„Hut ab, dass Sie da antreten“

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Freut sich auf die mögliche neue Aufgabe, Manfred Hofmeister.

Bad Reichenhall - In Karlstein und beim Pfaffei in der Oberstadt haben Bürger das Gespräch mit dem OB-Kandidaten Manfred Hofmeister gesucht.

Die Veranstaltung in Karlstein war neben den dringlichen Reichenhaller Themen geprägt vom lokalen Interesse zum Erhalt des Löschzuges Karlstein der Freiwilligen Feuerwehr Bad Reichenhall und dem Wunsch der Bürger vom Erhalt des zentralen Ortsplatzes am Haus des Gastes. Ganz klar äußerte Manfred Hofmeister sich im Falle seiner Wahl für die berechtigten Anliegen einzusetzen. Im Interesse der Einsatzfähigkeit sowie der Nachwuchsgewinnung der freiwilligen Feuerwehr müsse der Löschzug erhalten bleiben. Für eine Umsetzung zur verbesserten Unterbringung müssten jedoch zunächst die Untersuchungen zu den Belastungen des Haus des Gastes erfolgen, um anschließend tragfähige kostengünstige Lösungen zu erarbeiten.

Besonders hervorgehoben wurde auch die Leistung der Bauern, welche mit wenig Personal sehr große Flächen im Stadtbereich bewirtschaften und für Bad Reichenhall einen wichtigen Beitrag für regionale Nahrungsmittelerzeugung und Erhalt der Wiesenlandschaft leisten.

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OB-Kandidat beim Informationsaustausch

Am Sonntag beim Frühschoppen beim Pfaffei in der Oberstadt sorgte die Gmoan Tanzlmusi für die richtige musikalische Untermalung. Der Mann in der Lederhose fand klare Worte. „Es herrscht Alarmstufe Rot, weil Reichenhall mit rund 350 000 touristischen Übernachtungen im Jahr weniger hat als Inzell oder Ruhpolding. Der Bereich wird in Bad Reichenhall sträflich vernachlässigt“, sagte Manfred Hofmeister. Der Oberbürgermeister-Kandidat sprach ruhig, ohne große Gesten.

Der Mittfünfziger musste nicht betonen, dass ihm die Zukunft seiner Geburtsstadt Reichenhall am Herzen liegt. Die Zuhörer wurden nicht im Zweifel gelassen: „Die Kur-GmbH ist ein wichtiges Instrument, da müssen gerade in der BGLT (Berchtesgadener Land Tourismus GmbH) Forderungen gestellt werden.“

Nahtlos schloß Hofmeister an: „Bei der Philharmonie müssen alle an einem Strang ziehen. Es geht nicht an, dass die Kur-GmbH und das Orchester heillos zerstritten sind.“ Die Philharmonie sei ein Aushängeschild der Stadt und müsse Kurorchester wie Kulturträger in Südostbayern gleichermaßen sein. Für unsäglich hält es der Kandidat, dass die Musiker ahnungslos zu ihrer Spielstätte eilen, um dort von Baumaßnahmen überrascht zu werden.

Hofmeister erfährt viel Zustimmung von den Bürgern bei derlei Geschichten. Manfred Hofmeister ist Oberbürgermeister-Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen und unabhängigen Bürgern. Er vermittelt aber rasch den Eindruck, dass er spielend ohne Parteibuch und Etiketten auskommt. Er ist weder politischer Lehrling noch dringend auf Jobsuche. Der Reichenhaller hat seinen Schreibtisch im Französischen Verteidigungsministerium. Dort ist er deutscher Verbindungsoffizier für internationale Einsätze. Unaufgeregt belegt er, warum er als Oberbürgermeister kommunalen Einsatz leisten will: „Wir müssen endlich anfangen, gravierende Fehler zu vermeiden bei der Gewerbeansiedlung genau so wie beim Straßenverkehr.“

Er will keine Geschäfte mit innenstadtrelevantem Sortiment an der Peripherie, weder auf dem Gaswerksgrund noch stadtauswärts hinterm Bahnhof, wo massiv innerstädtisches Leben abgezogen wird: „Wir haben eine lebendigem Fußgängerzone, immer noch. Aber wir wollen nicht noch mehr leerstehende Geschäftslokale, keine bröckelnden Fassaden. Da stirbt die Stadt.“ 6500 Quadratmeter neuer Verkaufsflächen verträgt Reichenhall nicht, da die Menschen im Hinterland fehlen. „Wir sind nicht verpflichtet die Fehler anderer Städte zu wiederholen, vielmehr sollten wir daraus lernen und diese vermeiden.“

Hofmeister ist schon deshalb gegen den Kirchholztunnel, weil „das Naherholungsgebiet Golling zerstört wird.“ Lösungen sollten vorrangig in guter Nachbarschaft mit Salzburg gesucht werden. Der Vorstand des gemeinnützigen und parteiübergreifenden Vereins „Lebenswertes Bad Reichenhall“, der sich u.a. gegen die Ansiedlung einer überregionalen Mülldrehscheibe im Kurbezirk einsetzt und für kurortverträgliche Gewerbeansiedlung eintritt, ist fassungslos: „Wir haben in drei Wochen 500 Unterschriften gesammelt, aber größte Probleme gehabt, von allen Verwaltungsleuten bei der Informationssuche unterstützt zu werden.“

So hat Hofmeister gelernt, dass keineswegs überall den Bürgern Informationen leicht zugänglich gemacht werden. „Wer aber Bürgernähe auf seine Fahnen schreibt und die Meinung von 500 Stadtbewohnern einfach ignoriert, der widerspricht sich selbst.“ Da bekam der Kandidat viel Zustimmung im "Pfaffei". Die Zuhörer dort kamen mit allerhand eigenen Problemen von der Parkplatzbelegung vom Nachbarn bis hin zum Ärger mit der Stadt, die einfach nicht auf Anfragen antworte: Das ist kein Einzelfall beteuerten die Umsitzenden, denen das auch schon passiert ist. „Im Rathaus werden unsere Sorgen nicht beachtet“, beklagte eine Frau. Das will Hofmeister ändern.

Pressemitteilung Grüne Bad Reichenhall

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