurden für den mittleren Landkreis in Bad Reichenhall in der Bundeswehrkaserne und im Karlsgymnasium eingerichtet.

Die Umsetzung

Federführend bei der Durchführung waren Kreisbrandrat Kaltner und Kreisbrandmeister Walter Niederbauer. So sollte einerseits überprüft werden, ob die Pläne für einen solchen Katastrophenfall auch der Realität entsprechen. Und andererseits wollte man, aufgrund der Erfahrungen mit dem Hochwasser 2013, gezielt den Schichtbetrieb üben. "Den Einsatz in mehreren Schichten sind wir nicht gewohnt", so Kaltner.

An der Übung waren rund 250 Mitarbeiter der Hilfsorganisationen, der Bundeswehr, des Landratsamtes und der Gemeinden beteiligt. "Im Ernstfall wären es zirka 3000 Einsatzkräfte, verteilt auf drei Schichten", berichtete der Kreisbrandrat. Auch Landrat Georg Grabner weiß um die Wichtigkeit einer solchen Katastrophenschutz-Übung: "So etwas kann jederzeit Realität werden. Im Landkreis hatten wir in den vergangenen zwölf Jahren schon so einige schlimme Fälle zu bewältigen." Umso wichtiger sei es, dass man für solche Fälle gewappnet sei.

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