Intensive Einsatzvorbereitung des 15. Einsatzkontingentes.

Reichenhaller Bundeswehrler trainieren für Auslandseinsatz in Mali

Bad Reichenhall/Letzlinger Heide - Insgesamt vier Wochen haben die Soldaten des 15. Einsatzkontingentes für MINUSMA (Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali) auf dem Truppenübungsplatz Altmark in Sachsen-Anhalt verbracht, um sich für den bevorstehenden Einsatz ab September in Mali vorzubereiten. Nachdem die Absonderungsphase vorbei war (wir berichteten), konnten die einzelnen Truppenteile in die gemeinsame einsatzvorbereitende Übung übergehen.

Die Meldung im Wortlaut:


Die Absonderungsphase war eine zusätzliche Maßnahme der aktuellen Corona-Auflagen, um das Infektionsrisiko zu minimieren und den Übungsdurchgang dennoch sicherzustellen. Dies verlängerte den eigentlichen Übungsplatzaufenthalt von zwei auf insgesamt vier Wochen. Die zusätzlichen Hygienemaßnahmen sowie die Unterbringung und Ausbildung in den eingeteilten Kohorten zeigte ihre Wirkung, sodass die Soldaten nach Ablauf der zweiwöchigen Absonderung endlich in die heiße Phase der Übung übergehen konnten.

Lagevortrag und Einweisung über die bevorstehende Operation.

Gemeinsames Agieren beginnt

Die Zeit während der Absonderungsphase konnten die Teileinheiten des Einsatzkontingentes zur zusätzlichen und intensiven Einsatzausbildung nutzen, allerdings nur innerhalb der Kohorten. Jetzt war es für den Übungsbetrieb möglich, die einzelnen Einheiten zusammen zu führen, um als Gefechtsverband das Zusammenspiel der Einsatzkräfte zu trainieren, so wie sie später auch gemeinsam in Mali agieren werden.

Dort werden die Gebirgsjäger der 4. Kompanie das Camp Castor sichern sowie Schutz- und Sicherungsaufgaben bei den Aufklärungsoperationen der Gebirgsaufklärer aus Füssen leisten und die Quick Reaction Force stellen. Unterstützt werden sie dabei von den Gebirgsversorgern, einem Kampfmittelabwehrzug, den Sanitätskräften und einem litauischen Sicherungszug.

Während einem Treffen mit einer Kontaktperson in einem Compound sichern die Gebirgsaufklärer die Umgebung.

Um dies zu gewährleisten und um auf alle im Einsatz möglichen Gefahrensituationen vorbereitet zu sein, üben sie gemeinsam in der Letzlinger Heide. Eine Rahmenlage, die der Situation und den Verhältnissen im Einsatzgebiet gleicht, begleitet den Einsatzverband über den gesamten Übungszeitraum. Dabei absolvierten die Soldaten verschiedene Übungsabschnitte bevor es in die finale Einsatzübung überging.

Ein Soldat sichert nach dem Absitzen von einem Gefechtsfahrzeug die Umgebung.

Aufgaben wie die Sicherung und Abwehr feindlicher Angriffe auf das Feldlager, das Bergen von ausgefallenen Gefechtsfahrzeugen oder die Rückführung von eigenen isolierten Soldaten mussten bewältigt werden. Sie gingen auf Patrouille und führten Gesprächsaufklärungen zur Informationsgewinnung durch oder mussten einen feindlichen Hinterhalt abwehren, als ein Fahrzeug im Konvoi durch eine IED (improvisierte Sprengfalle) angesprengt wurde. Die Gebirgsaufklärer erkundeten unbekanntes Gebiet und setzten dafür auch ihre Aufklärungsdrohnen ein.

Für die Einsatzübung wurden die Soldaten und Fahrzeuge mit dem laserbasierten Duellsimulator AGDUS ausgestattet.

Der Abschluss und Höhepunkt der gesamten Übung war die mehrere Tage andauernde und durchgehende Einsatzübung. Hierbei wurde eine an die Rahmenlage angelehnte Operation mit dem gesamten Kräfteansatz durchgeführt. Dabei wurden durch das Gefechtsübungszentrum des Heeres und unter Beobachtung von Schiedsrichtern unterschiedliche Szenarien und Vorfälle simuliert, wie sie auch im Einsatzland Mali möglich sind. Daran anschließend, wurden die Vorgehensweisen ausgewertet und beurteilt, um das eigene Handeln zu optimieren.

Rückblickend wirkte sich die zusätzliche Belastung der vorangestellten Absonderungsphase und dadurch intensivere Übungszeit positiv auf die Qualität der Einsatzvorbereitung aus.
In Verbindung mit der erfolgreichen Kohäsion aller Truppenteile können die Einsatzkräfte das Aufgabenspektrum nun bestens erfüllen.

Auf dem Rückmarsch gerieten die Gebirgsaufklärer in einen Hinterhalt.

Nach der fordernden und anstrengenden Zeit auf dem Übungsplatz kehren die Soldaten des Einsatzverbandes endlich wieder in ihre Heimat zurück. Doch im September wird es bereits wieder Abschied nehmen heißen, wenn die Soldaten ihre Reise in den Auslandseinsatz antreten.

Pressemitteilung der Bundeswehr.

Rubriklistenbild: © Bundeswehr/Kevin Greenhalgh

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